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Zu hohe Preise? Linus in Lingen: „Schwimmzeit ist für den Preis zu kurz“

Von Claudia Hermeling

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Lingen. Pünktlich zu Ferienbeginn und mit Abschluss der Arbeiten für die neue Saunalandschaft hat das Linus in Lingen seine Eintrittspreise erhöht. Besucht ein Vater mit seinem vierjährigen Sprössling das Linus für eineinhalb Stunden hat er vor drei Wochen – bei deutlich reduzierten Baustellenpreisen – noch 3,50 Euro bezahlt und muss jetzt 8 Euro berappen. Daher unsere Frage der Woche: „Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis im Linus noch?“

Petra Roling hat zwei Kinder und findet nicht, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis noch stimmt: „Es war für Familien schon vorher teuer, ins Linus zu gehen. Will ich mit meinen Kindern für eineinhalb Stunden schwimmen gehen, zahle ich jetzt 11,50 Euro, für vier Stunden muss ich 15,50 Euro zahlen. Durch die Familienkarte spare ich auch nur 50 Cent. Die Preise kann man sich nicht leisten, wenn man alleinerziehend ist“, findet die 36-Jährige. „Besonders der 1,5-Stunden-Tarif ist zu teuer“, meint die zweifache Mutter weiter. „Wenn man die Zeit fürs Duschen, Umziehen und Haareföhnen abzieht, ist die eigentliche Schwimmzeit für den Preis zu kurz. Hinzu kommt, dass die Föhne ständig defekt sind und man hier Wartezeit einrechnen muss. Kein Wunder, wenn man dann die Zeit überzieht, aber schon nach zehn Minuten Karenzzeit muss ich den Preis für den nächsten Tarif nachzahlen. Das sollte gestaffelt werden.“ Ebenso sei das Freibad zu teuer: „Schade für Familien, die nicht in den Urlaub fahren können und hier auch noch rechnen müssen. Früher gab es für das Freibad Saisonkarten“, betont Petra Roling.

Auch Susann Wittkopf aus Fürstenau hat sich an der Kasse erschrocken: „Mein Mann und ich haben zusammen mit unserem vierjährigen Kind 15 Euro für vier Stunden gezahlt. Dabei haben wir die vier Stunden noch nicht einmal voll genutzt, weil die Zeit vor allem für ein vierjähriges Kind zu lang ist“, betont die junge Mutter: „Wo ist eigentlich die Möglichkeit geblieben, das Linus für drei Stunden zu besuchen? Und warum kommen Vierjährige nicht mehr kostenfrei rein?“, fragt sie weiter.

„Linus hinkt hinterher“

„Wir kommen aus Fürstenau und haben die Möglichkeit, nach Ibbenbüren oder Quakenbrück zu fahren. Jetzt werden wir neu vergleichen – zumal in Ibbenbüren eher ein Spaßbad mit Springbrunnen, Höhlen und Wellenbad geboten wird. Hier hinkt das Linus mit seinem Angebot hinterher – nicht aber bei den Eintrittspreisen. Familien, die auf jeden Cent achten müssen, können sich das nicht mehr leisten.“

Ansgar Lager aus Spelle hat für sich und vier Kinder 15 Euro Eintritt für vier Stunden Schwimmzeit bezahlt und meint: „Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, zumindest im Vier-Stunden-Tarif. Das Linus ist gepflegt und sauber. Dann ist man auch bereit, etwas mehr Geld zu zahlen.“ Dennoch sei der Preis für den Kurzzeittarif im Verhältnis zu den vier Stunden zu teuer. „Es ist nicht machbar für Familien, in eineinhalb Stunden wieder aus dem Bad zu sein. Würde diese Zeit auf zweieinhalb Stunden erhöht, würde sich bestimmt niemand beschweren“, glaubt Lager. „Für den Single ist es einfach, die Zeit einzuhalten, dem macht auch die Preiserhöhung kaum etwas aus. Aber gerade Familien darf man nicht schröpfen. Hier muss der Betreiber überlegen, wie er das gerechter gestalten kann. Außerdem muss beim Nachzahlen gestaffelt werden.“

Heidrun Richtering ist Frühschwimmerin und konnte am Dienstag vor zwei Wochen noch für zwei Euro schwimmen gehen, und zwei Tage später kostete der Eintritt plötzlich einen Euro mehr: „Es war Zufall, dass wir das Geld dabei hatten, sonst wären wir noch nicht einmal rein gekommen“, so die 65-Jährige. „Drei Euro ist viel Geld, und wir schwimmen ja auch noch draußen. Wenn man zweimal die Woche hingeht, um etwas für die Gesundheit zu tun, kostet das pro Person 24 Euro im Monat, was gerade für Rentner viel Geld ist. Auch kann man mit den Enkeln nicht mehr so oft schwimmen gehen. Schließlich bleibt es ja nicht beim Schwimmen, die wollen dann auch noch etwas essen und trinken und dann wird es schnell zu teuer“, meint die Lingenerin.


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