Stephan Mathias hat Leitung Tierschutzverein Lingen stellt sich neu auf

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<em>Mit den Tieren auf „Du und DU“:</em> der 2. Vorsitzende Stephan Mathias mit einem American Bulldog. Foto: Burkhard MüllerMit den Tieren auf „Du und DU“: der 2. Vorsitzende Stephan Mathias mit einem American Bulldog. Foto: Burkhard Müller

Lingen. Doris Schaffron, langjährige ehrenamtlich engagierte Tierschützerin, hat ihr Amt als 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Lingen und Umgebung aus „persönlichen Gründen“ niedergelegt. Bis zur nächsten Hauptversammlung, die in den kommenden Wochen stattfinden soll, vertritt Stephan Mathias, 2. Vorsitzender und seit vielen Jahren aktiver Tierschützer, den Verein nach außen.

Lautes Hundegebell ist zu hören – die Vierbeiner sind ganz aufgeregt, weil die ersten ehrenamtlichen Helfer an diesem Abend sich anschicken, mit den Tieren spazieren zu gehen. Weniger aufgeregt gibt sich der 2. Vorsitzende, der gerade seine erste Besprechung mit den Tierheimhelfern beendet hat. „Doris Schaffron hat sehr viel Zeit und Arbeit in den Verein gesteckt – ein Engagement, das wir, weil wir auch alle berufstätig sind, erst einmal kompensieren müssen“, erklärt Mathias und ergänzt: „Wir müssen jetzt vieles neu organisieren und koordinieren, um einen strukturierten Betrieb des Tierheims auch weiterhin gewährleisten zu können.“

35 Hunde, 120 Katzen, zwei Kamerunschafe und zehn Kleintiere wollen natürlich auch weiterhin, dass ihnen größtmögliche Aufmerksamkeit geschenkt wird. Aufmerksamkeit heißt aber nicht nur „Gassi gehen“, sondern auch, dass die Tiere bei ihrer Aufnahme tierärztlich untersucht, geimpft, gechippt und gegebenenfalls auch kastriert werden müssen. Das alles koste natürlich Geld, ebenso wie das Haus und die angestellten Mitarbeiter. „Kosten, die erst einmal erwirtschaftet werden müssen“, macht der 2. Vorsitzende deutlich. „Wir leben hier augenblicklich von der Hand in den Mund.“

Ein Blick durch den Veranstaltungsraum im Tierheim macht deutlich, wie man hier versucht, die Kosten zu deckeln. Accessoires rund um Hund und Katze, die natürlich käuflich zu erwerben sind, sollen finanziellen Druck mildern helfen. Zudem machen verschiedene Flyer darauf aufmerksam, dass unter anderem am 6. Oktober der Welttierschutztag ansteht, an dem natürlich auch viele Aktivitäten rund um das Tierheim stattfinden. „Mit dem Geld was wir hier mit Kaffee und Kuchen einnehmen, können wir aber nicht wirklich planen“, erläutert Mathias. „Richtig planen können wir nur mit den Jahresbeiträgen unserer Mitglieder und deswegen wäre es schön, wenn noch mehr Tierfreunde den Weg zum Tierheim finden würden.“

Auf die Frage an den 2. Vorsitzenden, wie es um den ehemaligen „Kunden“ Stadt Lingen bestellt sei, die bereits seit einigen Jahren mit dem Tierheim in Wilsum zusammenarbeite, antwortete der 2. Vorsitzende: „Wir werden uns natürlich an der nächsten Ausschreibung der Stadt beteiligen und wir wären selbstverständlich glücklich, wenn die in Lingen und Umgebung aufgegriffenen Tiere nicht in die Grafschaft verfrachtet, sondern hierher in die Husarenstraße gebracht würden.“ Im gleichen Atemzug ergänzt er: „Das wäre auch für diejenigen, die ihre Tiere zurückholen wollen, eine große Erleichterung, denn: Wer möchte schon gern bis nach Wilsum fahren, um seinen Dackel wieder abzuholen, wo wir doch ein Tierheim in Lingen haben?“

Keinen Zweifel lässt der 2. Vorsitzende daran, dass der Verein sich auch weiterhin für die Tiere einsetzen möchte. „Wir müssen uns halt nur neu strukturieren, damit die Arbeitsbelastung für alle auch erträglich ist“, betont Mathias abschließend, um anschließend seinem eigentlichen Beruf nachzugehen – als Krankenpfleger im Justizvollzugsdienst.


Die Stadt Lingen wäre froh darüber, wenn die in Lingen und Umgebung aufgefundenen Tiere auch wieder in das Tierheim in Lingen gebracht werden können. Das haben am Freitag Erster Stadtrat Ralf Büring und Katrin Möllenkamp, Fachbereichsleiterin Bürgerservice Recht und Ordnung, auf Anfrage unserer Zeitung erklärt. „Wir werden in 2014 eine neue Ausschreibung für die dann kommenden drei Jahre starten und es wäre natürlich schön, wenn dabei das Tierheim in Lingen zum Zuge käme“, erklärte der Erste Stadtrat. Gleichzeitig betonte Büring aber auch, dass man mit der Arbeit des Tierheims in Wilsum sehr zufrieden ist. Bekräftigt wurde das auch durch die Fachbereichsleiterin, die ergänzte: „Wir haben mit dem zuständigen Veterinäramt unangekündigt eine Begehung vorgenommen und es war alles in Ordnung. Es gibt also nichts auszusetzen.“ Wie der Erste Stadtrat weiter betonte, lege man Wert auf einen verlässlichen Ansprechpartner, der aufzeigen könne, wie in dem Tierheim gearbeitet werde. Nach wie vor stelle die Stadt das Gelände rund um das Tierheim an der Husarenstraße dem Verein kostenlos zur Verfügung. „Wir verzichten in diesem Fall auf die Erbbauzinsen, weil das den Verein nur zusätzlich belasten würden“, sagte Büring und betonte: „Schön wäre es, wenn wir möglichst bald mit dem neuen Vorstand ein Gespräch führen könnten.“

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