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Containerklassen ohne Schallschutz Bei Hagel oder Regen kaum Unterricht in Lingen-Damaschke möglich

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Lingen-Damaschke. Heftiger Kritik aus dem Lingener Stadtteil Damaschke sieht sich zurzeit die Lingener Stadtverwaltung ausgesetzt. Der Grund sind katastrophale hygienische und bauliche Zustände in der Grundschule Damaschke und dem nur 30 Meter entfernten, gegenüberliegenden Kindergarten.

Um unter anderem diesen Missständen entgegenzutreten, hat sich jetzt in Damaschke ein Netzwerk für „KiD’s“ (Kinder in Damaschke) gegründet. Über die Problematik in den beiden Häusern und Containerdörfern sprachen Anna Matern-Band, Dennis Dickebohm, Reinhold Semper, stellvertretender Schulelternratsvorsitzender, Nicole von Garrel, stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende (Kindergarten) und Anita Willms als Leiterin des Kindergartens mit der Lingener Tagespost.

Kein Wasseranschluss

Rund 35 Schüler (zwei Klassen) von insgesamt 92 Mädchen und Jungen werden nun bereits im zweiten Jahr in zwei Containern unterrichtet. Diese verfügen weder über irgendwelche Sanitäreinrichtungen noch über auch nur einen einzigen Wasseranschluss. Muss also einer der Kurzen einmal zur Toilette, muss er erst bei Wind und Wetter quer über den Hof rennen, um in das Hauptgebäude zu gelangen. Auch nach einem Erste-Hilfe-Raum hält man vergebens Ausschau – trotz eindeutiger Vorschriften.

Bei starkem Regen oder Hagelschauer sei ein Unterricht in diesen „Klassen“ kaum noch möglich, weil es deckenseitig keinen Schallschutz gebe. Auch fehle es an Betreuungs- sowie Speiseräumlichkeiten, und zudem müsse der Unterricht aus Platzmangel auf den Fluren der Container stattfinden, wie die „Netzwerker“ der LT berichteten. Semper: „Aufgrund des Platzmangels haben wir bei der Stadt um einen dritten Container gebeten, den wir aber bis heute, sprich dem Ablauf der Hälfte des Schuljahres, noch nicht erhalten haben.“

Keine Planungen bekannt

Zudem seien dem Netzwerk auch keine Planungen der nach ihrer Meinung unumgänglichen Baumaßnahmen bekannt: „Man könnte glauben, dass die Mädchen und Jungen in diesem Stadtteil anscheinend nur als Schüler zweiter Klasse gelten“, kritisieren die Mitglieder des Netzwerkes scharf in Richtung Rathaus. Ein weiteres Mal werde sehr deutlich, dass der Stadtteil Damaschke offensichtlich über keine politische Lobby verfüge, bedauerten die Gesprächspartner unserer Zeitung unisono.


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