Freundeskreis erbittet Spenden Lingener fahren im Herbst in die Ukraine

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Lingen. Wegen der angespannten Lage in der Ukraine werden die Lingener Ukrainefahrer voraussichtlich erst im Herbst zum 1300-Seelen-Dorf Juskovzy in dem osteuropäischen Land fahren. Darauf hat sich der Freundeskreis der Ukrainefahrer bei einem Treffen in der Halle IV verständigt. Juskovzy liegt etwa 1700 Kilometer von Lingen entfernt.

Wie Hinrikus Ude und Hajo Wiedorn mitteilten, wollten die Lingener ursprünglich im Sommer dieses Jahres reisen, um dafür zu sorgen, dass der von der Stadt Lingen finanzierte Grabstein für den am 11. Juli 2013 im Alter von 89 Jahren verstorbenen Zwangsarbeiter Wassilij Ratuschko zum ersten Jahrestag seines Todes aufgestellt wird. „Erfreulicherweise ist kürzlich im Verwaltungsausschuss der Stadt Lingen der Beschluss gefasst worden, die Kosten für die Herstellung und Aufstellung des Grabsteins zu übernehmen“, teilte Wiedorn mit.

Wassilij Ratuschko, genannt Franz, war während des Zweiten Weltkriegs mit 85 weiteren Männern aus Juskovzy, das im westlichen Teil der Ukraine liegt, als Zwangsarbeiter im ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerk in Lingen tätig. Im Jahre 1991 kamen Ratuschko und der inzwischen ebenfalls verstorbene Zwangsarbeiter Prokop Schafuruk auf Einladung des ehemaligen Oberbürgermeisters Bernhard Neuhaus nach Lingen, um die Stätten ihrer Zwangsarbeit wiederzusehen. Im Gegensatz zu anderen Zwangsarbeitern, die in Deutschland tätig waren, hatten sie gute Erinnerungen an Lingen.

Nach Angaben von Ude und Wiedorn hat sich die Stadt Lingen laut Oberbürgermeister Dieter Krone bereit erklärt, die Kosten für die nächste Fahrt in die Ukraine zu übernehmen. Die Lingener Helfer wollen zwischenzeitlich die Finanzierung von vier weiteren Betten für den Ganztagskindergarten in Juskovzy sicherstellen. Außerdem möchten die Ukrainefahrer durch Spenden dafür sorgen, dass die im Oktober 2014 eingeweihte Sozialstation in der benachbarten Kreisstadt Lanovzy bis zu sechs neue Fenster und eine neue Tür erhält.

Wegen der hohen Transportkosten bringt der seit 22 Jahren bestehende Freundeskreis im Gegensatz zu den ersten Fahrten keine Hilfsgüter mehr von Lingen nach Juskovzy, sondern nutzt die Spenden zum gezielten Ankauf der Materialien vor Ort. „So ist gewährleistet, dass die Spendengelder zu 100 Prozent vor Ort eingesetzt werden“, unterstrich Ude.

Die Ukrainefahrer fürchten, dass sich die Armut in dem osteuropäischen Land wegen der instabilen Lage weiter verschärft. „Schon jetzt gehört die Ukraine zu den 30 ärmsten Ländern der Welt“, erklärte Wiedorn. Sein Mitstreiter Karl-Joseph Lange vom DRK bezeichnete die von Lingen seit 1992 ausgehende Ukrainehilfe als großen Erfolg. Auch durch die Unterstützung der Emsländer seien die ukrainischen Freunde viel selbstständiger geworden. Froh ist Lange vor allem darüber, dass es gelungen sei, die Sozialstation in Lanovzy aufzubauen. In der Einrichtung arbeiten derzeit fünf Schwestern unter Leitung einer Fachkraft des Roten Kreuzes. Lange unterstützt die Sozialstation durch die Zusendung von Medikamenten.

Spendenkonto Ukrainehilfe: DRK-Ortsverein Elbergen, Nummer 1180016170, Sparkasse Emsland, BLZ 26650001, Stichwort Ukrainehilfe.


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