Enormer Betreuungsbedarf Kinderhospiz-Stützpunkt Löwenherz in Lingen feiert Geburtstag

Blicken auf das erste Jahr des Kinderhospiz-Stützpunktes Löwenherz zurück: Irmgard Partmann (links) und Sabine Dirkes.Blicken auf das erste Jahr des Kinderhospiz-Stützpunktes Löwenherz zurück: Irmgard Partmann (links) und Sabine Dirkes.
Kinderhospiz Löwenherz

Lingen. Der ambulante Kinderhospiz-Stützpunkt Löwenherz in der Castellstraße 11 in Lingen feiert Geburtstag. Seit einem Jahr können Familien mit unheilbar erkrankten Kindern und Jugendlichen in der Region Südwest-Niedersachsen die Begleitung und Unterstützung in Anspruch nehmen.

 Die Leiterin und ausgebildete Intensiv-Kinderkrankenschwester Sabine Dirkes organisiert gemeinsam mit Irmgard Partmann das Angebot mit aktuell sechs Löwenherz-Ehrenamtlichen. Auch die Vermittlung von kooperierenden Hospizdiensten in der gesamten Region ist Teil ihrer Arbeit. Zurzeit betreuen insgesamt 30 Ehrenamtliche rund 20 betroffene Familien. 

Zur Eröffnung am 15. Mai 2019 hatte ein lautes „Civis, Civis, Civibus“ durch die Castellstraße getönt. Fünf Kivelinge hießen Sabine Dirkes, Irmgard Partmann und die Löwenherzen im neuen Stützpunkt willkommen. „Ich wusste gar nicht, wie uns geschieht, als wir mit einem Trommelwirbel abgeholt wurden und mit den Fünfen um den Stützpunkt marschieren sollten“, erinnert sich die Leiterin einer Mitteilung des Stützpunktes zufolge. „Es war ein toller Tag – und seitdem haben wir schon so viel bewegt. Leider können wir gar nicht alle Anfragen von Familien bedienen. Und das, obwohl wir stetig Ehrenamtliche für unseren eigenen Dienst und für die Kooperationen schulen. Das zeigt aber nur, dass es einfach einen enormen Betreuungsbedarf für Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Krankheiten gibt,“ erzählt die Leiterin.

Unterschiedliche Bedürfnisse

Aber wie kommen betroffene Familien und ambulante Ehrenamtliche eigentlich zusammen? Fragt eine Familie für eine ambulante Begleitung an, macht sich Sabine Dirkes auf den Weg, um ein Erstgespräch zu führen. Aufgaben und Grenzen werden abgesteckt, die ambulante Kinderhospizarbeit detailliert vorgestellt. Wie ist der Bedarf der Familie? Wie sehen die unterschiedlichen Bedürfnisse aus? Wer soll begleitet werden? Das erkrankte Kind, die Geschwisterkinder, die Eltern? Welche ehrenamtliche Begleitung passt zur Familie?

Dirkes:  „Sind diese Fragen geklärt, fahre ich mit der Begleitung zur Familie. Wenn es dann von beiden Seiten ein eindeutiges ‚Go‘ gibt, gehen die Familie und die Begleitung häufig eine enge Verbindung, manchmal über Jahre hinweg, ein. Das gibt den Familien Stabilität und Sicherheit.“ Und damit das auch so bleibt, geht das Löwenherz-Team mit vollem Elan in das nächste Jahr.


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