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Unternehmer gründet Stiftung Liesen: Rosemeyer als Lingener Ehrenbürger

Von Thomas Pertz


Lingen. An diesem Donnerstag wird in Lingen die „Bernd-Rosemeyer-Stiftung“ gegründet. Impulsgeber der Gründung ist der Lingener Heinrich Liesen. Für den Unternehmer, der ein großer Fan der am 28. Januar 1938 im Alter von nur 28 Jahren tödliche verunglückten Lingener Rennsportlegende ist, geht damit ein großer Wunsch in Erfüllung. Es ist aber nicht sein einziger. „Ich könnte es mir vorstellen, dass Bernd Rosemeyer eines Tages Ehrenbürger dieser Stadt wird“, meinte Liesen.

Der Sportler, am 14. Oktober 1909 in Lingen geboren, war einer der berühmtesten deutschen Automobilrennfahrer vor dem Zweiten Weltkrieg. Verheiratet war er seit 1936 mit Elly Beinhorn, einer damals berühmten Fliegerin. Mit ihr hatte Rosemeyer einen Sohn, Bernhard jr., der in München lebt und gute Kontakte zu Liesen pflegt.

Er ist bei der Stiftungsversammlung am Donnerstag ebenso dabei wie beim Golfcup am Samstag im Golfclub Emstal, der auch unter dem Namen seines Vaters veranstaltet wird. Der Mediziner aus München wird am Sonntag auch an der ADAC-Oldtimer-Classic-Rallye des MSC Bernd Rosemeyer und an der „Euregio-Fünf-Städte-Tour“ teilnehmen. Außerdem findet am Freitag, 21. Juni, ein Konzert der „dire strats“ im Alten Schlachthof in Lingen statt, das von der neuen Stiftung gesponsert wird. Die Band erinnert an die Musik der berühmten Dire Straits.

Liesen ist sich durchaus darüber im Klaren, dass sein Wunsch nach einer Ehrenbürgerschaft für Rosemeyer auch Kritiker auf den Plan rufen wird, die an dessen SS-Mitgliedschaft während der Zeit des Nationalsozialismus erinnern . Dies solle auch keinesfalls ignoriert werden, sagte der Oldtimerfreund. Richtig sei aber eben auch, dass eine Sportkarriere während der Zeit des Nationalsozialismus nur durch eine Mitgliedschaft in der NSDAP möglich gewesen sei.

Der Lingener Unternehmer verweist auch darauf, dass Rosemeyer bei seinen öffentlichen Auftritten zumeist im Anzug erschienen sei. „Seine bevorzugte Uniform“ bei öffentlichen Auftritten war nicht die SS-Uniform, sondern, sehr zum Leidwesen der SS, sein Tiroleranzug mit Hut und Feder, welches ja ausreichend durch Fotos dokumentiert worden ist“, sagte Liesen.

Er freute sich darüber, dass die Bernd-Rosemeyer-Stiftung nun ihre Arbeit aufnehmen kann. An der Gründungsversammlung am Donnerstag werde auch Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone teilnehmen.

Als Stiftungsziele nannte Liesen die Förderung von Sportlern mit Handicaps, die Unterstützung von alleinerziehenden Müttern mit Kindern und das Sponsoring von Motorsportveranstaltungen. „Wir wollen mit der Stiftung den Namen Bernd Rosemeyer, der insbesondere im Ausland große Wertschätzung genießt, positiv rüberbringen“, unterstrich der Geschäftsmann abschließend.