Unisono spendet für Hilfsprojekte Lingener zu Besuch in Kapstadt

Von Carsten van Bevern


Lingen/Kapstadt. Mit Musik Spendengelder einsammeln: Unter diesem Motto sind die aktuell 25 im Verein Unisono aktiven Jugendlichen aus dem ganzen Emsland seit 2012 erfolgreich unterwegs. Drei Mitglieder haben sich jetzt – auf eigene Kosten – vor Ort in Kapstadt über die Verwendung der Spenden informiert.

Exakt 7814,62 Euro haben die Jugendlichen auf ihren zahlreichen öffentlichen und privaten Auftritten bislang eingespielt. Die ersten gut 2000 Euro gingen noch an die „Aktion Deutschland hilft“, weitere 5041,85 Euro an „Mama Amelia“ in Kapstadt – auch der Lingener Verein „project help “ unterstützt dieses Hilfsprojekt für vernachlässigte Kinder seit vielen Jahren.

Als neuestes Projekt wollen die Unisono-Jugendlichen einen weiteren langjährigen „project help“-Partner unterstützen: Immanuels Haven. „Dies ist ein Hort in der Nähe Kapstadts, in dem Kinder aus den Slums unterkommen und großgezogen werden. Eines der Kinder mit Namen ChiChi machte uns bei unserem Besuch dort auf eine noch nicht fertiggestellte Mauer aufmerksam, die seit zwei Jahren dort stand. Den Gründern von Immanuels Haven , Bubbles und George Strangman, fehlen einfach Sponsorengelder, mit denen sie den Weiterbau finanzieren können“, berichtet der Unisono-Mitgründer Lukas Lessing in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Im Oktober ist er gemeinsam mit Antonia Batista Nobre und Marek Schnieders „auf eigene Kosten“ nach Südafrika geflogen, um sich vor Ort die bislang unterstützten Projekte anzusehen.

„Zugfahrt. Amsterdam. Flug. Dubai. Flug. Kapstadt. Autofahrt. Immanuels Haven in Somerset bei Kapstadt. Wir sind in Immanuels Haven angekommen: Das erste Gebäude des Heims ist das, in dem die Waisenkinder von Bubbles und George Strangman und das Ehepaar selbst leben. Ein Schlafzimmer für das Ehepaar und eins für die Kinder, ein Badezimmer, eine Art Wohnzimmer, eine Küche und ein Wasch- und Spülraum. Alles recht einfach gehalten. In diesem Haus werden wir von Bubbles und den am Anfang noch ziemlich schüchternen Kindern in Empfang genommen. Sehr herzlich, wie es für Südafrikaner, so werden wir noch erfahren, üblich ist“, erinnert sich Marek Schnieders an seine ersten Eindrücke.

In einem weiteren Gebäude befinden sich Kindergarten und Schule für die beaufsichtigten Kinder – dort arbeiten die Jugendlichen aus dem Emsland eine Woche lang fleißig mit. Sie beaufsichtigen die Jüngsten, schlichten auch einmal einen Streit und unterrichten die älteren Kinder in Englisch oder Mathematik. Zuletzt ist da noch ein drittes Gebäude. „Obwohl: Die Bezeichnung Gebäude ist wirklich übertrieben“, berichtet Marek. Es sind Mauern, ungefähr einen Meter hoch. Baustopp. Dort soll ein dringend benötigtes altersgerechtes Gebäude für die Jugendlichen entstehen. Es fehlt aber leider am Geld. 1,5 Millionen Rand, umgerechnet rund 104000 Euro, wird der Bau kosten. „Da wussten wir, dass wir auch 2014 weiterkämpfen werden. Und zwar für dieses Gebäude und für ChiChi, die uns auf diese Mauer aufmerksam gemacht hat“, ergänzt Lukas Lessing.

Ein weiteres wichtiges Erlebnis dieser zwei Wochen war, dass die drei Jugendlichen Mama Amelia besuchen und ihr einen Unisono-Scheck über 5041,85 Euro überreichen konnten. „Es war unglaublich schön zu sehen, wie sehr sich die Kinder, Mama Amelia und alle Mitwirkenden darüber gefreut haben, da wir doch sehr lange für diesen Moment gearbeitet und gesammelt haben“, erinnert sich Antonia Batista Nobre.

„Die zwei Wochen haben mir gezeigt, dass es zwar überaus wichtig ist, die traurigen Seiten zu betrachten. Aber es ist auch wichtig, positiv in die Zukunft zu blicken und daran zu denken, dass wir helfen können. Zu sehen, wie schlecht es den Menschen in den Townships geht und andererseits zu erleben, wie viel eine einzelne Gruppe Jugendlicher bewegen kann, hat mir gezeigt, dass auch wir als Unisono so weitermachen müssen. Die Reise war einfach unglaublich beeindruckend, überwältigend und eindrucksvoll“, fasst Antonia ihre Erfahrungen zusammen.


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