Altarweihe am ersten Advent Kirche Maria Königin in Lingen in neuem Glanz

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Lingen. Wer zu Hause schon einmal renoviert hat, weiß um die Mühen und Überlegungen, die so eine Wohnungserneuerung mit sich bringt. Viele Planungen, viel Arbeit, hohe Kosten, aber auch die Vorfreude auf das neue Heim und um wie viel schöner das Leben dort sein wird. Wenn das Haus Gottes renoviert wird, ist das ganz genauso.

Pfarrer Jens Brandebusemeyer ist der weltliche Hausherr der Kirche Maria Königin , und bei ihm laufen die Fäden der Runderneuerung dieser Lingener Pfarrkirche zusammen. Zum Heimwerkern gibt es dennoch Unterschiede: Zum einen ist eine Kirche ungleich größer als eine gewöhnliche menschliche Behausung, zum anderen ist der oberste Hausherr Gott, und da gilt es, das eine oder andere Ritual einzuhalten. Damit dies alles gelingt und zum Wiedereinzug am 1. Dezember alle Arbeiten abgeschlossen sind, hat Pfarrer Brandebusemeyer nicht nur den göttlichen Segen, sondern auch eine Menge helfender Hände.

Da ist zum einen Klaus Susok, der mit seinem Architekturbüro Krämer und Susok für die Baupläne und deren korrekte Ausführung sorgt. „Wenn bei Baumaßnahmen etwas schiefgeht, liegt das meistens an Kommunikationspannen. Deshalb bot sich dieses Architekturbüro an“, freut sich der Pfarrer, dass er mit Susok nicht nur einen Täufling der Gemeinde, sondern auch ein Mitglied des Sanierungsausschusses zur Seite hat.

„Ich selber finde es besonders schön, meine Heimatkirche umgestalten zu dürfen. 1960 wurde ich hier getauft“, bekennt der Katholik. Aus dem Bauausschuss des Kirchenvorstandes und aus dem Pfarrgemeinderat heraus ist 2011 ein Sanierungsausschuss gebildet worden. „Hierzu waren außerdem noch interessierte Gemeindemitglieder eingeladen. Die Gemeinde soll sich in der neuen Kirche wiederfinden“, betont Brandebusemeyer die Gründung eines solchen sonst nicht standardmäßig vorhandenen Ausschusses. In insgesamt 22 Sitzungen haben sich die Mitglieder informiert und beraten. Die Entscheidung für den Freiburger Künstler Tobias Eder wurde zum Beispiel von diesem Sanierungsausschuss getroffen. Er hat mit dem neuen Altar, dem Ambo (Rednerpult), dem Priestersitz und dem Leuchter für die Osterkerze, dem Vortragekreuz und dem Sockel des Taufbrunnens aus hellem Baumberger Sandstein die wichtigsten gegenständlichen Neuerungen eingebracht. Alles soll heller und freundlicher wirken.

Muff und Dunkelheit sind weg aus Gottes „Wohnzimmer“. Muff? „Der alte Beichtstuhl ist entsorgt worden, weil er wirklich muffig und schimmelig war“, berichtet Pastor Brandebusemeyer mit einem entsprechenden Gesichtsausdruck. Gebeichtet werden darf künftig in einem Seitenflügel des Altarraumes, und dort soll die anonyme Beichte, die sogenannte Ohrenbeichte, genauso möglich sein wie das offene Beichtgespräch.

Das alte Wandmosaik hinter dem Altar ist von seinem dunkelgrünen Hintergrundanstrich befreit worden und wirkt wie neu dadurch. Durch gläserne Wände und Türen ist ein Vorraum geschaffen worden, den es so vorher nicht gab. Ab dem 1. Dezember kann jeder die Kirche in ihrer neuen Form besichtigen. Eine Besonderheit, die nicht alle Tage vorkommt, kann jedoch nur sehen, wer am ersten Advent um 11 Uhr zur Altarweihe kommt. „Die Reliquien der frühchristlichen Märtyrer Auctus aus Amphipolis (Makedonien) und des Bischofs Eumenius aus Gortyna (Kreta) werden im neuen Altar wieder bestattet. Sie liegen seit der Erbauung der Kirche 1954 im Altar und bekommen im neuen Altar wieder eine Grabstätte. Das ist das einzige Mal, dass an einem Sonntag Bauarbeiten in der Kirche erlaubt sind“, weist der Pfarrer auf die Anwesenheit eines Maurers hin. Dass auch der Weihbischof dabei sein wird, ist selbstredend.

Bauchronik: Die Kirche wurde 1954 erbaut. 1986 gab es eine größere Sanierung des Fußbodens, der uneben und feucht war.1995 erfolgte der Umbau der Marienkapelle.

2004 war die Außenrenovierung mit einem neuen Dach an der Reihe. 2013 folgte der Ersatz des Altarprovisoriums, des Ambos usw. durch Sandstein, Neuausrichtung der Altarinsel, neue Bestuhlung, Innenanstrich, Schaffung eines gläsernen Vorraumes, Runderneuerung der Heizung, Reinigung der Orgel. Die Gesamtkosten betragen 600000 Euro; 300000 Euro werden vom Bistum getragen,300000 Euro müssen von der Pfarrgemeinde aufgebracht werden.150000 Euro sind bereits durch Spenden eingegangen. 150000 Euro müssen noch aufgebracht werden.

Spendenkonto: Stichwort „Sanierung MK-Kirche“, Sparkasse Emsland BLZ 26650001,Kontonummer 79095.


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