Motto: Gemeinsam ist geiler Sechs Bands rocken dank EMILI den Alten Schlachthof Lingen

"Wladimir, Herz aus Stein, Macht und Gier!" - Triton setzt Zeichen gegen die derzeit Mächtigen der Welt bei "Zweitakt", dem EMILI-Konzert im Alten Schlachthof. Foto: Peter Löning"Wladimir, Herz aus Stein, Macht und Gier!" - Triton setzt Zeichen gegen die derzeit Mächtigen der Welt bei "Zweitakt", dem EMILI-Konzert im Alten Schlachthof. Foto: Peter Löning

Lingen. „Zweitakt“, so ist der treffliche Titel für das zweite Konzert von EMILI (Emsländische Musikerinitiative Lingen) am vergangenen Samstag in Lingens Altem Schlachthof.

Aufgetreten sind Bands, die vor allem wohl verbindet, dass sie sich ein Probenraumzentrum teilen; die von EMILI e.V. angemietete „Klangschmiede“ in Lingens Schillerstraße. Sechs von diesen konnten sich jetzt in diesem gemeinsamen Konzert präsentieren, denn - so ein EMILI-Slogan - „Gemeinsam ist geiler“. Den Veranstaltern ist es wichtig, zu betonen, dass dieses Mal, anders als bei „Auftakt“-Konzert, Anfang des Jahres, nur neue Bands am Start sind und keine Gründungsmitglieder.  

Immerhin geht es darum, dem Nachwuchs auf die Beine zu helfen, „ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Hobby auszuleben“, sagt Hardy Koßek von EMILI. Und das nutzen die Musiker. Sehr vorteilhaft auf zwei Bühnen geht es abwechselnd und sehr reibungslos durch den Abend. Und eine weitere Gemeinsamkeit wird bald klar: es wird sehr laut!

Schonungslos abgerockt, Chiara von Out of Basement bekommt nach ihrem wahnsinnigen Auftritt keinen Ton mehr heraus. Foto: Peter Löning

Bereits die erste Band legt mächtig vor. „Out of Basement“ macht harten, heftigen aber auch lebendigen Rock. Und auch das Stück, das als „Unser Schnulzenlied“ angekündigt ist lässt die Sängerin bis nah an den Stimmverlust gehen. Band Nummer zwei „Screaming for Redemption“ – der Name ist Programm – legt selbstzerstörend grölend einen drauf. Richtig gut gemacht.

Weit gefehlt, wer von der angekündigten Country-Band seichte Johnny-Cash-Gesänge erwartete. Wohl arg gitarrenlastig konnte auch Tennessee River laut und rockig so manchen Metall-Fan begeistern. Überhaupt stellt sich bald heraus, dass die Hörer an diesem Abend sich gern von sehr unterschiedlichen musikalischen Ausrichtungen beeindrucken ließen, den Blick über den Tellerrand wagten, sehr bereichernd.

Tennessee River bringt verschärften Country-Sound ins Programm. Foto: Peter Löning

Politisch punkig und deutsch startete „Triton“ mit einem Gruß an alle Nazis mit „Vollidiot“. „Die einzige Vorgabe, die wir den Bands machen ist“, betonte Koßek, „dass Rechtes und braun Dünkelndes verboten ist. Wir sind kein linker Verein, aber da müssen wir klare Grenzen setzen“. Triton legte nach und gab den  Regierenden der Welt ihren Senf mit „Donald Trump, scheiß Frisur, Null Verstand!“

Nichts, was sich nicht noch steigern ließe, denn bei „Gefuellt mit Sand“ wurde endgültig die Stufe von superlaut zu ohrenbetäubend überschritten, was allerdings auch richtig Spaß macht. Man genießt den Enthusiasmus, den die Musiker auf der Bühne zeigen.

Gefuellt Mit Sand bei Zweitakt, dem zweiten EMILI-Konzert. Foto: Peter Löning

Der letzte Act des Abends gehört den Punkrockern von „Klabusterbernd“. Laut, deutsch und eine Nummer poppiger, als ihre Vorgänger. Sehr fein.

Ein Konzert als Beleg für ein krasses Projekt. Ein Glückwunsch an die Bands, vor allem aber an EMILI, die dieses Konzertformat ab jetzt zweimal jährlich stattfinden lassen wollen. „Wir wollen den Verein weit nach vorne schießen“. Da geht noch was. 


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