Mahnung zum Frieden Kriegerdenkmal in Lengerich neu gestaltet


Lengerich. Das zu einer würdigen Mahn- und Gedenkstelle umgestaltete Kriegerdenkmal an der Kirchstraße in Lengerich ist am Samstagabend bei einer Gedenkfeier im Rahmen des Volkstrauertages unter großer Beteiligung der Bevölkerung eingeweiht worden. Vorausgegangen waren intensive Beratungen im Rat und in der Gemeinde.

Im Rahmen der Städtebausanierung und der Dorferneuerung sei der Wunsch nach einer Umgestaltung des Denkmals entstanden. Es sei ein „emotionales Thema“ gewesen, erklärte Bürgermeister Gerhard Wübbe. Er sei überzeugt, dass die Gedenkstelle durch ihre zentrale Lage und die neue Gestaltung zu einem Anziehungspunkt für alle Bürger werde.

Wübbe und Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn dankten der Gemeinde für die große Beteiligung bei der Beratung. „Viele haben sich mit der Kultur des Gedenkens auseinandergesetzt“, so Lühn. Auch deshalb sei die Neueinweihung ein ganz besonderer Tag für die Gemeinde Lengerich. Bei Errichtung des ursprünglichen Denkmals habe der überwiegende Teil der Bevölkerung die Opfer der Kriege gekannt, nun habe man sich erneut mit dem Thema beschäftigt und viele Eindrücke gewonnen. „Ich bin dankbar, in einer Generation leben zu dürfen, die den Krieg nicht miterleben musste“, sagte der Verwaltungschef.

Bereits 1922 wurde das Mahnmal auf dem Marktplatz der Gemeinde errichtet, 1953 wurde es an den Ort an der Kirchstraße verlegt und 1966 durch die Namen der Gefallenen aus dem Zweiten Weltkrieg ergänzt. Die neu gepflasterte Fläche mit vier Gedenkstelen und den originalen Namenstafeln sowie zwei Informationstafeln und Sitzbänken wurde von dem Künstler Mandir Tix entworfen. Die Kosten der Erneuerung betrugen 85000 Euro.

Pfarrer Heiner Mühlhäuser und Pastorin Frauke Schäfer weihten die neue Gedenkstelle ein. „Wir leben heute in Europa in einer Zeit des Friedens. Das nehmen manche als selbstverständlich hin“, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Bernd-Carsten Hiebing. „Dabei gibt es viele Menschen, die auch heute ohnmächtig dem Krieg gegenüberstehen.“ Auch Pastorin Frauke Schäfer nahm den Volkstrauertag zum Anlass, um auf Gewalt in der heutigen Zeit hinzuweisen. Es bedürfe keiner Kriegserklärung, damit Menschen unterdrückt und getötet würden. „Deshalb ist es gut, gegen den Krieg zu sein, aber noch wichtiger, aktiv für den Frieden einzutreten“, meinte Schäfer.

Bei der Planung der Gedenkstelle wurde ein Beleuchtungskonzept erarbeitet, sodass die Gedenkstelen und die Tafeln mit den Namen auch bei Dunkelheit sichtbar sind. Kreisrat Marc-André Burgdorf zeigte sich von der Atmosphäre der Gedenkstelle beeindruckt. Er sagte, der Volkstrauertag bringe die Menschen in einen Zwiespalt von Verachtung gegenüber Kriegen einerseits und einem würdevollen Gedenken der Toten, die als Soldaten oft selbst getötet hätten. „Es ist kein abstraktes Gedenken unbekannter Toter, sie waren Menschen wie wir. Das dürfen wir nicht vergessen“, betonte Burgdorf.

Bürgermeister Gerhard Wübbe und die Gemeinde wünschen sich nun, dass die Neugestaltung des Kriegerdenkmals Bürger zum Innehalten anregt und auch das Bedürfnis nach Informationen über die Kriege und ihre Opfer weckt.


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