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Früherer Oberkreisdirektor in Lingen Zum Tod von Werner Franke: Ein Leben für das Emsland

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Lingen. Der frühere Oberkreisdirektor des Landkreises Lingen, Werner Franke, ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Doch die maßgeblich von ihm initiierten Einrichtungen Christophorus-Werk und Theaterpädagogisches Zentrum der Emsländischen Landschaft sowie das von ihm unterstützte Bonifatius-Hospital in Lingen sind voller Leben.

Werner Franke wurde am 18. Mai 1928 in Osnabrück geboren. Er wuchs in einem katholischen Elternhaus auf und besuchte zwischen 1938 und 1949 das Gymnasium Carolinum, wo er auch das Abitur bestand. Danach arbeitete er bis zum Beginn des Studiums der Rechtswissenschaften als Verlagsvolontär beim „Niederdeutschen Kurier“ in Osnabrück. Bereits hier zeigte sich sein Talent als Amateurfotograf, den die Redakteure gerne bei ihren Reportagen heranzogen.

Seit dem 1. November 1959 war der Volljurist als Vertreter des damaligen Meppener Oberkreisdirektors Dr. Josef Stecker tätig. Am 26. Juni 1961 wählte ihn der Lingener Kreistag mit 33 Jahren zum jüngsten Oberkreisdirektor in Niedersachsen. Nach Bildung des Kreises Emsland 1977 arbeitete er bis 1980 als Dezernent beim Landkreis.

Seine Frau Ursula, die ihm drei Kinder schenkte, war ihm zeitlebens eine große Stütze – vor allem als er 2009 nach einem Schlaganfall gesundheitlich angeschlagen war. In den Jahren davor hatten die beiden Reisen in viele Länder unternommen.

Am 17. Januar dieses Jahres stand Franke zum letzten Mal in der Öffentlichkeit. An diesem Tag verlieh ihm der Präsident der Emsländischen Landschaft , Hermann Bröring, in Würdigung seiner großen kulturellen Verdienste die Landschaftsmedaille. Franke war von 1979 bis 1993 Geschäftsführer der Emsländischen Landschaft sowie von 1978 bis 1993 auch des Emsländischen Heimatbundes. Zudem war er 1963 Gründungsvorsitzender des Heimatvereins Lingen.

Vielen Menschen hat Werner Franke geholfen. Dr. Walter Höltermann, Vorsitzender des Trägervereins des Christophorus-Werks in Lingen, sagte vor fünf Jahren bei der Verabschiedung seines Vorgängers: „Werner Franke hat aus einem tiefen christlichen Glauben heraus die Würde des Menschen in den Mittelpunkt seiner Gedanken und seines Handelns gestellt.“ Er bezeichnete ihn als unverbesserlichen Idealisten, der „Bärenkräfte“ für andere gehabt habe, und meinte damit vor allem die Menschen mit Behinderungen.

Auch in diesem Jahr hängen in Häusern überall in der Welt die Bilder des Emslandkalenders und erinnern auf diese Weise an Werner Franke. Seit 1972 hatte er den Kalender der Sparkasse, der von den Emsländern an deren Verwandte und Bekannte in alle Welt verschickt wurde, als Werbeträger mit ausdrucksstarken Fotos illustriert. So sind überall die Spuren dieses außergewöhnlichen Menschen zu finden.


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