„Fliegendem Auge“ entgeht nichts Lingener Drohne soll Energieanlagen überwachen

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Lingen. Dem „fliegenden Auge“ von Bernd Jansen entgeht nichts, auch nicht der Rost auf der Kirchturmuhr in Baccum.

Auf dieses Objekt hat der Unternehmer aus dem Lingener Ortsteil Baccum nämlich mit Unterstützung von Pascal Janßen vom Verein „Forschung und Technik“ einen „Hexakopter“ ausgerichtet, eine sechsarmige „Drohne“, bestückt mit einer Spezialkamera. Acht Arme wird der „Oktokopter“ von Jansen nach der Fertigstellung haben, mit dem der 63-Jährige die Gründung einer neuen Firma verbindet.

„Tedro-jan“ wird diese heißen, wobei „jan“ für Jansen steht und „Tedro“ auf die Wörter Thermie (Wärmemenge) und Drohne verweist. Mit dem Einsatz des rund 50000 Euro teuren Fluggerätes ist der Unternehmer nicht rostigen Kirchturmuhren auf der Spur.

Bestückt mit einer hochauflösenden Wärmebildkamera, möchte Jansen ein breites Einsatzspektrum anbieten: Vorrangig die Luftüberwachung von Fotovoltaikanlagen, Industrie- und Windkraftanlagen, aber auch die Suche nach vermissten Personen ist möglich, außerdem die Brandnachsorge bei Gebäuden. Jansen, Inhaber einer Firma für Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärbau in Baccum-Ramsel, ist nach eigenen Angaben in der Region der erste Unternehmer mit einem solchen Angebot.

Insbesondere beim Einsatz der 80 Zentimeter großen Drohne im Bereich der Fotovoltaik sieht der Unternehmer viele Einsatzmöglichkeiten. Der Ausfall von Zellen oder durchgebrannte Dioden seien auf dem ersten Blick nicht erkennbar, führten aber zu erheblichen Ertragseinbußen.

Solche Defekte entgehen der Wärmebildkamera von Jansen nicht, die aus luftiger Höhe mit dem „Oktokopter“ gestochen scharfe Bilder von den schadhaften Stellen liefern wird. Sie ist außerdem schnell und flexibel einsetzbar. Wo anderswo Anlagenprüfungen aus der Luft den Einsatz von Spezialleitern oder gar Hubschraubern notwendig machen, schraubt sich Jansens „Oktokopter“ in Sekundenschnelle in die Höhe und fliegt akkubetrieben die Flächen ab. Die maximale Flugzeit beträgt rund 15 Minuten.

Der Unternehmer hat inzwischen mehrere Lehrgänge besucht, um das Hightech-Gerät vom Boden aus zielgenau steuern zu können. Anträge beim Luftfahrtbundesamt, um den „Oktokopter“ überhaupt einsetzen zu dürfen, sind ebenfalls gestellt.

Mitglieder des Vereins „Forschung und Technik“ aus Lingen sind derzeit dabei, den „Oktokopter“ von Jansen zusammenzubauen. Der Baccumer hat mit den technikbegeisterten jungen Leuten eine Kooperation vereinbart. Als Gegenleistung für ihre Unterstützung stellt Jansen ihnen für ihren Hexakopter ebenfalls eine Wärmebildkamera zur Verfügung. „Wir wollen sie für unser Projekt ‚Retter aus der Luft‘ benutzen", berichtete Pascal Janßen. Der 23-jährige Lingener studiert in Enschede Elektrotechnik. Der Verein möchte mit dem Einsatz der Kamera aus der Luft Rehkitze und andere Tiere lokalisieren und sie so in der Erntezeit vor dem Tod durch den Mähdrescher schützen. Das „fliegende Auge“ ist eben vielseitig einsetzbar.

Weitere Infos: Bernd Jansen, Tel.: 0591/48742, Handy: 0170/5418000.


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