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Welche Energie hat Zukunft? „Verlängerung so kurz wie möglich“

Von Claudia Hermeling

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Lingen. Solar- und Windenergie, Wasserkraft, Erdwärme und Biomasse sollen in Zukunft die Stromversorgung der Welt sichern. Aber auch die Atomkraft hat noch nicht ausgedient.

Der Streit um Letztere ist jetzt neu entbrannt, die Regierungsparteien streiten mit den Energieversorgern über Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke. Per Gesetz von 2002 müssen alle Atomkraftwerke nach 32 Volllast-Betriebsjahren vom Netz genommen werden. Demnach würde das letzte Atomkraftwerk 2021 vom Netz gehen, und der Bau weiterer Kraftwerke ist nach diesem Gesetz untersagt. In unserer Frage der Woche wollten wir wissen: „Wie stellen Sie sich die Energieversorgung der Zukunft vor?“

„Wenn man als Lingener mit dem Atomkraftwerk aufgewachsen ist, hat man keine Angst davor, man kennt es nicht anders“, sagt Sonja Berg. „Trotzdem ist es wünschenswert, dass es irgendwann abgeschaltet wird, natürlich nur, wenn vernünftige Alternativen wie Sonnen- und Windenergie gesichert sind. Auch sollten die damit verbundenen Arbeitsplätze nicht verloren gehen“, betont die Lingenerin. „Irgendwann wird die Technik so weit sein, aus diesen alternativen Energiequellen genug Strom zu bekommen. Das ist wichtig für die Umwelt und auch für die nachfolgende Generation. Trotzdem sollte man nicht noch mehr Gelder dort hineinstecken. Die Gelder, die fließen, müssen ausreichen. Woanders ist der Bedarf auch groß“, schließt die 37-Jährige.

„Ich bin für den Atomausstieg, weil es einfach zu risikoreich ist. Wenn es jetzt eine Laufzeitverlängerung gibt, sollte sie so kurz wie möglich sein“, sagt Nicole Wolters aus Meppen. Dabei macht sich die 40-Jährige keine Gedanken um die Arbeitsplätze: „Solar- oder Windkraftwerke müssten auch betrieben werden. Hier gibt es bestimmt genug Möglichkeiten. Die Energie der Zukunft steckt für mich in Wind- und Wasserkraft und in Solarenergie. Die Technik müsste allerdings noch weiter ausgebaut werden“, findet Nicole Wolters abschließend.

Auch Jörg Böhm meint: „Die Natur hat viel zu bieten: Biomasse, Wind, Sonne, Wasser und Erdwärme. Allerdings wird es noch dauern, bis diese Energiequellen für Strom sorgen können. Die Technik ist zwar da, aber noch nicht ausgereift, deshalb muss in diese Forschung noch mehr Geld und Arbeit hineingesteckt werden. Die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke sollte nicht länger als fünf bis sechs Jahre dauern“, so der 36-Jährige. „Wir sind hier in Lingen ja direkt betroffen. Ich fühle mich zwar sicher, aber man hört oft in den Medien von Vorfällen und Unfällen in Atomkraftwerken. Auch will sich keiner wirklich mit dem entstehenden atomaren Müll auseinandersetzen. Hier gibt es noch keine vernünftige Lösung“, sagt Böhm schließlich.

„Die Energieversorgung für die Zukunft sollte möglichst ohne das Atomkraftwerk erfolgen“, findet auch Dirk Tiemeier aus Osnabrück. Dennoch sei Fakt, so der 49-Jährige, dass das zurzeit noch nicht machbar sei. „Eine solche Energieversorgung wäre jetzt noch viel zu teuer. Aber das Umdenken hat schon stattgefunden,“ betont Tiemeier.


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