Theaterverein für alle Generationen Spielbühne Lingen feiert 40. Geburtstag mit großer Gala

Von Meike Blunk

Für die Jubiläumsgala der Spielbühne Lingen am 26. Oktober im Theater, probte Norbert Radermacher mit dem Ensemble die Tragödie „Bernada Albers Haus“. Foto: Meike BlunkFür die Jubiläumsgala der Spielbühne Lingen am 26. Oktober im Theater, probte Norbert Radermacher mit dem Ensemble die Tragödie „Bernada Albers Haus“. Foto: Meike Blunk

Lingen. Seit vierzig Jahren zeigt die Spielbühne Lingen auf den Brettern, die die Welt bedeuten, immer wieder inspirierende, humorvolle und auch nachdenklich stimmende Präsenz und hat mit einer großen Bandbreite von insgesamt sechzig inszenierten Stücken über eine halbe Millionen Zuschauer erreicht.

Nun steht die große Jubiläumsgala am 26. Oktober, um 18 Uhr zum 40. Geburtstag dieses Amateurtheatervereins im Theater an der Wilhelmshöhe an und die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. In einem Gespräch mit der Lingener Tagespost haben die drei Regisseure, Norbert Radermacher, Patricia Ens (TPZ) und Uschi Ritter (seit 1982 Mitglied), die für die Gala unter anderem einige Szenen aus  vergangenen Produktionen wieder neu auflegen, einen Einblick in ihre Arbeit und Motivation gegeben.

An erster Stelle steht Mitbegründer Norbert Radermacher, der aus Liebe und Leidenschaft zum Theaterspiel der Spielbühne den Atem einhauchte und viele bewegende Inszenierungen schuf, mit denen der Verein zu einer sehr erfolgreichen Amateurbühne wurde. “Schuld“ daran, wie es überhaupt zur Gründung der Spielbühne vor vierzig Jahren kam, sei das 1977 entstandene neue Theater an der Wilhelmshöhe gewesen, erzählte Radermacher. Die neue Spielstätte hatte als Gastspielhaus noch Nutzungskapazitäten. So sei der städtische Kulturausschuss damals auf die Theaterpädagogen Radermacher und Walter Edelmann zugekommen, mit dem Auftrag, einen Theaterkurs für spielbegeisterte Menschen anzubieten und daraus ein Amateurtheaterensemble zu gründen. Dass die Resonanz so groß werden würde, hatte niemand geahnt. Aus den siebzig angemeldeten Teilnehmern, blieben nach einigen Wochen ganzheitlicher Theaterarbeit (mit vielen Körperübungen), dreißig übrig, die sich dann den Namen „Spielbühne e.V.“ gaben. Recht schnell wurde aus dem Ensemble ein Mehrgenerationentheater, mit Stücken für alle Altersstufen. 

Im Gespräch wird deutlich, dass die begeisterten Theatermacher sehr ähnliche Vorstellungen von gutem Theater und der Umsetzung dessen haben. Die Spielbühne möchte auf authentische Weise Geschichten transportieren, die eine Relevanz haben und mit denen sie Menschen berühren können. Zu ihrem Repertoire gehören klassische Tragödien und Komödien, Kinder- und Jugendtheaterstücke als Eigenproduktionen, aber auch Stücke moderner Autoren. 

Für Norbert Radermacher bedeutet Theater Freiheit und es ist für ihn ein Ort, an dem Visionen und Utopien gelebt werden können. Uschi Ritter ergänzt: „Wir sind als Amateurbühne in unseren Inszenierungsentscheidungen völlig unabhängig.“ Der Aspekt der individuellen Entwicklung durch die Herausforderungen einer Inszenierung ist Patricia Ens wichtig. Pressereferent Peter Vette betont, dass der Zusammenhalt der Mitglieder untereinander durch die langjährige Kontinuität immens gewachsen sei und sie sich als ein Team verstünden. 

Die drei Regisseure Norbert Radermacher, Patricia Ens (Mitte) und Uschi Ritter freuen sich auf die Jubiläumsgala am 26. OKtober im Theater an der Wilhelmshöhe. Foto: Meike Blunk

Vor dem Gespräch hatte Radermacher mit dem Ensemble der von ihm 1984 inszenierten Tragödie „Bernada Albers Haus“ von Federico Garcia Lorca (in dem auch Ritter mitspielt) geprobt, eine Szene, die pointiert zum Ausdruck bringt, was Theater so spannend macht. Dazu gehört eine authentische Rollengestaltung, eine klare Struktur gebende Form, wie ein gutes Timing für Spielrhythmus und einen spannungsreichen Szenenaufbau.

Episoden aus Familieninszenierungen wie „Peter Pan“, „Eine Woche voller Samstage“ oder „Die Gespensterjäger“ werden ebenfalls bei dem bunten Querschnitt, den die Gala mit verschiedenen Szenen aus der vierzigjährigen Theaterarbeit auf die Bühne bringen wird, zu sehen sein. Darüber hinaus wird es Ausschnitte aus „Ein König sucht seinen Thron“, „Untergang der Titanic“ und so manch inszenierte Überraschung bei der großen Jubiläumsgala geben. 

Mit dieser vielfältigen und so erfolgreichen Geschichte der Spielbühne Lingens blicken Radermacher, Ritter, Vette und Ens mit innovativem Blick auch nach vorne, freuen sich auf die tolle Gala und hoffen auf mindestens vierzig weitere Jahre dieses Amateurtheatervereins.


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