Gabriele Beckmann stellt aus Bilder voller Kontraste in der JVA Lingen

Von Manfred Buschhaus

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Einen Rundgang durch die aktuelle Ausstellung in der JVA Damaschke machten (von links) Roland Schauer, Eckard Ströder und Gabriele Beckmann. Foto: Manfred BuschhausEinen Rundgang durch die aktuelle Ausstellung in der JVA Damaschke machten (von links) Roland Schauer, Eckard Ströder und Gabriele Beckmann. Foto: Manfred Buschhaus

mb Lingen. „Die Zeit hat Flügel“ – Unter diesem Motto zeigt die Justizvollzugsanstalt (JVA) Damaschke im Foyer und den Gängen des Verwaltungsgebäudes eine Ausstellung von Bildern der in Wuppertal geborenen und jetzt in Lähden lebenden freischaffenden Künstlerin Gabriele Beckmann.

Die Ausstellung wurde vor zahlreichen Besuchern durch Anstaltsleiter Roland Schauer und mit einer Einführung durch Eckard Ströder, Dozent für bildende Kunst, eröffnet. Sie kann noch bis zum 6. Februar mittwochs von 17 bis 19 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung (0591/ 6100-6) besichtigt werden.

„Ich male aus Freude an der Malerei und aus leidenschaftlichem Gestaltungswillen“, sagt Gabriele Beckmann über ihre Motive.

Ausgeliefert den vielen widerstreitenden Eindrücken und fast ohne eigenes Zutun wird man mitgerissen auf die Wege, aber auch einige Abwege der neuzeitlichen Kunstgeschichte. Ein Werden, eine Entwicklung der Künstlerin ist unverkennbar, auch wenn die Hängung der Arbeiten nicht der Chronologie zu folgen scheint.

Distanzierter Eindruck

In einer feinsinnigen Huldigung wird der Besucher im Eingang und dem Foyer von großformatigen Blumenbildern einladend empfangen. Entweder werden die Blüten im Detail gezeigt oder eine Totale eines Feldrains. Gemein ist fast allen ihre duftige Farbe meist aus dem kalten Teil des Farbkreises, sodass ein morbider, distanzierter Eindruck bleibt.

Trotzdem muss man schon einen sehr unschuldigen Blick haben, um nicht die erotischen Anspielungen in den Arrangements der offenen Blütenkelche mit den sich räkelnden Staubgefäßen zu sehen.

So fügt sich alles in die Blumenwiese ein. Von dieser Vieldeutigkeit leben die Bilder. Ein wahres Kontrastprogramm wartet in einem Seitenraum mit zwei großformatigen in den Raum komponierten weiblichen Akten.

Der erste Flur ist der „abstrakten Abteilung“ vorbehalten. Nach einigen Versuchen zum Thema Farbflächen-Malerei wird der Besucher mit Zitaten zu Arbeiten des katalanischen Surrealisten Joan Miró konfrontiert, ein stärkerer Kontrast zu dem bisherigen scheint kaum denkbar.

Überrascht steht man vor den teilweise kleinformatigen Bildern mit ihrer Vielfalt an schematisierten Formen, den satten kontrastreichen Farbflächen und den vielen überraschenden Elementen. Der zweite Flur ist wieder gegenständlichen Arbeiten vorbehalten und enthält einige beschaulich idealisierende Genrebilder des Landlebens, die hart an Kitsch zu grenzen scheinen.


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