Abbau des Reakttordruckbehälters Rückbau des Kernkraftwerkes Lingen geht weiter

Der Rückbau des 1985 außer Betrieb genommenen Kernkraftwerkes Lingen geht voran. Foto: Sven LampeDer Rückbau des 1985 außer Betrieb genommenen Kernkraftwerkes Lingen geht voran. Foto: Sven Lampe

Lingen. Kraftwerksbetreiber RWE Nuclear baut derzeit an drei Standorten ehemalige Atomkraftwerke zurück. dazu zählt unter anderem das 1985 außer Betrieb genommene Kernkraftwerk in Lingen. Jetzt hat RWE Nuclear die Aufträge für die nächsten Großprojekte an den drei Standorten vergeben.

Das hat RWE Nuclear mitgeteilt.  Dem Unternehmen zufolge werden derzeit die Dampferzeuger der Standorte Lingen, Biblis und Mülheim-Kärlich abgebaut. Im Anschluss daran werde der Rückbau der Anlagen mit dem jeweiligen Herzstück der Anlage, dem Reaktordruckbehälter (RDB) und seinen Einbauten fortgesetzt, heißt es in der Pressemitteilung.

Die gesamte Beauftragung umfasst laut RWE Nuclear einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. „Mit diesen Auftragsvergaben setzen wir die im geänderten Atomgesetz gemachte Zusage des unverzüglichen Rückbaus konsequent um. Wir wollen innerhalb der kommenden 15 bis 20 Jahre den Rückbau unserer Anlagen sicher, unverzüglich und effizient schaffen“, wird Nikolaus Valerius, Kernenergievorstand bei RWE Power und technischer Geschäftsführer der RWE Nuclear, in der Pressemitteilung zitiert.

Planmäßiges Ende 2024

Während des Leistungsbetriebs der Anlagen befanden sich im RDB der wärmeerzeugende Reaktorkern mit den Brennelementen. Der RDB ist von einem rund zwei Meter dicken Stahlbetonzylinder, der als Strahlungsabschirmung diente, umgeben und befindet sich innerhalb des Kontrollbereichs. Die Zerlegung der Komponenten erfolgt laut RWE Nuclear durch Fachkräfte vor Ort fernhantiert und teilweise unter Wasser innerhalb der Gebäude. Im Anschluss werden die ausgebauten Teile, die zu den schwach und mittelradioaktiven Rückbauabfällen zählen, für eine spätere Endlagerung verpackt und an den Bund übergeben. Die ersten Arbeiten werden den Angaben zufolge voraussichtlich 2020 beginnen und 2024 in der letzten Anlage beendet werden.

Für das 1985 außer Betrieb genommene Kernkraftwerk Lingen erfolge der Abbau des kompletten, fast 300 Tonnen schweren, RDB durch das international erfahrene Unternehmen Atkins, dessen deutsche Niederlassung in Hamburg angesiedelt sind, so RWE Nuclear weiter. 

Genehmigungen sind beantragt

Die für den Abbau der Großkomponenten notwendigen Genehmigungen und Zustimmungen der zu beteiligenden Behörden sind laut Betreiber eingeholt beziehungsweise beantragt. Wie bei kerntechnischen Anlagen üblich, werden die Tätigkeiten durch die jeweiligen Aufsichtsbehörden der Länder eng begleitet.


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