Bröring appelliert an Vereine Regionale Förderung der Kultur im Emsland nutzen


Lingen. Der Präsident der Emsländischen Landschaft, Hermann Bröring, hat an Vereine und Gruppen appelliert, bis zum 30. April Anträge zu stellen, um in den Genuss der regionalen Kulturförderung zu kommen.

In der Mitgliederversammlung im Heimathaus Laxten (Stadt Lingen) erläuterte Geschäftsführer Josef Grave Einzelheiten des Programms. Die Emsländische Landschaft für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim fördert mit Mitteln des Landes Niedersachsen die regionale Kultur. Grundlage für die Förderung ist eine zwischen dem niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und der Landschaft abgeschlossene Zielvereinbarung, die ab
1. Januar 2015 auf eine neue Grundlage gestellt wird. Bröring geht davon aus, dass die Förderung in bewährter Form fortgesetzt wird, zumal Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Bündnis 90/Die Grünen) dem Emsland und der Grafschaft wohlgesonnen sei.

Gefördert werden freies professionelles Theater. Theaterpädagogik, nichtstaatliche Museen, Musik, Literatur, Bildende Kunst, Soziokultur, Jugendkunstschulen und Niederdeutsch. Die maximale Fördersumme für ein Projekt beträgt 10000 Euro.

Grave ging auch auf das erklärte Ziel der Landschaft ein, die plattdeutsche Sprache dauerhaft zu erhalten. „Das Thema ist sehr komplex“, stellte Grave fest. Manche Projekte in Schulen ließen sich nicht verwirklichen, währenddessen sich zum Beispiel in Kindergarten neue Chancen ergäben.

Die neue Kulturmanagerin Maleen Knorr, die Böring zufolge hervorragende Arbeit leistet, teilte mit, dass der Internetauftritt des Vereins ab 1. Februar unter www.emslaendische-landschaft.de in modernisierter Form freigeschaltet wird.

In der Versammlung wurde zudem der Landschaftsbericht 2011-2013 vorgestellt, der die Fülle an Aktivitäten der Emsländischen Landschaft auf 40 Seiten dokumentiert. Bröring verwies unter anderem darauf, dass die Projekte Platt is cool, SELBSTmachen und Künstlerstipendium erfolgreich weitergeführt worden seien.

Von „YVA“ beeindruckt

Ebenso wie Bröring zeigte sich auch Vizepräsident Josef Brüggemann beeindruckt von dem vom Theaterpädagogischen Zentrum (TPZ) aufgeführten Musical „YVA“ (Regie Tom Kraus), das im vorigen Jahr 16 Mal in Nordhorn, Oldenzaal und Lingen vor insgesamt 4800 Besuchern gezeigt wurde. „Es wäre klasse, wenn das Stück nochmals aufgeführt würde“, meinte Brüggemann.

Bedauert wurde in der Mitgliederversammlung, dass sich TPZ-Leiter Tom Kraus aus gesundheitlichen Gründen verabschiedet hatte. Die Stelle ist ausgeschrieben worden. Nils Hanraets ist derzeit kommissarischer Leiter des TPZ und gab den Jahresbericht für 2013. Im neuen Jahr werde sich das TPZ ganz auf das Welt-Kindertheaterfest vom 25. Juli bis 1. August in Lingen sowie auf die Weihnachtsgala – ebenfalls in Lingen – konzentrieren.

Der Vorsitzende des Heimatvereins Meppen, Christoph Behnes, forderte das TPZ auf, bei Aufführungen mehr Präsenz in anderen Orten wie zum Beispiel in Meppen zu zeigen.

Angesprochen wurde auf der Mitgliederversammlung auch der Landschaftstag, den die Emsländische Landschaft am Freitag, 21. Februar, ab 10 Uhr auf der Wilhelmshöhe in Lingen veranstaltet. Das Thema lautet: „1914 - 1918 – Die Grafschaft Bentheim und das Emsland im Ersten Weltkrieg.“

Zu der Veranstaltung wird auch der Präsident des niedersächsischen Landtags, Bernd Busemann (CDU) erwartet. Christoph Rass von der Universität Osnabrück hält den Eröffnungsvertrag. Dem Vortrag schließen sich fünf Workshops unter Leitung von Fachleuten zu folgenden Themen an: „Kriegserinnerungen 1914 - 1918 als Geschichtsquellen und Zeugnisse der Erinnerungskultur“, „Ein Überblick zu personengeschichtlichen Quellen zum Ersten Weltkrieg – Möglichkeiten und Fallbeispiele“, „Emsländische jüdische Soldaten im Ersten Weltkrieg“, „Kriegsgefangene des Ersten Weltkriegs im Emsland“ sowie der Workshop „In der Heimat notiert – Schulchroniken aus den Jahren 1914 - 1918 als Quellen vor Ort.“

Landschaftspräsident Hermann Bröring zufolge brachte der Erste Weltkrieg auch ins Emsland und in die Grafschaft großes Leid, auch wenn es hier keine Front gab. Anmeldungen werden bis zum 12. Februar per E-Mail an info@emslaendische-landschaft.de erbeten.


Die Aktivitäten der Emsländischen Landschaft haben herausragende Bedeutung für die Region Emsland-Grafschaft, zumal die Landschaft sich in Zusammenarbeit mit dem niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur um die regionale Kulturförderung kümmert. Als Aushängeschild der Landschaft gilt ihr Theaterpädagogisches Zentrum in Lingen. Es eröffnet auch Kindern und Jugendlichen aus bildungsfernen Schichten die Möglichkeit, auf der Bühne zu stehen.

Die Emsländische Landschaft e.V.für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim mit Sitz auf Schloss Clemenswerth in Sögel gehört zu den mittlerweile 13 Landschaften und Landschaftsverbänden, die in Niedersachsen kulturell tätig sind. Die Emsländische Landschaft wurde 1979 gegründet und nimmt seither zahlreiche Aufgaben in den Bereichen Kultur, kulturelle Bildung und Wissenschaft wahr. Integrale Bestandteile der Emsländischen Landschaft sind das Theaterpädagogische Zentrum sowie die Arbeitskreise Familienforschung und Geschichte.

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