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Mutmaßliche Täter agierten europaweit Fahnder aus Lingen nehmen Diebesbande fest – auch Taten nahe Osnabrück

Gegen drei Männer wurde Haftbefehl erlassen, gegen vier weitere Verdächtige wird ermittelt. Symbolfoto: Boris Roessler/dpaGegen drei Männer wurde Haftbefehl erlassen, gegen vier weitere Verdächtige wird ermittelt. Symbolfoto: Boris Roessler/dpa
Boris Roessler/dpa

Lingen. Speziell geschulte Beamte der Polizeiinspektion Emsland / Grafschaft Bentheim haben bereits im Juni eine europaweit agierende Diebesbande auffliegen lassen. Drei Männer im Alter von 42, 39 und 34 Jahren sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

Über die Festnahme informierte die Polizei erst am Freitag, 27. September 2019.

Der Festnahme waren umfangreichen Ermittlungen durch Beamte des Zentralen Kriminaldienstes vorausgegangen, heißt es. Begonnen hatten diese Ermittlungen nach einem Einbruch in den Bauhof in Freren Ende März. Dabei konnten die Täter Beute im Wert von rund 20.000 Euro machen. Sie entwendeten der Mitteilung zufolge hochwertige Elektrowerkzeuge und einen Transporter. Der gestohlene Transporter wurde wenige Tage später in der Nähe der Autobahn 2 im Landkreis Schaumburg sichergestellt.

Die aufwendigen Ermittlungen hätten dann schnell aufgezeigt, dass es sich um eine professionelle und überregional agierende Täterbande handeln müsste. Die Ermittler sind überzeugt, dass die Bande im größeren Stil im norddeutschen Raum Werkzeuge aus Bauhöfen und Baufirmen entwendet hat. Sie beschränkten sich nicht auf Werkzeuge oder Autos. In den Objekten, in die sie einstiegen, wurden auch Tresore aufgebrochen. Die mutmaßlichen Täter hätten sich bei ihren Taten "sehr konspirativ verhalten". 

Auf Werkzeug, aber auch Fahrzeuge und Tresore hatte es die Diebesbande abgesehen. Foto: Polizei Lingen

Zahlreiche Hausdurchsuchungen

Auf die Ermittlungen folgten Hausdurchsuchungen in Extertal, Lemgo (Kreis Lippe) sowie in Wuppertal. Dabei  wurden gestohlene Werkzeuge sichergestellt. Der Wert dieses Diebesguts dürfte im fünfstelligen Bereich liegen. Die Ermittler konnten der Bande nach eigenen Angaben bisher 22 Taten in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zuordnen. Die mutmaßlichen Tatorte befinden sich in Freren, Ibbenbüren (Kreis Steinfurt), Bissendorf und Hasbergen (Landkreis Osnabrück), Nienburg, Hagenburg und Lauenau (Landkreis Schaumburg), Einbeck (Landkreis Northeim), Braunschweig, Eschershausen (Landkreis Holzminden), Aerzen (Landkreis Hameln-Pyrmont), Warstein (Kreis Soest) sowie im Regierungsbezirk Detmold (Rheda-Wiedenbrück, Büren, Höxter, Bad Salzuflen, Extertal und Vlotho). 

Festgenommen wurden die drei Verdächtigen der Polizei zufolge in Süddeutschland, kurz bevor sie nach Italien ausreisen wollten, heißt es.. Bei der Festnahme sei die Staatsanwaltschaft Osnabrück eingebunden worden. Eine Haftrichterin des Amtsgerichtes Osnabrück erließ am 15. Juni 2019 gegen alle drei Verdächtigen einen Haftbefehl. Gegen vier weitere Mittäter werde weiterhin ermittelt.

Mutmaßliche Täter reisten extra nach Deutschland

Weiterhin liegen gegen die drei Inhaftierten bereits aus mehreren europäischen Nachbarländern Erkenntnisse und Verurteilungen wegen gleichgelagerter Taten vor. Die Täter hätten auf ein Netzwerk von Verbindungen in mehreren Ländern zugreifen können, so dass ein Verdächtiger für die Begehung von sechs Einbrüchen extra in die Bundesrepublik Deutschland eingereist sei.

Die Ermittlungen sind noch nicht gänzlich abgeschlossen. Durch die Staatsanwaltschaft Osnabrück wird zeitnah die Anklage gegen die drei Inhaftierten wegen sieben der in Frage stehenden Einbrüchen erhoben.


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