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Als große Persönlichkeit gewürdigt Dr. Werner Remmers wurde am Freitag in Lingen zu Grabe getragen

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Dr. Werner Remmers. Foto: dpaDr. Werner Remmers. Foto: dpa

Lingen. Unter großer öffentlicher Beteiligung wurde am FreitagnachmittagDr. Werner Remmers auf dem Friedhof in Holthausen-Biene zu Grabe getragen. Er war ein Emsländer, der es mit großer Tatkraft verstanden hat, vieles zu bewegen und sich und sein Lebenswerk damit unvergessen zu machen. Werner Remmers wurde 80 Jahre alt.

Nur wenige, aber ausdrucksstarke Worte schmückten auch das „Totenkärtchen“, das den vielen Trauernden am Eingang der St.-Marien-Kirche übergeben wurde: „God is myn Leidsmann“ (Gott leitet mich) stand dort, verbunden mit einem Foto aus dem Papenburger Hafen. Dieser einfache und doch sehr klare Satz, der alte Leitspruch der Papenburger Seefahrer, mit dem sie hinaus in die Meere der Welt fuhren, prägten auch seinen Lebensinhalt, wie Pastor Franz Bernhard Lanvermeyer in seiner Predigt betonte.

Zuvor hatte Bernhard Remmers als ältester Sohn die vielen Freunde und Weggefährten seines Vaters aus Berlin, Hannover und dem Emsland begrüßt. Remmers berichtete von dem Wirken seines in Papenburg geborenen Vaters und erzählte auch von einem Gebet, das sein Vater einst geschrieben und bei der Beerdigung eines nahen Nachbarn verlesen hatte. Die Schlusszeile lautete sinngemäß: „Der Tod ist nicht das letzte Wort.“

„Ein langer Leidensweg ist nun zu Ende gegangen, den Werner Remmers mit viel Würde ertragen hat“, berichtete Lanvermeyer aus den vergangenen Jahren.

Im November 1999 habe Remmers seinen ersten Schlaganfall erlitten, der ihn halbseitig lähmte. Ein zweiter Schlaganfall traf ihn im Dezember 2009. „Seit dieser Zeit konnte Werner Remmers nicht mehr sprechen. Ein Mann, der viel Mutterwitz hatte, über eine ungeheuere Schlagfertigkeit verfügte und als begnadeter Rhetoriker galt: Wie sehr muss ihn gerade diese Krankheit getroffen haben.“

Eine Gottesgewissheit

Lanvermeyer berichtete weiter, dass Werner Remmers die Kraft für seinen Weg in der Politik u.a. als Umwelt- und Kultusminister, sein mit Herzblut geprägtes Engagement für die deutsch-polnische Versöhnung, die Gründung der katholischen Akademie in Berlin und die Gründung der LudwigWindthorst-Stiftung durch eine „grundsätzliche Gottesgewissheit“ gewonnen habe.

„Auf diesem Fundament hat der Verstorbene vieles aufgebaut und von dort aus nach den wichtigen Dingen im Leben unserer Gesellschaft gesucht“, betonte der Geistliche.

Dass es dabei, gerade vor dem Hintergrund der pluralistischen Gesellschaft, auch immer wieder zu Kompromissen gekommen sei, habe ihn nicht von seiner Arbeit ablenken können. „Im Gegenteil: Der Kompromiss war für ihn kein Schimpfwort, sondern ein Ausdruck des täglichen Zusammenlebens.“

Dabei sei Werner Remmers stets eine im Denken unabhängige Persönlichkeit gewesen und habe sich auch deshalb oft und gern mit Querdenkern umgeben.

Auch Generalvikar Theo Paul würdigte das Leben des tiefgläubigen, aber nicht frömmelnden Katholiken: „Das beste Beispiel dafür ist die Gründung der Ludwig-Windthorst-Stiftung. Damit hat er gerade jungen Menschen die Möglichkeit gegeben, sich in besonderem Maße gesellschaftlich und kirchlich zu engagieren.“ Nicht nur sein begeisterter Einsatz gerade für junge Menschen bedeute für das Bistum einen schmerzlichen Verlust.

Werner Remmers wird durch seine Worte und Taten in vielen Herzen weiterleben.


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