Bürgerinitiative übergibt Liste 726 Unterschriften gegen Krematorium in Brögbern

Eine Liste mit 726 Unterschriften übergab Hubert Zumbeel an Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone. Foto: Thomas PertzEine Liste mit 726 Unterschriften übergab Hubert Zumbeel an Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Vertreter der Bürgerinitiative in Brögbern, die sich gegen den möglichen Bau eines Krematoriums in ihrem Ortsteil aussprechen, haben in der Sitzung des Lingener Stadtrates am Mittwochabend insgesamt 726 Unterschriften an Oberbürgermeister Dieter Krone überreicht.

Wie mehrfach berichtet, wird als möglicher Standort für ein Krematorium der Bereich links an der Duisenburger Straße in Richtung Langen an der „Kapelle“ favorisiert. Ein konkreter Bauantrag liegt derzeit noch nicht vor. In einer Bürgerversammlung Anfang November hatten die Investoren Einzelheiten des Vorhabens vorgestellt.

In der Einwohnerfragestunde machten Hubert Zumbeel, Gregor Dust, Christel Pollmann und weitere Vertreter der BI noch einmal unmissverständlich deutlich, dass sie eine solche Anlage in Brögbern nicht haben wollen. Sie verwiesen unter anderem auf das seinerzeit ebenfalls ablehnende Votum aus dem Ortsteil Darme und auf ungeklärte gesetzliche Mindestanforderungen, was mögliche Emissionen anbelangt. In Brögbern würden die Bürger ohnehin bereits über alle Maßen belastet. „Hier stinkt es eh schon, dann kann ja auch noch ein Krematorium dazukommen“, hieß es.

„In Darme waren die Bürger dagegen, also wurde nicht gebaut. In Brögbern sind die Bürger auch dagegen, also wird hier auch nicht gebaut. Fertig.“ Viel Applaus bekam ein Bürger für diese Feststellung.

Es meldete sich aber auch eine Brögbernerin, die zugezogen ist und an ihrem früheren Wohnort in der unmittelbaren Nähe zu einem Krematorium gelebt hat. Sie habe keine Probleme damit. „Das ist eine völlig normale Bestattungsform, auch günstig“. Nicht alle Brögberner seien gegen diese Anlage. „Es sind beide Strömungen da“, sagte sie.

Oberbürgermeister Dieter Krone sicherte den Vertretern der Bürgerinitiative weiterhin absolute Transparenz zu, was das weitere Verfahren anbelangt. Noch stehe man am Anfang. Der Ortsrat werde sich in seiner nächsten, natürlich öffentlichen Sitzung mit dem Thema befassen, dann die Fachausschüsse und am Ende der Lingener Stadtrat als oberstes Entscheidungsgremium. „Ich nehme das hier sehr ernst“, sagte der Oberbürgermeister weiter. Er selbst habe bereits eine Vielzahl von Gesprächen mit Bürgern geführt. Auch die Versammlung vor wenigen Tagen habe dem Ziel einer möglichst frühzeitigen und umfassenden Bürgerbeteiligung gedient.

Krone erinnerte auch daran, dass die einzelnen Stellungnahmen im Vorfeld bereits zu konkreten Ergebnissen geführt hätten, was die Größe der Anlage anbelange. Sie sei nämlich gegenüber früheren Vorstellungen deutlich reduziert worden. Und wenn nun behauptet werde, dass solche Vereinbarungen in einem städtebaulichen Vertrag ja auch aufgekündigt werden könnten, dann gehe dies nur, wenn es beide Seiten täten.

In weiteren Tagesordnungspunkten befasste sich der Rat mit der Aufstellung von Bebauungsplänen in den Ortsteilen Baccum-Ramsel und in Holthausen. Beide wurden mit großer Mehrheit abgesegnet. Das Gleiche galt für die Änderung der Hundesteuersatzung. Ab dem 1. Januar 2014 werden für den Ersthund 60 Euro (derzeit 46), für den Zweithund 80 und für jeden weiteren Hund 100 Euro pro Jahr erhoben. Der durchschnittliche Steuersatz für den Ersthund beträgt in Niedersachsen 78,60 Euro.


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