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Kritik am Krisenmanagement Fischsterben: „Der Landkreis scheint überfordert zu sein“

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Kein Einzelfall: ein toter Fisch am Dortmund-Ems-Kanal. Foto: BöckermannKein Einzelfall: ein toter Fisch am Dortmund-Ems-Kanal. Foto: Böckermann

Lingen/Meppen. Kritik an der Vorgehensweise des Landkreises Emsland in Sachen Fischsterben in der Ems nach dem Tankerunglück im Hafen der BP Raffinerie in Lingen hat jetzt auch Kreistagsmitglied Heiner Rehnen von den Grünen geäußert.

„Der Landkreis hätte schon spätestens nach zwei Tagen das Wasser im Kanal untersuchen müssen, weil es da schon die ersten toten Fische gegeben hat“, sagt Rehnen. Jeder Laie hätte dann erkennen können, dass das Fischsterben mit dem Schaum und dem daraus folgenden Sauerstoffmangel in Bezug stehe. „Der Landkreis hat das viel zu spät erkannt und erscheint mir in dieser Sache völlig überfordert.“ Jetzt sei der Kanal auf vielen Kilometern „tot“.

Viel zu spät sei deshalb auch der Einsatz der Feuerwehr erfolgt, die jetzt mit Pumpen versuche, Sauerstoff in den Kanal „regnen“ zu lassen.

Als „ein unmögliches Verhalten“ wertete das Kreistagsmitglied auch die Öffentlichkeitsarbeit der Geschäftsführung der BP Raffinerie, die so gar nichts zur Aufklärung der Umweltverschmutzung im Kanal beitrage. „Natürlich mussten die Feuerwehren löschen, und deshalb gilt den Frauen und Männern, die das unter Einsatz ihres Lebens getan haben, auch unser größter Dank. Hätte man allerdings eher gewusst, welche Auswirkungen der Löschschaum auf den Sauerstoffgehalt im Wasser hat, dann hätte man auch früher entsprechende Maßnahmen ergreifen können“, betonte Rehnen.

Ähnlich äußerte sich auch bei einem Krisengespräch mit dem Angelsportverein Meppen (ASV) Maria Feige-Osmers vom Bund für Umwelt und Naturschutz. „Es scheint keinen vorbeugenden Katastrophenschutzplan für einen derartigen Unglücksfall gegeben zu haben.“

Die Angler wehren sich derweil gegen den Vorwurf, sie seien lediglich daran interessiert, möglichst schnell wieder angeln zu können. „Uns geht es auch um das Ökosystem“, sagte Bodo Zaudtke vom Landesfischereiverband. Und ASV-Geschäftsführer Christoph Elbert betonte: „Selbstverständlich musste gelöscht werden, keine Frage. Aber ohne unser Drängen wäre gar nichts geschehen. Wir fühlen uns mit dem Problem alleingelassen und fordern zumindest, dass oberhalb der Schleuse Meppen das Kanalwasser wieder belüftet wird.“


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