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Stadt will mit Tierschutzverein Gespräch führen Fundtiere ab 2012 wieder in Lingen?

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Auf ein neues Zuhause wartet im Lingener Tierheim an der Husarenstraße 3 auch die sechsmonatige Rottweilerhündin Tess. Im Bild: Tierheimleiterin Doris Schaffron (rechts) und die Auszubildende Miriam Mill.Foto: Ludger JungeblutAuf ein neues Zuhause wartet im Lingener Tierheim an der Husarenstraße 3 auch die sechsmonatige Rottweilerhündin Tess. Im Bild: Tierheimleiterin Doris Schaffron (rechts) und die Auszubildende Miriam Mill.Foto: Ludger Jungeblut

Lingen. Der Tierschutzverein Lingen und Umgebung hat eine Unterschriftenaktion mit dem Ziel gestartet, dass die Fundtierunterbringung „im Interesse der Tiere und der Lingener Bürger“ wieder im Tierheim an der Husarenstraße 3 erfolgt und „die Steuergelder nicht mehr in die Grafschaft Bentheim fließen“.

Darauf machte die erste Vorsitzende Doris Schaffron (56) in einem Gespräch mit unserer Zeitung aufmerksam. Schaffron, die auch das Tierheim leitet, bat die Stadt, wieder Fundtiere aufnehmen zu dürfen.

Wegen erheblicher Differenzen mit dem Vorstand des Vereins hatte die Stadt im Jahr 2007 die Zusammenarbeit beim Thema Fundtiere beendet. Fundtiere werden seit dieser Zeit im rund 40 Kilometer entfernten Tierheim in Wilsum (Landkreis Grafschaft Bentheim) untergebracht. Bürger, die Fundtiere entdecken, sollen sich tagsüber mit dem Ordnungsamt der Stadt (Telefon 91440) und nach Dienstschluss mit der Polizei (Telefon 870) in Verbindung setzen, die ihrerseits das Tierheim in Wilsum verständigen, wenn der Eigentümer nicht kurzfristig zu ermitteln ist.

Schaffron: „Diese umständliche Prozedur führt in der Praxis immer wieder zu großen Problemen. Wenn Lingener zum Beispiel einen offenbar vermissten Hund aufgreifen, wollen sie ihn natürlich auch im Tierheim der Stadt abgeben. Sie können nicht verstehen, wenn wir ihnen sagen, dass dies bei uns nicht geht.“

Lingens Erster Stadtrat Ralf Büring zeigte unterdessen Verständnis für den Vorstoß des Tierschutzvereins Lingen. „Kollegen in der Verwaltung und ich werden im Laufe des Jahres das Gespräch mit dem Vorstand des Vereins suchen, um auszuloten, ob ab 2012 die Fundtierunterbringung wieder in Lingen möglich ist“, erklärte er auf Anfrage der Lingener Tagespost. Nach seinen Angaben läuft der Vertrag mit dem Wilsumer Tierheim am 31. Dezember 2011 aus. Mit Blick auf die Einhaltung der Kündigungsfrist müsse die Frage der Unterbringung bis September geklärt sein.

Der Erste Stadtrat nannte drei Voraussetzungen für die „Lingener Lösung“: 1. Die Tiere müssen ordnungsgemäß untergebracht werden (davon geht Büring aus). 2. Eine Unterbringung muss für die Stadt wirtschaftlich vertretbar sein. 3. Der Verein muss sich als verlässlicher Partner erweisen.

Eindringlich appellierte die Tierheimleiterin an Bürger, die ein Tier – aus welchen Gründen auch immer – nicht mehr halten können, sich im Tierheim zu melden und, wenn es die Aufnahme-Kapazität zulässt, einen Abgabetermin zu vereinbaren. Öffnungszeiten sind dienstags und donnerstags von 16 bis 17 Uhr, samstags von 15 bis 17 Uhr und sonntags von 15 bis 17 Uhr. In diesen Zeiten können Tiere vermittelt werden. Die Bürozeiten (Tel. 0591/66264) sind von montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr.

Das Tierheim vermittelt zunehmend Tiere außerhalb der Stadt- und Landesgrenzen. Viele Kunden kommen aus Nordrhein-Westfalen. Viele Bürger seien durch das Internet auf das Tierheim aufmerksam geworden. Kürzlich sei sogar ein Hund in die Schweiz vermittelt worden. Sehr hilfreich sei zudem die regelmäßige Präsenz in der WDR-Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“. Derzeit warten 32 Hunde, 73 Katzen, 14 Kaninchen und zwei Chinchillas in Lingen auf einen neuen Besitzer.

Nach Angaben von Schaffron wurden im vergangenen Jahr insgesamt 517 Tiere vermittelt. Davon waren 233 Katzen, 153 Hunde und 131 Kleintiere. Die Verweildauer für eine Katze im Tierheim betrug durchschnittlich 80 Tage, für einen Hund 60 Tage und für ein Kleintier 40 Tage. „In diesem Monat haben wir bereits wieder 50 Tieren ein neues Zuhause geben können“, freute sich Schaffron.

Weitere Informationenunter www.tierschutzverein-lingen.de


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