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Erinnerung an Ex-Umweltminister Werner-Remmers-Patt ist in Lingen-Biene eingeweiht worden

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Lingen. Die westlichen Anwohner der Bonhoeffer-, der Calvin- und der Ringstraße in Biene wohnen jetzt mit ihren Gärten am Werner-Remmers-Patt. Nach dem ersten Rektor des Ludwig-Windthorst-Hauses (LWH) ist seit dem 19. März der Fußweg benannt, der von der Ecke Im-Kamp-Hoog/Honlenwehrstraße bis zum Treffpunkt der Gerhard-Kues-Straße/Im-Kamp-Hoog führt.

„Vor etwa anderthalb Jahren haben die Ehrenortsräte Bernd Kloppe und Ernst Thole den Antrag gestellt, eine Straße in Holthausen-Biene nach Werner Remmers zu benennen“, erzählt Ortsbürgermeister Uwe Dietrich. Die Idee traf direkt auf Zustimmung, und bei der Stadt Lingen habe sich der Ortsrat den Namen schützen lassen. Ausgewählt werden sollte ein Weg, der mit Werner Remmers’ Leben zu tun hatte. Der bis dato namenlose Pfad, der hinter dem LWH und den aufgeführten Siedlungsstraßen entlangführt, ist ein beliebter Spazierweg, den auch Remmers am Abend mit seiner Frau gern entlang flanierte, wenn er von seinen Landtagsgeschäften aus Hannover heimkehrte.

Remmers galt als bodenständig und „nicht hochtrabend“. Eine Frau, die dies bestätigen kann, obschon sie es zuerst gar nicht glauben wollte, ist Theresa Rohde. Die 55-jährige Polin, die jetzt ebenfalls am Werner-Remmers-Patt wohnt, arbeitet seit zwanzig Jahren in der Hauswirtschaft des LWH. „Leni Hütten, die Haushälterin von Werner Remmers, hatte mich gefragt, ob ich ihm Polnisch beibringen könnte. Sie benötigte fast anderthalb Jahre, um mich dazu zu überreden. Ich habe mich einfach nicht getraut“, blickt Rohde zurück. Dann aber habe sie sofort gemerkt: „Er war wirklich bodenständig und liebenswert. Was er lernen wollte, war das Vaterunser und ein wenig Grundwortschatz.“ Als Präsident des Maximilian-Kolbe-Werkes war ihm dies wichtig.

„Etwa zwei Jahre lang besuchte ich ihn zweimal wöchentlich. Jedes Treffen haben wir mit dem Vaterunser begonnen“, schildert seine Lehrerin die Begegnungen. Das war, als Remmers schon erkrankt war. „Bei meinem letzten Besuch im Krankenhaus konnte er nicht mehr sprechen, aber als ich für uns gemeinsam auf Polnisch gebetet habe, hat er gelächelt.“ Auch Michael Brendel, Studienleiter am LWH, hat von seinem Vater, der in den 70er-Jahren Referent dort war, gehört, dass ein täglicher Besuch in der Kapelle für Remmers dazugehörte. Werner Remmers und das LWH, das gehört zusammen, und das ist nun im Werner-Remmers-Patt manifestiert. Und auf noch eines wies der heutige LWH-Leiter hin: „Am 25. August können wir das 50-jährige Bestehen des Hauses feiern.“


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