Polizisten sorgen für gutes Gefühl Auf Streife in der Lingener Innenstadt

Die Polizeioberkommissare Wilfried Gervelmeyer und Norbert Tenger (von links) sind als Kontaktbeamte regelmäßig in der Lingener Innenstadt unterwegs, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen.Die Polizeioberkommissare Wilfried Gervelmeyer und Norbert Tenger (von links) sind als Kontaktbeamte regelmäßig in der Lingener Innenstadt unterwegs, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen.

Lingen. Norbert Tenger sieht den „Herrn Professor“ locker über den Lingener Marktplatz radeln und hebt ein wenig die Stimme. Der Angesprochene ist peinlich berührt, als er den Polizisten sieht. Natürlich weiß er, dass um die Mittagszeit das Rad in der Innenstadt geschoben werden muss, aber man kann’s ja mal versuchen…

Ein „Restrisiko“ bleibt aber, denn Polizeioberkommissar Tenger und sein Kollege Wilfried Gerdelmeyer sind als Kontaktbeamte regelmäßig in der Stadt unterwegs, sorgen allein durch ihre Präsenz für ein „gutes Gefühl“ bei Bürgern, Geschäftsleuten und Gästen der Stadt. In einem Pressegespräch im Lingener Rathaus betonten Vertreter der Stadtverwaltung und der Polizei deshalb, dass sich diese seit Ende der 90er Jahre praktizierte Maßnahme absolut bewährt habe.

„Wir wollen nah bei den Bürgern sein“, sagte Karl-Heinz Brüggemann, Leiter der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim, in Lingen. Nicht jeder Bürger suche gleich die Wache auf, wenn er ein Anliegen habe oder ein Problem besprechen wolle. Da sei der „Schutzmann vor Ort“ genau richtig.

Den „Herrn Professor“ davon zu überzeugen, dass er zwischen 10 und 18 Uhr sein Rad durch die Fußgängerzone schieben, gehört da noch zu den leichtesten Übungen der beiden Polizisten. Denn einfach ist der Job von Tenger und Gerdelmeyer nicht. Sie erfordere schon ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, stoische Ruhe und die Bereitschaft, „ein klares Wort zu sprechen“, umriss Brüggemann das Aufgabenspektrum. Bisweilen habe er das Gefühl, gegen Windmühlen zu kämpfen, verweist Tenger auf die von ihm so beobachtete zunehmende Distanzlosigkeit und Uneinsichtigkeit insbesondere jüngerer Leute.

Wenn er diese in der Fußgängerzone anspricht, weil Kaugummi und Spucke mal wieder in hohem Bogen auf dem Pflaster gelandet sind, erntet der Kontaktbeamte bisweilen nur stumpfe Blicke. „Da komm ich mir manchmal wie ein Streetworker vor“, sagt er. Bisweilen „rotzen“ sich solche Leute auch in den sozialen Medien des Internets aus, bekommen dort allerdings auch Contra. „“Ich finde Tenger super. Er ist freundlich, höflich und versteht auch super Spaß“. „Wer mit Tenger Ärger hat, ist doch selber schuld. Wenn der durch die City geht, ist alles ok“, ist dort zu lesen.

Die beiden Kontaktbeamten sind zu unterschiedlichen Zeiten in der Innenstadt, auch in den Abendstunden. Im Rathaus steht ihnen ein Büro zu Verfügung, die Wege sind kurz zwischen Polizei und Verwaltung. „Wir arbeiten auf unterschiedlichen Ebenen gut zusammen“, betonte Erster Stadtrat Ralf Büring. Die Präsenz der beiden Polizeibeamten in der Stadt sei ein wichtiger Beitrag zu mehr Sicherheit und habe natürlich auch eine erzieherische Wirkung, sagte Büring mit Hinweis auf die Radfahrer. Diejenigen unter ihnen übrigens, die sich nicht immer an die Regeln halten, sind laut Tenger überwiegend in der Altersgruppe der „50 plus“ zu finden…


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