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Suche nach alten Beiträgen Über 500 Zeitungsbände lagern im Lingener Archiv

Von Carsten van Bevern


Lingen. „Ich suche die Tageszeitung vom 1. Juli 1936. An diesem Tag ist mein Vater geboren worden, undda möchte ich ihm die Zeitung von damals gerne schenken.“

Mit Wünschen wie diesen kommen viele Menschen in die Baccumer Straße 22 am Rande der Lingener Innenstadt – hier befinden sich im Gebäude der Stadt- und Hochschulbibliothek die Räume des Lingener Stadtarchivs. Historische Zeitungen werden zwar nicht verkauft, aber doch aufbewahrt – eben für die Nachwelt archiviert.

Das ganze Jahr über werden die Exemplare der Lingener Tagespost sowie desEL-Kuriers gesammelt. „Anfang des Jahres geben wir sie dann zu einem Buchbinder in Osnabrück“, erklärt Stadtarchivar Stephan Schwenke. Jetzt sind gerade die neuesten zu großen Büchern gebundenen Zeitungen aus dem Jahr 2010 geliefert worden, und das Archiv ist damit wieder auf dem aktuellsten Stand.

Seit November 2007 sammelt der Archivar die Zeitungsausgaben allerdings auch im digitalen PDF-Format, sodass auch Nachfragen nach aktuellen Tageszeitungen bearbeitet werden können. Alle Zeitungen, die vor dem Jahr 1964 erschienen sind, liegen zudem auf Mikrofilm vor. Archivmitarbeiter Uli Brinker kann hier direkt von den Filmen Abzüge von einzelnen Artikeln oder ganzen Zeitungsseiten machen. Aus Kostengründen wurde auf diese Verfilmung seitdem allerdings verzichtet.

Recherchiert man nach Tageszeitungen, fällt auf, dass es in Lingen in manchen Jahren auch mehr als eine Tageszeitung gegeben hat: So erschien zum Beispiel am 1. Juli 1936 nicht nur das Lingener Kreisblatt (1835 bis 1937), sondern auch die Neuen Volksblätter mit einem Lokalteil. Und erst im Juni 1936 hatte der katholisch geprägte und zentrumsnahe Lingener Volksbote (1869 bis 1936) sein Erscheinen eingestellt beziehungsweise einstellen müssen. Ab 1946 erschien dann die Lingener Tagespost.

Arbeitskreis Zeitung

Zum Preis von einem Euro je Seite (plus eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 2,50 Euro) werden die Seiten kopiert, und einem originellen Geschenk zum Geburtstag oder einem besonderen Jubiläum steht nichts mehr im Wege. „Was wir allerdings brauchen, ist das genaue Datum der gewünschten Zeitung. Die einzelnen Artikel sind nämlich nicht verschlagwortet, sodass man nicht einfach im PC ,Handball‘, ,Endspiel‘ und ,1951‘ eingeben kann und man dann automatisch zu dem entsprechenden Artikel geführt wir“, erklärt Schwenke.

Helfen können hier aber die Ergebnisse des vom ehemaligen Stadtarchivar Ludwig Remling geleiteten Arbeitskreises Zeitung: Bis zu zehn historisch interessierte Lingener sind seit mittlerweile 25 Jahren dabei, alle Lokalzeitungen zu lesen und die wichtigsten Ergebnisse heraus zu schreiben.

Nähere Infos im Stadtarchiv unter Tel. 0591/9167111 sowie unter www.lingen.de.


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