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Kultur an elf Stationen Zahlreiche Besucher bei Lingener Kulturnacht


Lingen. Im Verlaufe der 2. Lingener Kulturnacht ist vielerorts ein ansehnlicher Publikumszuspruch zu verzeichnen gewesen. Mit elf interessanten Anlaufpunkten boten die Lingener Kulturinstitutionen ein Angebot, das in Gänze gar niemand allein wahrnehmen konnte. Anhand der übersichtlich gestalteten Flyer musste man sich also ein eigenes Programm zusammenstellen.

Den Anfang machten bereits am Nachmittag die „Lingener Kunstwege“, die als Ausstellung in den Schaufenstern der Innenstadt bereits am Nachmittag eröffnet wurden (siehe Bericht auf dieser Seite). Eine Anleihe an diesem Namen nahm die Musikschule, die mit den „Lingener Musikwegen“ vier weitere Stationen des Abends anlief, um mit einigen ihrer Ensembles kleine Konzerte aufzuführen. Start war im Emslandmuseum zwischen den Vitrinen, wo es im Anschluss ein dichtes Netz aus Führungen und Märchenlesungen und später sogar noch einen Feueralarm zu erleben gab. Es ging weiter zur Kunstschule, wo das gleiche Programm inmitten einer Ausstellung mit überlebensgroßen Gesichtern erklang, während vor der Tür Angebote für Kinder und Hungrige aufgebaut waren. Hungrige standen auch gern vor der köstlichen Falafel-Theke in der Kunsthalle, der dritten Musikwege-Station. Hier bot man zuvor ebenfalls Aktionen für Kinder und Führungen an. Die vierte und letzte Station war dann die Stadtbibliothek, wo die Musikschüler eine kleine musikalische Pause zwischen etlichen Lesungen von Autoren der Schreib- und Literaturwerkstätten verantworteten.

Der Garten, die Mode, Kreisverkehr in England und wie es mit van Goghs Ohr wirklich passierte – die Themenvielfalt der Geschichten, die in den Schreibwerkstätten der VHS entstehen, ist so bunt wie das Leben. Diese bunte Vielfalt präsentierten neun Frauen, die in der Schreibwerkstatt ihr Talent entfalten. Die gemütliche Ecke mit dem roten Sofa in der Jugendabteilung der Stadtbücherei war der richtige Ort, um entspannt den poetischen, lustigen, traurigen und nachdenklichen Geschichten zu lauschen. Nur etwas mehr Zuhörer hätte man den Vorleserinnen gewünscht.

Führungen und Filmvorführungen gab es derweil im Centralkino wie auch im Stadtarchiv. Hingegen rockte es im Kulturforum St. Michael mit Pete und Marlene Budden sowie auf der Marktplatzbühne, wo Pignose & the Bluesmobile den Sommer ausriefen. Nicht weniger als 14 Musiker, sechs Frauen und acht Männer, begeisterten das Publikum mit Musik von den Blues Brothers über Joe Cocker bis zu modernen Arrangements. „Wir spielen heute unentgeltlich für das Project ,help – Hilfe zur Selbsthilfe für Projekte in Südafrika‘“, sagte Bandmitglied Georg Köhler.

Bunt und auf mehreren Ebenen war im TPZ nicht nur der Joghurt, den es hier in allen erdenklichen Farbrichtungen zu probieren gab. Als Schule der Sinne führte ein Gang aus Licht, Klang und anderen Installationen dorthin. Vorbei am Marionettentheater, bei dem man heute hinter die Kulissen schauen durfte. Auf der Bühne innen gab es erzählte Märchen für Erwachsene und Sketche vom Seniorentheater, später Chansons mit Elisabeth Tondera. Draußen vor der Tür tanzten und sangen Schülerinnen von Irina Kempel, die eine farbenfrohe und ansteckende Revue präsentierten.

Am Ende war dies doch eine erfolgreiche und erfreuliche Kulturnacht.

Trotz des durchwachsenen Wetters lockte das Programm etliche Zuschauer auf den Marktplatz. Den Anfang machten „De Dreihdanzers ut Lingen“. Diese 1992 gegründete Volkstanzgruppe mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ist weit über die Grenzen hinaus bekannt.

Im Anschluss trat die Folkloregruppe „Rossinka“ (übersetzt „Tautröpfchen“) in selbst gefertigten Trachten auf. Sie begeisterte die Zuschauer mit altrussischen Volksliedern und Tänzen.


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