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Einzigartiges Projekt in Europa Europäisches Theaterhaus in Lingen gegründet

Von Selina Sprick

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<em>Das Europäische Theaterhaus</em> ist im Lingener Professorenhaus untergebracht. Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone brachte das entsprechende Schild an der Mauer an, umgeben von weiteren Teilnehmern der ersten Vorstandssitzung.Das Europäische Theaterhaus ist im Lingener Professorenhaus untergebracht. Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone brachte das entsprechende Schild an der Mauer an, umgeben von weiteren Teilnehmern der ersten Vorstandssitzung.

Lingen. Im theaterpädagogischen Bereich nimmt die Stadt Lingen national bereits eine Vorreiterrolle ein. Dies verdankt sie insbesondere dem Theaterpädagogischen Zentrum (TPZ) Lingen und dem Institut für Theaterpädagogik am Campus Lingen der Hochschule Osnabrück. Jetzt gibt es eine neue Organisation, die den internationalen Erfolg fördern soll: das sogenannte Europäische Theaterhaus.

Das Europäische Theaterhaus (ETA) soll die Arbeit des Kinder- und Jugendtheaters, des Schul- und Studententheaters und der Theaterpädagogik intensivieren und verbessern, etwa durch internationale Fachtagungen oder Theaterfestivals. Mit der neuen Einrichtung schafft die Stadt Lingen etwas Einzigartiges, das es in dieser Form in Europa bislang noch nicht gibt. Denn „das ist die erste große Organisation, die das Amateurtheater und die professionelle Theaterpädagogik miteinander verbindet“, begründet Uwe Schäfer-Remmele vom Bundesverband Theaterpädagogik die Besonderheit des Europäischen Theaterhauses.

„Wir leben in einer Welt, in der man es sich gar nicht mehr leisten kann, nicht international zu denken“, sagt Tom Kraus, Leiter des TPZ Lingen und nun auch Geschäftsführer des neu gegründeten ETA.

Drei Jahre vorbereitet

Drei Jahre lang hatten die Beteiligten sich auf das Projekt vorbereitet. Die RWE Power AG am Kernkraftwerk-Standort Lingen hatte schließlich eine hohe Summe Geld gespendet, sodass die Finanzierung der Einrichtung für die kommenden vier Jahre gesichert ist. In Zukunft sollen europäische Fördergelder akquiriert werden.

Für eine Kleinstadt sei es „nicht normal“, sich derart umfassend in einem Fachbereich weiterzuentwickeln, sodass sie mit Großstädten mithalten kann, blickt Bernd Ruping von der Hochschule auf das Projekt. Das Europäische Theaterhaus diene nun als „Spielgelände, in dem neue Stränge zusammenlaufen“. Und dieses „Spielgelände“ hat eine vielversprechende Zukunft, davon ist Ruping überzeugt: „Wir können hier auf kurzen Wegen viel gestalten.“

Auf die Idee, ein Europäisches Theaterhaus zu gründen, ist Norbert Rademacher, ehemalige Geschäftsführer des TPZ Lingen, gekommen. Vor allem Lingens ehemaliger Oberbürgermeister Heiner Pott hatte sich für die Umsetzung des Projektes entschieden eingesetzt.

Zum achtköpfigen Vorstand des ETA gehören Vertreter der Stadt Lingen, des Landkreises Emsland, der Emsländischen Landschaft, der Hochschule Osnabrück, des Bundesverbandes Theaterpädagogik, des Bundes Deutscher Amateur Theater, (BDAT), der International Amateur Theater Association (IATA) und der European Drama Encounters (EDERED). Darüber hinaus soll ein künstlerischer Beirat den Vorstand unterstützen. Wer dem angehören wird, stand bei der ersten Vorstandssitzung noch nicht fest. „Es werden aber Menschen sein, die für den Gegenstand brennen“, so Ruping.


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