Übernachtung im Zelt Spannende Erfahrungen für Mädchen im THW-Camp

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Aus sicherer Entfernung beobachten Mädchen des MinT-Projektes, was passiert, wenn man versucht, einen Fritteusenbrand mit Wasser zu löschen.Aus sicherer Entfernung beobachten Mädchen des MinT-Projektes, was passiert, wenn man versucht, einen Fritteusenbrand mit Wasser zu löschen.

Lingen. Übernachtungen im Zelt bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, Strom vom Generator und nur kaltes Wasser. Was klingt wie eine Übung der Bundeswehr, gehört zu den Erfahrungen der rund 30 Mädchen der Gesamtschule Emsland und des Schulzentrums Lohne, die während des Projektes MinT (Mädchen in Technik) eine Nacht auf dem Übungsgelände des THW in Nordhorn verbracht haben.

Damit sind auch schon alle negativen Aspekte der 14- bis 16-Jährigen genannt. Tagsüber waren Mitarbeiter des THW Lingen und der Freiwilligen Feuerwehr Lohne damit beschäftigt, den Schülerinnen Interessantes aus ihrem Arbeitsalltag zu zeigen. An mehreren Stationen galt es, Aufgaben zu erfüllen.

An der ersten Station ging es um Aufbau und Funktionsweise eines Wasserpumpgerätes für den Einsatz bei Hochwassern und Überschwemmungen. Die Pumpe schafft 5000 Liter pro Minute. Mit dieser Pumpe war das THW Lingen auch beim Elbehochwasser im Einsatz. Die Schülerinnen mussten hier alle Vorkehrungen treffen, damit die Pumpe in Betrieb genommen werden konnte. Dazu gehörten Schläuche- tragen und deren schwere Metallverbindungen mit einem Metallschlüssel zu verbinden. Die Schülerinnen waren überrascht, wie vieler Arbeitsschritte es bedarf, bis die Pumpe dann Wasser aus einem auf dem Gelände befindenden Teich gepumpt hat. An der nächsten Station durften die Mädchen selbst mit einem Bohrhammer einen Betonklotz bearbeiten und kennenlernen, wie ein THW-Helfer nach einem Gebäudeeinsturz oder einem Erdbeben zu verschütteten Personen vordringt. Natürlich waren entsprechende Schutzmaßnahmen wie Ohrschützer, Schutzbrille und Sicherheitsschuhe obligatorisch.

Wie man eine große und mehrere Tonnen schwere Betonplatte mit einer hydraulischen Spreize und einem Hebekissen anheben und wieder senken kann, lernten die jungen Damen an der nächsten Station. Sie erfuhren, dass ein Hebekissen da zum Einsatz kommt, wo kein Bagger oder Hebel greifen kann und Verschüttete befreit werden müssen.

Dass es ganz schön schwer ist, mit einer 20 Kilogramm schweren Atemschutz-Ausrüstung durch einen Tunnel zu kriechen, erfuhren die Schülerinnen an der anstrengendsten Station. Die Aufgabe hier war, durch ein enges Tunnelsystem aus Betonröhren zu kriechen und „verletzte Mitschüler“ zu retten. Die Röhren sollen dünne Schächte unter Einsturztrümmer simulieren. Uwe Beel vom THW zeigte Techniken, die die Rettung erleichtern.

Nicht so anstrengend, aber umso spannender ging es an der Station der Feuerwehr Lohne zu. Die jungen Männer zeigten zunächst den richtigen Umgang mit einem Feuerlöscher. Dann durften alle Schülerinnen selbst mit einem Feuerlöscher einen „kleinen Brand“ löschen. Dass man bei einem Fritteusenbrand, den man versucht, mit Wasser zu löschen, so kaum eine Überlebenschance hat, wurde bei einem Experiment deutlich. Hierzu setzte ein Feuerwehrmann in Schutzkleidung eine Tasse Fett in Brand, und per Seilzug wurde aus sicherer Entfernung eine kleine Menge Wasser in das Fett gekippt, wodurch es zu einer explosionsartigen Stichflamme kam.

Mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen kehrten die Mädchen, begleitet von Gerrit Herbers und Marita Greiten vom Schulzentrum Lohne, Bernd Reitz von der Gesamtschule Emsland sowie Martin Meyners, Carsten Gött, Alfons Moss und Anja Windus von den Berufsbildenden Schulen, nach den zwei Tagen zurück.


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