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12.12.2013, 17:30 Uhr

Stadtrat ist jetzt am Zuge

Ein Kommentar von Burkhard Müller


Einstimmig hat sich der Ortsrat Brögbern gegen den geplanten Bau eines Krematoriums in Brögbern ausgesprochen. Foto: Burkhard MüllerEinstimmig hat sich der Ortsrat Brögbern gegen den geplanten Bau eines Krematoriums in Brögbern ausgesprochen. Foto: Burkhard Müller

Lingen. Der Ortsrat Brögbern hat sich mit seinem „Nein“ zum Bau eines Krematoriums den rund 700 Bürgern, die sich schriftlich gegen eine Einäscherungsanlage ausgesprochen haben, gebeugt. Wie viele der insgesamt 2390 stimmberechtigten Bürger im Ortsteil sich für oder gegen ein Krematorium ausgesprochen hätten, bleibt am Ende unbeantwortet.

Nun hat also der Ortsrat abgestimmt – nach Stimmungslage und ohne sachliche Argumente. Das haben selbst CDU-Ortsbürgermeister Ludger Ströer und sein SPD-Kollege im Ortsrat, Heiner Krämer, in der Sitzung unumwunden zugegeben. Setzt damit am Ende der, der am lautesten protestiert, auch seinen Willen durch?

Sterben gehört zum Leben. Insofern sollte man immer einen angemessenen Kompromiss zwischen ethischen Gesichtspunkten wie der Pietät und den Belangen der Anwohner oder anderweitig Betroffener finden. In Brögbern wäre ein solcher Kompromiss möglich gewesen.

Nun liegt die Entscheidung beim Stadtrat. Es ist ihm zu wünschen, dass sich das Votum an sachlichen Kriterien orientiert sowie an den heutigen und zukünftigen Bedürfnissen der Menschen ausrichtet– ohne Fraktionszwang und in geheimer Abstimmung.


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