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Stadt will Bäume erhalten Feltrup: Linden an der Adolfstraße in Lingen werden nicht eingehen

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Die Baumpflege ist nach den Worten von Gärtnermeister Horst Feltrup eine wichtige Aufgabe des Lingener Bauhofes. Auf dem Foto zeigt er einen Birkenstamm, der durch Pilzbefall zerstört wurde. Foto: Ludger JungeblutDie Baumpflege ist nach den Worten von Gärtnermeister Horst Feltrup eine wichtige Aufgabe des Lingener Bauhofes. Auf dem Foto zeigt er einen Birkenstamm, der durch Pilzbefall zerstört wurde. Foto: Ludger Jungeblut

Lingen. Gärtnermeister Horst Feltrup, der beim Bauhof der Stadt Lingen für die Baumpflege im Stadtgebiet verantwortlich zeichnet, teilt nicht die Einschätzung des zertifizierten Baumkontrolleurs Peter Musekamp aus Lingen, dass die Winterlinden an der Adolfstraße nach Kappung und Beschnitt eingehen werden.

„Linden vertragen derartige Maßnahmen gut“, meinte Feltrup in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Zur Begründung verwies er darauf, dass alle Linden in der Feldstraße einen ähnlichen Beschnitt vor circa vier Jahren überstanden hätten. Feltrup: „Im Zuge des Ausbaues der Adolfstraße einschließlich Neuverlegung von Kanalisation, Gehweg und Straßenbelag war es nicht zu umgehen, das Wurzelwerk der Linden teilweise einzukürzen. Um danach die Statik zu gewährleisten, war ein starker Beschnitt der Kronen notwendig.“

Sicherungspflicht

Die Stadt lege prinzipiell großen Wert darauf, alte Bäume möglichst lange zu erhalten. Als Beispiel nannte er die Eiche im Rondell Langschmidtsweg/Teichstraße in Nähe des Linus-Bades. Dieser Baum sei von Pilzbefall mit einsetzender Fäulnis betroffen. Weil er aber vermutlich noch eine Lebenserwartung von einigen Jahren habe, sei auf die Fällung verzichtet worden. Aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht habe man aber den Baum beschneiden müssen, um zu verhindern, dass morsche Äste auf die Fahrbahn fielen oder Menschen, die sich bei einer nahe gelegenen Bushaltestelle aufhielten, gefährdet würden.

Der Gärtnermeister des Bauhofes räumte ein, dass der Baum im beschnittenen Zustand „nicht schön“ aussieht, aber „ein gutes Austriebsvermögen besitzt“.

Bei allen Bemühungen, Bäumen optimale Lebensbedingungen zu ermöglichen, habe die Verkehrssicherungspflicht Vorrang, betonte der Gärtnermeister. „Deshalb sind wir gehalten, bei der Baumpflege oft immer wieder Kompromisse einzugehen.“

Überprüfungen

Nach Angaben von Feltrup werden 15000 Bäume im Stadtgebiet zweimal jährlich in belaubtem und unbelaubtem Zustand von vier Mitarbeitern des Bauhofes darauf überprüft, ob und welche Maßnahmen erforderlich sind.

Zum Glück gebe es inzwischen im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten durch Züchtung Baumsorten, die sich gut in Städten verwenden ließen und wenig Probleme bereiteten. Als Beispiel nannte er die kleinkronige Lindensorte „Tilia Rancho“. Derartige Bäume seien zum Beispiel an der Rheiner Straße in Höhe des Famila-Marktes gepflanzt worden.

Der Gärtnermeister lud Baumkontrolleur Musekamp zu einem Gespräch im Bauhof ein, um sich in Sachen Baumpflege auszutauschen. „In der Sache liegen wir gar nicht so weit auseinander“, meinte Horst Feltrup.


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