Halbjahresprogramm vorgestellt Zwischen Liebe und Chaos: LWH nimmt Familien in den Blick

Das neue LWH-Halbjahresprogramm stellten vor (von links): Stefan Botters, Judith Hilmes, René Kollai, Maria Brand, Michael Brendel und Michael Reitermeyer. Foto: Elisabeth TonderaDas neue LWH-Halbjahresprogramm stellten vor (von links): Stefan Botters, Judith Hilmes, René Kollai, Maria Brand, Michael Brendel und Michael Reitermeyer. Foto: Elisabeth Tondera
Elisabeth Tondera

Lingen. Familie weckt viele Erwartungen. Sie soll Geborgenheit, Liebe und Zusammenhalt garantieren, doch die Realität sieht oft anders aus. Heute steht die Familie vor großen Herausforderungen. Das Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) widmet dem Thema das neue Halbjahresprogramm.

Es enthält insgesamt 169 Veranstaltungen von Januar bis Juli 2020, darunter zwölf zum Halbjahresthema „Familie zwischen Liebe und Chaos“.

„Familie steht enorm unter Druck“, stellte LWH-Leiter Michael Reitemeyer im Pressegespräch fest. Nicht nur die Kirche habe immer ein Ideal propagiert, „auch Politik und Wirtschaft suggerieren stets, mit ein bisschen mehr Geld und ein paar Betreuungsplätzen mehr in der Kita sei alles getan.“ Dabei fiel das Stichwort Vereinbarkeitslüge.  

„Wir wollen ehrlich darüber reden“, sagte Reitemeyer und fügte hinzu: „Das tut mittlerweile sogar der Papst.“ Damit bezieht er sich auf das Schreiben „Amoris laetitia“, in dem Papst Franziskus erkennt, dass Familie kein Ideal sei, sondern „eine herausfordernde Collage aus vielen unterschiedlichen Wirklichkeiten, voller Freuden, Dramen und Träume.“ Weil das Thema so komplex und vielschichtig sei, werde es im Programm „von verschiedenen Seiten angepackt“.

Die Festakademie zum 129. Todestag von Ludwig Windthorst steht unter dem Motto „Familien(leben) unter Druck“. Um „Rabenmütter“ wird es an einem Seminarvormittag für berufstätige Mütter und an einem Akademieabend gehen, weitere Akademieabende widmen sich der Pflege alter Eltern, den unrealistischen Ansprüchen der Familie gegenüber („Der Wald und all die Bäume“) und der digitalen Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. In verschiedenen Seminaren stehen Jungen in der Kita oder Flüchtlingskinder im Mittelpunkt.

Neuerungen im LWH-Programm

Neben den bewährten Angeboten gibt es einige Neuerungen im Programm des LWH. In Zusammenarbeit mit der Marienhausschule Meppen und dem Schulungszentrum am Ludmillenstift Meppen wird eine 300-stündige Weiterbildung zu Pflegefachkräften durchgeführt. Neu ist auch ein Kompetenzzentrum für Hospiz- und Palliativversorgung in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Emsland, der Hospizhilfe Meppen und dem Hospizverein Lingen, das im Januar startet.
Als Kompetenzzentrum für Lehrerfortbildung bietet das LWH im Rahmen des Erasmus-Programms u.a. Studienreisen nach Rom und Finnland an.
Im Bereich Theologie wird es im Rahmen des „synodalen Weges“ um Machtmissbrauch in der Kirche gehen.
In Zusammenarbeit mit dem „Forum am Dom“ Osnabrück gibt es in der Fastenzeit eine Lesung mit dem österreichischen Lyriker und Theologen Thomas Schlager-Weidinger, eine weitere Lesung und drei Ausstellungen runden das kulturelle Angebot im ersten Halbjahr 2020 ab.
Weitere Informationen und Anmeldungen im LWH unter Tel. 0591/61020, www.lwh.de sowie per E-Mail info@lwh.de

Wie immer ist das LWH-Programm sehr umfangreich und vielseitig. Neben den zwölf Veranstaltungen zum Halbjahresthema stehen 15 Akademieabende und Kulturveranstaltungen auf dem Programm, 58 Angebote für Lehrkräfte, 33 Veranstaltungen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, 14 theologische und 30 aus dem Bereich der frühkindlichen Bildung.

Erfreulich ist die Teilnehmerbilanz. Im Jahr 2019 ist die Zahl der Teilnehmenden gegenüber 2018 von 19150 auf 24237, die Zahl der Teilnehmertage (Veranstaltungstag mit Übernachtung) von 32459 auf 37182 gestiegen. Um den Gästen weiterhin einen angenehmen Aufenthalt bieten zu können, wird im kommenden Jahr das Heuerhaus für 130000 Euro renoviert. 35000 Euro werden über das Dorferneuerungsprogramm gefördert.  


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