Vier Monate geschlossen? Campus Lingen: Streit um Öffnungszeiten der Mensa

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Irritationen um den Betrieb der Mensa gibt es auf dem Campus Lingen schon vor der Fertigstellung. Foto: Dominik AmelsbergIrritationen um den Betrieb der Mensa gibt es auf dem Campus Lingen schon vor der Fertigstellung. Foto: Dominik Amelsberg

Lingen. Die Mensa auf dem Campus Lingen nimmt den Betrieb erst in einem Monat auf. Doch schon jetzt gibt es Streit um die Öffnungszeiten. Erste Pläne des Studentenwerks Osnabrück, das die Mensa betreiben wird, schmecken Vertretern der Studierenden nicht.

Die Essenausgabe in der Mensa soll von 12 bis 14 Uhr erfolgen - aber nur acht Monate im Jahr. „In den Semesterferien im Februar, Juli, August und September sind kaum Studierende vor Ort und deshalb bleibt die Mensa geschlossen“, schreibt Annelen Trost, Leiterin Hochschulgastronomie beim Studentenwerk Osnabrück, in einer E-Mail vom 28. Mai, deren Text der Lingener Tagespost vorliegt. Dem widerspricht Dennis Waldeck. „Von den über 900 Studierenden am Institut für Duale Studiengänge ist ständig die Hälfte vor Ort“, sagt der Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA). Hinzu kämen die Mitarbeiter, Dozenten und eine unbestimmte Zahl Studierender anderer Institute, die wegen Prüfungen, Praktika oder einfach zum Lernen anwesend seien. Waldeck fordert eine Öffnung der Mensa während des gesamten Jahres.

Auch die Zeiten der Essensausgabe kritisiert Waldeck. „Die sind nicht kompatibel mit dem Vorlesungsplan. Dort gibt es keine fest vorgesehene Mittagspause.“ So dauerten beispielsweise am Institut für Kommunikationsmanagement Vorlesungen bis 11.45 Uhr. Schon um 12.15 gehe der Lehrbetrieb weiter. Die Pause sei zu kurz, um in einer Mensa, die um 12 Uhr mit der Speiseausgabe beginne, zu Essen. „Diese Zeiten kenne ich nicht“, sagt Trost dazu. „Die Gestaltung der Pausenzeiten obliegt der Hochschule“. Sie habe die Öffnungszeiten der Mensa aus den Daten abgeleitet, die Professor Frank Blümel, Dekan der auf dem Campus Lingen beheimateten Fakultät für Management, Kultur und Technik der Hochschule Osnabrück, ihr mitgeteilt habe.

Zur geplanten Schließung der Mensa in vier Monaten des Jahres könne sie noch nichts sagen. Trost, die sich offensichtlich nicht an ihre eigene E-Mail erinnert, verweist an die Geschäftsführerin des Studentenwerkes, Birgit Bornemann. „Es kann durchaus sein, dass wir die Mensa in den Semesterferien geschlossen haben“, erklärt diese. Die Öffnungszeiten richteten sich nach dem Bedarf. Darüber müsse in den zuständigen Gremien erst noch beraten werden. „“Wir schauen uns genau an, wer wann da ist.“ Danach würden Bedarf und betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte über die Öffnung der Mensa entscheiden. Bornemann rechnet mit einem Defizit der Lingener Mensa von 300000 Euro. Vor diesem Hintergrund betont sie: „Wir machen keine Mensa auf, wenn keiner essen will.“

Das lässt Waldeck so nicht stehen. Jede Mensa arbeite defizitär. „Wenn eine Mensa in Lingen betrieben wird, dann bitte richtig und nicht halbherzig“. Zudem solle der Raum der Mensa auch für studentische Veranstaltungen genutzt werden können.

Die Mensa in Lingen wird laut Trost 16 neue Arbeitsplätze schaffen, darunter vier Vollzeitstellen und zwölf Teilzeitstellen mit unterschiedlichen Stundenkonstellationen. Was mit dem Personal passiert, wenn die Mensa tatsächlich vier Monate im Jahr geschlossen bleibt, kann Bornemann noch nicht sagen. „Da gibt es in vergleichbaren Fällen sehr individuelle Lösungen.“ Eine Nutzung der Mensa durch Verpflegungsteilnehmer von außerhalb der Hochschule sei nicht angedacht. „Unsere Aufgabe ist es, die Studierenden zu versorgen.“


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