Holzbildhauerin Julie Kopp als Nachfolgerin Joke Ruhle nimmt Abschied vom Atelier am Alten Hafen

So bunt wie diese überdimensionale Palette wird es auch weiterhin im Atelier am Alten Hafen zugehen, wenn Kunstdozentin Joke Ruhle die Räume an Julie Kopp (links) übergibt. Ab 1. Januar 2020 bietet Kopp ihre kreativen Angebote an. Foto: Caroline TheilingSo bunt wie diese überdimensionale Palette wird es auch weiterhin im Atelier am Alten Hafen zugehen, wenn Kunstdozentin Joke Ruhle die Räume an Julie Kopp (links) übergibt. Ab 1. Januar 2020 bietet Kopp ihre kreativen Angebote an. Foto: Caroline Theiling
Caroline Theiling

Lingen. Joke Ruhle - seit 40 Jahren ist dieser Name untrennbar mit der Kunstszene der Stadt Lingen verbunden. Nun gibt die Kunstdozentin ihr kleines Atelier am Alten Hafen, das sie seit 2014 betrieben hat, in jüngere Hände. In Julie Kopp hat sie eine Nachfolgerin gefunden.

Nach ihrem Kunst- und Pädagogik Studium in Leiden (Niederlande) kam Joke Ruhle nach Deutschland, zunächst nach Würzburg und 1979 nach Lingen. Hier meldete sie ihre Kinder zu Kursen in der damals noch jungen Kunstschule an, die zu der Zeit noch im Professorenhaus untergebracht war. Es dauerte nicht lange bis von dort die Anfrage kam, als Dozentin tätig zu werden. Joke Ruhle brauchte nicht lange zu überlegen. In mehr als 32 Jahren vermittelte sie anschließend in der Kunstschule in Kursen für Mütter und Kinder sowie  Jugendliche verschiedener Altersgruppen, "alles was mit Malen und Gestalten zu tun hat, bis auf Töpfern", erzählte sie in einem Gespräch mit der Redaktion. Erst vor knapp sechs Jahren eröffnete sie am Alten Hafen ihr kleines eigenes Atelier, in dem sie weiterhin Kurse für Kinder ab zwei Jahren anbot, aber auch für Jugendliche und Erwachsene, ergänzt durch Kunstreisen, die unter anderem in die Toskana, nach Paris oder Bergen aan Zee führten. "Diese Fahrten kann ich nur empfehlen", sagte sie zu Julie Kopp, die das Atelier ab 1. Januar übernehmen wird.

"Mit 70 Jahren hat man ein Alter erreicht, in dem man ans Aufhören denken kann", erklärte Ruhle. Außerdem sei sie froh mit der 43-Jährigen eine Nachfolgerin gefunden zu haben, die das fortsetzten kann, was sie sich in den vergangenen Jahren am Alten Hafen aufgebaut hat. "Es ist ein Glücksfall für uns beide", freut sich die Niederländerin, dass Julie Kopp vor wenigen Wochen auf sie zugekommen war und gefragt hatte: "Was muss man tun, um sich in Lingen im Bereich der Kunst selbstständig zu machen?" Als Antwort bot sie ihr die Übernahme des Ateliers an. "Ich war so glücklich, dass Joke mich gefragt hat und musste gar nicht lange überlegen", erinnert sich Kopp an das gemeinsame Gespräch. 

Eigentlich kennen sich die beiden Frauen schon seit vielen Jahren. Julie Kopps Vater, Jochen Kopp, war lange Jahr zweiter Vorsitzender des Lingener Kunstvereins, in dem auch Joke Ruhle Mitglied ist. Doch durch Studium, Ausbildung und  einem weiteren Studium war Julie für viele Jahre nicht in Lingen und kam erst 2017 mit Mann und zwei Kindern zurück in ihre Heimatstadt.

Ebenso wie Joke Ruhle liegt ihr die Frühförderung von Kindern am Herzen. Aber auch Jugendliche und Erwachsene sind herzlich eingeladen, an ihren Kursen teilzunehmen. Doch wird sie, schon allein wegen ihrer Ausbildung zur Bildhauerin, mehr Kurse im Bereich plastisches Gestalten anbieten. Im Laufe des Jahres plant sie eine Erweiterung des Angebots im Bereich Umweltbildung. Ihr liegt es sehr am Herzen,  für Kindern die Umwelt erlebbar zu machen und sich ästhetisch mit ihr auseinander zu setzen. 

Programmflyer liegen an vielen Stellen der Stadt aus. Weitere Information erteilt Julie Kopp unter Tel. 0176 82164007 oder unter juliekopp@posteo.de


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