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21.10.2019, 15:57 Uhr KOMMENTAR

Führerscheinentzug: Die Probleme wegklicken bringt nichts

Ein Kommentar von Thomas Pertz


Ein Alkoholtest während einer Polizeikontrolle. Foto: dpaEin Alkoholtest während einer Polizeikontrolle. Foto: dpa

Lingen . Schier unerschöpflich sind die Ratschläge im Internet, auf welchem Weg jemand, dem der Führerschein entzogen worden ist, die notwendige medizinisch-psychologische Untersuchung bestehen kann.

Sogar Tipps, wie Leberwerte gesenkt werden können, um den „Lappen“ wieder zu bekommen, gehören dazu. Immerhin: „Keinen Alkohol trinken“ ist als Vorschlag auch dabei. Hier und da wird außerdem mit kostengünstigen Angeboten geworben und mit guten Erfolgsaussichten, die anschließende MPU zu bestehen.

Dies alles als unseriös zu bezeichnen wäre sicherlich falsch. So gibt es zum Beispiel zertifizierte Institute, die eine MPU-Vorbereitung online anbieten. In Anbetracht der enormen persönlichen Einschränkungen, die mit dem Einzug der Fahrerlaubnis verbunden sind, bietet das persönliche Gespräch vor Ort aber große Vorteile – egal, ob es die Diakonie anbietet, die Caritas oder andere Institutionen.

 Der unmittelbare Efekt: Ein „Wegklicken“ der tieferen Ursachen des Führerscheinentzugs ist schlicht nicht möglich. Einzel- und/oder Gruppengespräche zwingen zur persönlichen Auseinandersetzung mit der Sucht. Das muss sein: Wer dieses Problem nicht in den Griff bekommt, verliert den Führerschein nicht nur einmal.


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