Mahnwache am Sonntag KFD St. Bonifatius Lingen drängt auf Reformen in der Kirche

Die KFD St. Bonifatius Lingen will am Sonntag ihre Mahnwache vor dem um 10.30 Uhr beginnenden Hochamt wiederholen. Foto: KFD St. BonifatiusDie KFD St. Bonifatius Lingen will am Sonntag ihre Mahnwache vor dem um 10.30 Uhr beginnenden Hochamt wiederholen. Foto: KFD St. Bonifatius
KFD St. Bonifatius

Lingen. Die KFD St. Bonifatius Lingen wird am Sonntag, 29. September vor dem um 10.30 Uhr beginnenden Hochamt mit einer Mahnwache auf die Notwendigkeit von Reformen aufmerksam machen.

Seit Jahrzehnten setzt sich die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) für die Gleichberechtigung in der Kirche ein. Diesem Ziel dient auch die Aktionswoche „Macht Euch stark für eine geschlechtergerechte Kirche“, an der sich die KFD St. Bonifatius mit Mahnwachen an zwei Sonntagen beteiligt.

Banner, Plakate und Kreuze

Am vergangenen Sonntag stellte sich die Aktionsgruppe vor Beginn des Hochamts mit Banner, Plakaten und Kreuzen vor der Kirche auf; nach dem Gottesdienst verlas die Vorsitzende des KFD-Leitungsteams Anke Daum, einen Text, der die Forderung nach Gleichberechtigung von Frauen und Männern bis hin zu allen Weiheämtern formuliert.  Anschließend konnten sich die Gottesdienstbesucher an einem Stand der Aktionsgruppe informieren, austauschen und eine Unterschrift abgeben.

Bereits 60 Unterschriften gesammelt

Die Resonanz hat die Gruppe, zu der auch Männer gehören, ermutigt, die Aktion am Sonntag, 29. September, genauso zu wiederholen. „Wir waren begeistert von der guten Resonanz. Nach dem Verlesen dieses Textes wurde in der Kirche applaudiert, und wir konnten bereits 60 Unterschriften sammeln“, freut sich Anke Daum. Diese Unterschriften sollen bis Ende Dezember gesammelt und dann an die Bischofskonferenz übergeben werden.

Der Ruf nach Veränderungen in der katholischen Kirche wird immer lauter. Von links die Vertreterinnen der KFD St. Bonifatius: Ellen Böhm, Traute Pott, Anke Daum und Maria Feldkamp. Foto: Elisabeth Tondera

Mit dieser Aktion will die  KFD deutlich machen, dass Frauen langsam Geduld verlieren mit der Kirche. Bereits 1999 hatte die Delegiertenversammlung die Forderung nach Zulassung von Frauen zu allen Diensten und Ämtern auf Druck der Deutschen Bischofskonferenz aus ihren Leitlinien herausnehmen müssen. Doch die KFD lässt sich nicht entmutigen und wiederholt ihr Anliegen immer wieder. Im aktuellen Positionspapier beruft sie sich darauf, dass es in einer demokratischen Gesellschaft „weder nachvollziehbar noch akzeptabel ist, dass Frauen bestimmte Leitungspositionen, Dienste und Ämter innerhalb der Kirche aufgrund ihres Geschlechtes verwehrt werden“.

Die Geduld der Frauen ist am Ende

Mittlerweile ist die Geduld der Frauen am Ende. Das Bekanntwerden des Missbrauchsskandals hat laut Traute Pott (Vorsitzende des KFD-Regionalvorstands) das Fass zum Überlaufen gebracht. „Wir haben gesagt: Jetzt reichts, jetzt fordern wir alle Ämter!“, sagt sie und fügt hinzu: „Die Hierarchie, die Struktur, ja, die gesamte Kirche muss ganz neu gedacht werden.“ Dennoch möchte die KFD im wertschätzenden Dialog bleiben. „Wir sind ja nicht gegen die Kirche, wir wollen, dass sie sich ändert, weil sie uns am Herzen liegt“, betont Ellen Böhm von der Aktionsgruppe.

"Wir sind nicht allein"

Anke Daum ist stolz auf die KFD. „Für mich ist es ganz wesentlich, dass die KFD mutiger wird und die Gleichberechtigung der Frauen ernsthaft fordert. Das war schon lange wichtig für mich, und jetzt passiert endlich etwas“, sagt sie. „Und wir sind nicht allein“, wirft Ellen Böhm ein. Nicht nur in Deutschland, in der ganzen Welt werden die Forderung nach Gleichberechtigung in der Kirche unterstützt. „Wir brauchen uns nicht zu schämen, wir brauchen keine Angst zu haben, denn das ist eine Forderung, die jetzt wirklich dran ist. Und das macht ganz viel Mut“, sagt Traute Pott.

"Wir werden immer wieder auf unsere Forderung hinweisen"

Deshalb will die KFD in St. Bonifatius und auch in anderen Kirchengemeinden Lingens das Anliegen weiter vortragen. „Wir wollen diese Aktion nicht nur am kommenden Sonntag, sondern immer wieder wiederholen, vielleicht alle vier oder alle acht Wochen. Das hängt von der Resonanz ab“, gibt Anke Daum bekannt und fügt hinzu: „In irgendeiner Weise werden wir immer wieder auf unsere Forderung hinweisen.“


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