zuletzt aktualisiert vor

Firmengründer im Interview Rosen will sich noch breiter in der Hochtechnologie aufstellen – und plant in Lingen eine bilinguale Grundschule

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

<em>Hermann Rosen</em>
              Foto: RosenHermann Rosen Foto: Rosen

Lingen. Aus dem operativen Geschäft der weltweit tätigen Rosen-Gruppe zieht sich der Firmengründer Hermann Rosen nach und nach zurück. Über den Übergang zu einer familienfremden Managementlösung und Zukunftspläne bis hin zur konkreten Idee, in Lingen eine bilinguale Grundschule einzurichten, äußerte sich Rosen in einem Interview mit unserer Zeitung:

Herr Rosen, für Ihre Nachfolge setzen Sie auf „Fremdmanagement“. Bleibt Rosen ein Familienunternehmen?

Es ist Teil der Unternehmensstrategie, die jeweiligen Funktionen mit den am besten geeigneten und verfügbaren Personen zu besetzen, losgelöst von Nationalität oder sonstigen nicht fachlichen Kriterien. Dies trifft ebenso für den Geschäftsführer der gesamten Gruppe zu. Allein schon altersbedingt wäre die jetzige Nachfolge innerhalb der Familie nicht sinnvoll. Zu einem späteren Zeitpunkt ist dies offen – aber grundsätzlich nur, wenn die Eignung im Fremdvergleich gegeben ist. Die Familie wird aber in das von Familien- und Fremdmitgliedern besetzte „Board“ eingebunden. Dort werden die langfristigen Ziele bestimmt sowie der Unternehmenserfolg kontrolliert. Die Familie hat somit langfristig eine entscheidende Funktion.

War die Familie von vornherein mit dem „Fremdmanagement“ einverstanden?

Nein. Erst längere Gespräche mit einem im Bereich „Family Business“ seit Jahrzehnten bekannten Experten haben sie von diesem seit vielen Jahren geplanten Ansatz überzeugt.

Rosen ist bisher organisch gewachsen und damit weitgehend unabhängig. Sind auch künftig Börsengänge oder die Übernahme fremder Unternehmen ausgeschlossen?

Das nachhaltige Wachstum stand bisher in Balance zu den stetig erforderlichen Anpassungen in der Organisation, der Verfügbarkeit und Entwicklung der Mitarbeiter sowie der Wachstumsfinanzierung durch Eigenmittel. Ein größeres Wachstum hätte leicht zu Verzerrungen führen können. Eine Übernahme fremder Firmen kann dagegen im Einzelfall sinnvoll sein, um sich zum Beispiel einen schnelleren Zugang zu einem neuen Markt oder einer neuen Technologie zu verschaffen.

Wie wird Rosen sich weiterentwickeln?

Insbesondere in den letzten Jahren hat das Unternehmen eine sehr breite und solide Plattform geschaffen, um sich auch in anderen Geschäftsfeldern zu betätigen, in denen künftig anspruchsvolle Technologien erforderlich sind. Gerade im Bereich Forschung und Entwicklung muss sehr langfristig, oft für mehr als zehn Jahre, geplant werden. Dies schließt das Umfeld mit ein, wie zum Beispiel unseren schon existierenden Rokids-Kindergarten, eine bilinguale Grundschule oder Experimentierwerkstatt für Jugendliche. Sinnvoll wäre sicher auch eine Akademie, um unsere Mitarbeiter gezielt für unsere Bedürfnisse zu schulen.

Eine bilinguale Grundschule oder Experimentierwerkstatt für Jugendliche in Lingen? Existieren dazu schon konkrete Pläne?

Für die geplante bilinguale Schule sind das generelle Konzept wie auch die Baupläne bereits entwickelt. Zurzeit bemühen wir uns um die Unterstützung durch die Kommune, das Land und den Bund. Wir versuchen auch – aufgrund des verkürzten Abiturs und der damit einhergehenden reduzierten Freizeit Jugendlicher – eine Lösung für eine Experimentierwerkstatt zu finden. Wir halten eine schulunabhängige Einrichtung zur Förderung von Kreativität und technologischem Wissen bei Kindern und Jugendlichen auf jeden Fall für erstrebenswert.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN