Am Samstag eine Stunde Strom sparen Bürger in Lingen sollen ein Zeichen für Klimaschutz setzen

Dunkel werden soll es für eine Stunde in Lingen - für die Earth Hour. Foto: Helmut KramerDunkel werden soll es für eine Stunde in Lingen - für die Earth Hour. Foto: Helmut Kramer

Lingen. Die Lingener Grünen begrüßen es, dass sich die Stadt Lingen an der vom Verband World Wide Fund For Nature (WWF) initiierten Aktion Earth Hour beteiligt und an diesem Samstag, 28. März, die Beleuchtung des Historischen Rathauses in der Zeit von 20.20 bis 21.30 Uhr ausschaltet.

Einer Pressemitteilung der Grünen zufolge wird die im Jahr 2007 gestartete Aktion inzwischen auch vom Deutschen Städtetag unterstützt. Dabei werden weltweit für eine Stunde überflüssige Lichter gelöscht. „Wir freuen uns, dass die Stadt Ligen sich dieses Jahr an der weltweiten Aktion beteiligt“, erklärte Michael Fuest, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat. Dies sei ein Zeichen, dass sich die Stadt Lingen aktiv für den Klimaschutz einsetze. „Wir rufen die Bürgerinnen und Bürger auf, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Dabei geht es nicht nur um das Stromsparen: Es ist ein symbolischer Akt, auf den prekären Zustand unseres Planeten hinzuweisen. Klimakatastrophen und Artensterben zeigen, dass wir nicht länger diese Erde so exzessiv ausbeuten dürfen.“ 

"Es drohen katastrophale Konsequenzen"

In diesem Jahr hat der WWF Earth Hour unter das Motto der Erderwärmung gestellt. Fuest: „Wenn es der Menschheit nicht gelingt, die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen, drohen katastrophale Konsequenzen für uns Menschen und für die Natur. Jede sechste Art könnte aussterben. Waldbrände werden häufiger. Dürren und Überflutungen heftiger." Und dennoch zögert die Bundesregierung nach Ansicht des Fraktionsvorsitzenden beim Klimaschutz. So komme der im Jahr 2038 vorgesehene Kohleausstieg viel zu spät. Die Bundesregierung zögere beim Thema Klimaschutz. Die Maßnahmen reichen nach seinen Worten nicht aus, um die Einhaltung der europäischen und der eigenen Klimaziele zu erreichen. Diese sehen eine Begrenzung der Erderhitzung auf 1,5 Grad vor.

"Lichtverschmutzung" Problem für Tiere und Pflanzen

Die Grünen sehen die übermäßige Beleuchtung und die damit einhergehende "Lichtverschmutzung" aber auch als ein Problem für das Leben von Tieren und Pflanzen. Zu den Folgen der Lichtverschmutzung für Vögel und Insekten zähle beispielsweise eine Störung des Biorhythmus und ihres Navigationssystems. „Wir möchten damit auch auf das Volksbegehren Artenvielfalt hinweisen,“ betonte Peter Blauert, Sprecher des Ortsverbandes Lingen. „In den vergangenen zehn Jahren sind zwölf Millionen Vogelbrutpaare in Deutschland verschwunden. Wir werden in den kommenden Monaten Unterschriften sammeln, damit Maßnahmen zum Artenschutz in Niedersachsen Gesetz werden.“


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