Integrationswochenende im Ludwig-Windthorst-Haus Jugendliche aus Paraguay lernen in Lingen das Emsland kennen

Viele neue Impulse und Wissenswertes zum Emsland gab es beim Integrationswochenende für die Teilnehmenden des Projektes „Perspektive Emsland“ Foto: Wirtschaftsverband EmslandViele neue Impulse und Wissenswertes zum Emsland gab es beim Integrationswochenende für die Teilnehmenden des Projektes „Perspektive Emsland“ Foto: Wirtschaftsverband Emsland

Lingen. Auf Einladung des Wirtschaftverbandes Emsland haben Jugendliche aus Paraguay, die im Emlsland eine Ausbildung absolvieren, jetzt an einem Integrationswochenende im Lingener Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) teilgenommen.

 „Die Welt ist wie ein Dorf“, das dachten laut einer Pressemitteilung auch die Delegationsreisenden des Wirtschaftsverbandes Emsland, als sie in Paraguay Mennoniten-Kolonien besuchten. Denn wer würde erwarten, in dem südamerikanischen Land auf Menschen mit deutschen Wurzeln zu stoßen, deren Muttersprache nach wie vor deutsch ist? Diese Mennoniten-Kolonien sind ähnlich ländlich geprägt wie das Emsland, doch anders als im Emsland haben die Jugendlichen dort kaum Ausbildungsmöglichkeiten. Hier setzt das Projekt „Perspektive Emsland“ an, das der Wirtschaftsverband Emsland ins Leben gerufen hat. Junge Menschen aus Paraguay sollen für eine Ausbildung im Emsland gewonnen und vorbereitet werden, um noch unbesetzte Ausbildungsstellen der Unternehmen zu besetzen.

Geschichte und politisches System

Jugendliche, die aus den Mennoniten-Kolonien stammen und im Emsland eine Ausbildung beginnen, kamen jetzt zum Integrationswochenende im LWH in Lingen zusammen. In zwei Tagen trafen sie auf die anderen Auszubildenden aus Paraguay und lernten die kulturellen Besonderheiten des Emslandes und seiner Unternehmen kennen. Während ihnen in einem Seminar die Geschichte des Emslandes näher gebracht wurde, wurden sie in einem anderen über die politischen und sozialen Systeme in Deutschland informiert. „Dieses Hintergrundwissen ist wichtig für die Jugendlichen, um in den Gemeinschaften der Dörfer und Städte Anschluss zu finden“, betonte Mechtild Weßling, Geschäftsführerin des Wirtschaftsverbandes Emsland.

Unterschiede trotz gleicher Sprache

Das Wochenende bereitete die Jugendlichen aber auch auf die Ausbildung und ihre Lebenswegplanung vor. So bekamen sie praktische Tipps für das alltägliche Leben an die Hand und erfuhren, welche Umgangsformen für die Zusammenarbeit im Betrieb bedeutsam sind. „Es ist noch etwas komisch, sich in einem anderen Land zurechtzufinden“, beschreibt eine junge Paraguayerin ihre Situation. „Wir sprechen zwar die gleiche Sprache, aber das eine oder andere ist dann doch ein bisschen anders. Die Seminare sind wirklich hilfreich und interessant, um das Emsland und seine Menschen kennenzulernen.“

Ansprechpartner für die Jugendlichen

Neben den schulischen und fachlichen Kompetenzen spielen soziale, kulturelle und gemeinschaftliche Aspekte eine Rolle für den Ausbildungserfolg. Anknüpfungspunkte in die Gemeinschaft, sei es der Sportverein oder der Freundeskreis, sind für die Jugendlichen wichtig. Der Wirtschaftsverband Emsland baut deshalb mit dem Projekt „Perspektive Emsland“ auf bestehende Beziehungen in die Mennoniten-Kolonien auf. Edelgard Klassen, die aus einer der Kolonien stammt, ist hier Vertrauensperson und Ansprechpartnerin für die Auszubildenden.

Beide Seiten profitieren

Durch das Projekt profitieren beide Seiten. Die Jugendlichen können neue, berufliche Perspektiven im Emsland nutzen. Dabei interessieren sie sich besonders für Berufe im gewerblich-technischen und pflegerischen Bereich. Die emsländischen Unternehmen haben wiederum die Möglichkeit, offene Ausbildungsstellen zu besetzen und Kontakte nach Paraguay aufzubauen. Das Projekt „Perspektive Emsland“ wird durch den Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union und des Landes Niedersachsen gefördert.


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