Alte Filme werden gezeigt Großes Kino ist im Pflegebereich des Kursana Lingen angesagt

Tierfilme stehen ganz weit oben auf der Wunschliste der Bewohner, Foto: KursanaTierfilme stehen ganz weit oben auf der Wunschliste der Bewohner, Foto: Kursana
Kursana

Lingen. Heile-Welt-Filme haben unter Kinofans kein gutes Image. Ganz anders sieht man das im stationären Pflegebereich des Kursana Domizils Lingen. Gertraud Balzen, die Direktorin der Einrichtung, verweist auf die positive Wirkung, die von den Komödien der 50er- und 60er-Jahre ausgehen.

„Wir stellen immer wieder fest, dass gerade Menschen, die demenziell erkrankt sind, bei diesen Filmen aufleben. Die alten Filme sind mit durchweg positiven Gefühlen verbunden. Und die kommen bei der Filmvorführung wieder an die Oberfläche. Die Bewohner lieben den typischen Humor der damaligen Zeit und singen bzw. summen oft auch mit, wenn bekannte Lieder im Film zu hören sind, z.B. in den alten Heintje-Filmen.“   

Die Begeisterung der dementen Bewohner

Auch jüngere Bewohner, die an Demenz erkrankt sind, sprechen gut auf die Heile-Welt-Filme an. An Weihnachten herrschte besonders großes Gedränge vor der Leinwand. Da wurde der beliebte Festtags-Klassiker „Der kleine Lord“ gezeigt. Der löst erfahrungsgemäß besonders große Emotionen unter den Zuschauern aus. Aber auch Tierfilme finden unter den Bewohnern der Einrichtung immer ihr Publikum. Bernhard van Olfen, der für die Auswahl der Filme zuständig ist und sich bei den Aufführungen, die im 2-Wochen-Rhythmus fest eingeplant sind, auch als Filmvorführer einbringt, hat bisher bei der Auswahl ein gutes Händchen bewiesen. Das Filmangebot soll allen Interessen und Vorlieben gerecht werden. Deshalb bemüht er sich um einen regelmäßigen Wechsel von beliebten Komödien und Tier-Dokus, die bei den Bewohnern ebenfalls gut ankommen.

 „Mittlerweile gibt es eine wunderbare Auswahl an Tier-Dokus aus aller Welt. Wenn die großen Elefantenherden über die Leinwand laufen oder kleine Bärenkinder mit ihren süßen Kulleraugen in die Kamera schauen, sind unsere Bewohner mucksmäuschenstill. Dann spürt man noch die Ehrfurcht vor der Natur, die heute vielfach verlorengegangen ist. Und viele erinnern sich dann auch an die Tiere, mit denen sie selbst groß geworden sind oder später zusammen gelebt haben, also ihre geliebten Hunde und Katzen.“ Was bei der nächsten Kinovorführung gezeigt wird, verrät van Olfen noch nicht. Aber man kann sicher sein, dass dann im Demenzbereich der Kursana Einrichtung wieder ganz großes Kino angesagt ist. 



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