Von der Theorie in die Praxis Studierende des Campus Lingen optimieren Internetauftritt emsländischer Unternehmen

Sie freuen sich gemeinsam über das gelungene Projekt "Business-Sprechtag" (von links): Daniela Feike, die Studentinnen Anke Hoffmann und Liv Wessel, Olaf Raue und Karsten Muke. Foto: Wilfried RoggendorfSie freuen sich gemeinsam über das gelungene Projekt "Business-Sprechtag" (von links): Daniela Feike, die Studentinnen Anke Hoffmann und Liv Wessel, Olaf Raue und Karsten Muke. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Für viele Unternehmen gehört ein eigener Internetauftritt heutzutage einfach dazu oder ist sogar Geschäftsgrundlage. Doch ihn beständig zu pflegen und zu verbessern, ist nicht einfach - auch nicht für den Hof Krone-Raue in Clusorth-Bramhar oder die Lingenerin Daniele Feike, die einen Onlineshop betreibt. Geholfen haben jetzt die Studentinnen Anke Hoffmann und Liv Wessel vom Campus Lingen.

Hoffmann und Wessel studieren im dritten Semester Kommunikationsmanagement. Bis zum Semesterstart haben sie ein dreimonatiges Praktikum bei "it.emsland", der vom Landkreis und der Stadt Lingen getragenen IT-Dienstleistungsgesellschaft in Lingen, absolviert. Dabei haben die Studentinnen das Projekt "Business-Sprechtag" entwickelt. Es dient der Optimierung von Internetauftritten kleiner und mittelständischer emsländischer Unternehmen.

Viel aus dem Studium eingebracht

"Wir haben zunächst eine Checkliste mit verschiedenen Kriterien entwickelt, um einen Internetauftritt, beurteilen zu können", erläutert Hoffmann das Vorgehen. Die Kernfragen dabei lauteten: "Was will der Nutzer, wenn er meine Seite besucht?" und "Was ist sein Ziel?". Die Benutzerfreundlichkeit der Internetauftritte sei entscheidend gewesen, betonen Hoffmann und Wessel übereinstimmend. Die Checkliste sei anhand von Literatur aus der Hochschulbibliothek entwickelt worden. "Wir konnten die Theorie aus dem Studium dabei sehr gut in die Praxis umsetzen", freut sich Hoffmann. Es sei schön, schon nach dem zweiten Semester soviel aus dem Studium in ein Projekt einbringen zu können. Wessel pflichtet ihrer Kommilitonin bei: "Eigentlich waren wir ja 'nur' Praktikantinnen. Ich hätte nicht gedacht, dass wir schon so selbstständig arbeiten dürften." Nach der Entwicklung des Projekts "Business-Sprechtag" ging es an dessen praktische Erprobung. "Ein solches Angebot gab es vorher bei uns nicht", sagt Alexander Bose von "it.emsland". Doch der Bedarf sei vorhanden, behauptet Bose und hat auch eine Begründung dafür parat: "Zwei Tage, nachdem wir zum ersten 'Business-Sprechtag' eingeladen hatten, war der ausgebucht."

Positiven Effekt bemerkt

Eine der Teilnehmerinnen war Daniela Feike. Die Lingenerin betreibt den Onlineshop emslaedchen.de, bei dem sich alles um Wolle und das Stricken dreht. Feike nutzt die Angebote von "it.emsland" schon seit zwölf Jahren. "Ich bin Einzelkämpferin und nehme die Hilfe gerne in Anspruch", erklärt sie. Sie sei mit den Jahren betriebsblind geworden, was die Gestaltung ihres Onlineshops angehe. "Für mich war da vieles klar, was für Menschen, die sich mit dem Thema nicht auskennen, schwieriger zu verstehen ist", sagt Feike. Die Studentinnen hätten ihr viele Kleinigkeiten aufgezeigt. "Sie haben mir die Augen geöffnet und ich habe ihre Verbesserungsvorschläge umgesetzt", erklärt Feike. Sie habe, obwohl die Stricksaison ja erst jetzt richtig beginne, schon einen positiven Effekt bemerkt: "Die Besucher bleiben länger auf meiner Internetseite, fühlen sich dort offensichtlich wohler als früher."

Mit Kleinigkeiten viel erreichen

Positiv bewertet auch Olaf Raue, der gemeinsam mit seiner Frau den Hof Krone-Raue betreibt, die Arbeit der Studentinnen. Ihm war klar, dass seine rund fünf Jahre alte Internetseite www.hof-krone-raue.de überarbeitet werden musste: "Wir haben darauf früher Schnellschüsse gemacht und hatten keine einheitliche Darstellung", sagt Raue selbstkritisch. Raue hat erst einen Teil der Verbesserungsvorschläge von Hoffmann und Wessel umgesetzt. Einer der bereits realisierten Vorschläge war die Platzierung der Öffnungszeiten des Hofladens in Clusorth-Bramhar. Seitdem muss Raue seltener zum Telefon greifen: "Wir haben die Öffnungszeiten ganz nach oben gesetzt. Die Leute finden die jetzt besser und die Zahl der Anrufer, die danach fragen, hat sich um die Hälfte reduziert", sagt Raue. Es seien halt solche Kleinigkeiten, mit denen viel erreicht werden könne. Auch Karsten Muke, der an einigen Projekten von Raue beteiligt ist, lobt die Arbeit der beiden Studentinnen: "Sie haben festgestellt, dass es Verbesserungsmöglichkeiten beim Internetauftritt gibt und viele tolle Ideen präsentiert." Ihr kritischer Blick habe gezeigt, dass es noch "Luft nach oben" gebe.

"Business-Sprechtag" wird dauerhaft angeboten

Für Anke Hoffmann und Liv Wessel hat jetzt der Studienalltag auf dem Campus Lingen wieder begonnen. Doch wie geht es mit ihrem Projekt "Business-Sprechtag" weiter? "Das Projekt war so erfolgreich, dass wir es dank der Arbeit der beiden Studentinnen jetzt dauerhaft anbieten werden", versichert Alexander Bose von "it.emsland". 


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