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Polizei ermittelt Briefkasten vor Robert Koops Haus in Lingener Innenstadt gesprengt

Ein Bild vom Tatort in der Bauerntanzstraße 12, wo der Lingener Kommunalpolitiker Robert Koop wohnt. Foto: privatEin Bild vom Tatort in der Bauerntanzstraße 12, wo der Lingener Kommunalpolitiker Robert Koop wohnt. Foto: privat

pe Lingen. In der Nacht zum Samstag ist der Briefkasten vor dem Haus des Lingener Kommunalpolitikers Robert Koop in der Bauerntanzstraße durch einen unbekannten Sprengkörper zerstört worden. Die Polizei nahm noch in der Nacht ihre Ermittlungen auf. Koop kandidiert für die Wählervereinigung Die Bürgernahen. Gegenüber unserer Zeitung zeigte sich der Rechtsanwalt am Samstagvormittag gelassen, sagte aber auch, „dass unsere Nachbarn im Haus richtig geschockt waren“. In einer ersten Stellungnahme zeigten sich die Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen schockiert über den Vorfall.

Der Jurist war auf einer Veranstaltung von Justizangehörigen, als er die Nachricht bekam. „Um 1.37 Uhr erhielt ich von meinem Sohn eine SMS, das im Haus etwas explodiert sei und bin dann sofort nach Hause gegangen“, berichtete Koop am Samstag auf Anfrage unserer Zeitung. Der Briefkasten an der Haustür in der Bauerntanzstraße 12 sei regelrecht weggerissen worden, sagte Koop. „Das war nicht einfach so ein kleiner Böller“, beschrieb er die Wirkung der Detonation. Das ganze Treppenhaus sei verqualmt gewesen. Auf die Frage unserer Zeitung, ob der Vorfall etwas mit seiner politischen Arbeit zu tun habe, sagte Koop: „Tiefer hängen, das sind Pappnasen“. Er habe in seinem beruflichen und politischen Leben so viel erlebt, dass er solche Ereignisse nicht an sich heranlasse. „Vielleicht hat das mit mir auch gar nichts zu tun. Mit taten vor allen Dingen unsere Nachbarn leid. Die waren richtig geschockt.“

„Mit Abscheu“ hat der Ortsvereinsvorstand und die Stadtratsfraktion der Grünen die Attacke auf das Haus der Familie Koop verurteilt. „Leider hat sich in Lingen - vermutlich bei Einzeltätern - ein abartiges Verhalten entwickelt. Wenn Gegnern die Argumente ausgehen, dann überschreiten sie in der letzten Zeit leider häufiger die üblichen Grenzen, und das schadet dem Zusammenleben in unserer Stadt“; erklärten die Grünen am Samstag in einer ersten Stellungnahme.

Sie erinnerten in diesem Zusammenhang an die Granatenattrappe vor dem Haus des ehemaligen Oberbürgermeisters Pott. „Aber auch Mitglieder der Grünen werden immer wieder Opfer von anonymen Beschimpfungen und Angriffen. Einem Mitglied wurde ein Päckchen Hühnerkot zugeschickt, ich bekam dieser Tage ein gefälschtes Flugticket, durch das ich aufgefordert wurde, nach New York auszuwandern“, erklärte die Fraktionsvorsitzende Birgit Kemmer gegenüber unserer Zeitung. „Wir können alle Politikerinnen und Politiker nur eindringlich auffordern, in ihrem jeweiligen Umfeld für mehr Toleranz und einen fairen Umgang zu werben. Attacken wie diese dürfen sich nicht mehr wiederholen!“, heißt es in der Erklärung der Grünen.

 

 


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