Problem: Unerlaubtes Betreten „Nordhorn-Range“: So wenig Anflüge wie noch nie


Nordhorn. Die Zahl der Zielanflüge auf den Luft-Boden-Schießplatz der Bundeswehr „Nordhorn-Range“ hat 2013 einen Tiefststand erreicht. Darauf hat nach der Sitzung der Fluglärmkommission Brigadegeneral Peter Braunstein verwiesen.

„145 Luftfahrzeuge haben insgesamt 900 Zielanflüge durchgeführt.“ Dies seien 36 Prozent weniger als im Jahr 2012 (1401 Anflüge) gewesen. „Der Platz wird fast ausschließlich von der Bundesluftwaffe genutzt“, betonte am Dienstag Braunstein , der für alle Übungsplätze der Bundeswehr zuständig ist. Nur sechs Maschinen der belgischen und niederländischen Luftwaffe hätten den Platz 2013 angeflogen.

Von den 196 möglichen Übungstagen sei im letzten Jahr an 109 Tagen Flugbetrieb geplant gewesen. Tatsächlich geflogen wurde an 58 Tagen. Braunstein: „Dies hat verschiedene Ursachen und liegt an der Zahl der einsatzbereiten Maschinen, an der Verfügbarkeit der Piloten und am Wetter.“

Oberst i.G. Joachim Vergin betonte in diesem Zusammenhang, dass „die Planzahlen für 2014 ähnlich aussehen wie die des letzten Jahres“. Für die Zukunft sieht der Offizier einen weiteren Rückgang der Lärmbelastung. „Wenn der Eurofighter vom Tornado die Luft-Boden-Rolle übernimmt, wird wegen anderer Bewaffnung zunehmend aus mittlerer und großer Höhe geübt.“

Braunstein verwies auf die rückläufige Zahl von Beschwerden . „2012 waren es noch 140, 2013 noch 100, davon 26 von einem einzigen Bürger.“ Neben Vertretern der Kommunen hätten an der Sitzung der Fluglärmkommission auch Vertreter der „ Notgemeinschaft Nordhorn-Range “ teilgenommen. „Deren Fragen konnten wir zufriedenstellend beantworten.“ So sei es selbstverständlich, dass für den Einsatz von Rettungshubschraubern der Luftraum über der Range freigegeben werde. „Dies ist ein völlig normales Verfahren und alles andere wäre absurd.“ Mit seinem persönlichen Eindruck, dass sich die Notgemeinschaft durch den Rückgang der Anflüge von etwa 12000 im Jahr 1998 auf den heutigen Stand von 900 „mit der Range arrangiert habe“, liegt Braunstein jedoch falsch. Gustav Strötzel, Vorstandssprecher der Notgemeinschaft, erklärte auf Nachfrage unserer Zeitung, die Schließung der Range sei nach wie vor das Ziel.

Platzkommandant Oberstleutnant Dieter Rübarsch machte die Problematik des unerlaubten Betretens des Geländes Sorgen: „Wir können nicht ausschließen, dass die Munition im Boden gefährlich ist.“ Diese sei eine Altlast, betonte Braunstein. Rund 45 Hektar seien 2013 zumeist von Hand geräumt worden. Dabei hätten die Kampfmittelräumer ungefähr 51 Tonnen Munition, Munitionsteile und Schrott geborgen. Insgesamt habe diese Maßnahme 800000 Euro gekostet.

Keine Flüge in Karwoche

Rübarsch erklärte, dass die Zufahrtsstraße zur Kommandantur auf einer Länge von 3,6 Kilometern für circa 180000 Euro in den nächsten Wochen saniert werde. Die Mittel würden durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben bereitgestellt.

Neben den bereits bekannt gegebenen übungsfreien Zeiten gab die Bundeswehr zudem an, auch in der Karwoche keinen Übungsbetrieb auf „Nordhorn-Range“ durchzuführen.


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