"Miteinander Verantwortung tragen" BBS Agrar und Soziales in Lingen ist „Schule ohne Rassismus"

Die BBS Agrar und Soziales in Lingen ist mit dem Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ausgezeichnet worden. Darüber freuen sich Dezernent Rainer Knippenberg, Schulleiterin Petra Niewiera, Projektschüler, Erster Kreisrat Martin Gerenkamp und Fachlehrerin Annika Beitz (v.l.). Foto: Johannes FrankeDie BBS Agrar und Soziales in Lingen ist mit dem Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ausgezeichnet worden. Darüber freuen sich Dezernent Rainer Knippenberg, Schulleiterin Petra Niewiera, Projektschüler, Erster Kreisrat Martin Gerenkamp und Fachlehrerin Annika Beitz (v.l.). Foto: Johannes Franke

Lingen. Der BBS Agrar und Soziales in Lingen ist am Mittwoch der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen worden.

„Der Landkreis Emsland ist sehr stolz auf junge Menschen wie euch“, betonte der Erste Kreisrat Martin Gerenkamp in seinem Grußwort während der Feierstunde. Lehrer und Schüler tragen rote und schwarze T-Shirts mit der Aufschrift „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und zeigen so auch äußerlich ihre innere Haltung. Die hätten sie durch ihre nicht selbstverständliche Teilnahme an der Aktion gezeigt, unterstrich der Redner. 

Nicht nur freitags demonstrieren

Die Teilnahme und nachhaltige Umsetzung bezog Gerenkamp auf die christliche Nächstenliebe, auf die philosophische Maxime des kategorischen Imperativs von Immanuel Kant sowie auf den Grundgesetzartikel eins: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Zwischen diesen theoretischen Selbstverständlichkeiten und der täglichen Praxis klaffe jedoch oft eine Lücke. Die Schüler hätten sich die Leitlinien nicht nur auf ihre Fahnen geschrieben, sondern würden sie auch entsprechend umsetzen. „Sie machen sich Sorgen, was in unserer Gesellschaft passiert, wie wir miteinander umgehen und wie die Zukunft aussehen soll“, bekräftige Gerenkamp. Wichtig sei es, nicht nur am „Friday for Future“ zu demonstrieren, sondern „every day“ gegen alltägliche Situationen wie Mobbing, Ausgrenzung, Rassismus, Beleidigungen und anderes mehr sich zu wehren und dagegen auszusprechen. Dazu diene auch dieses wichtige, selbst verpflichtende Projekt, rassistischen Tendenzen den Kampf anzusagen, sich untereinander zu helfen, miteinander Verantwortung zu tragen.   

Stolz auf die Schüler

In verschiedenen Projekten hätten Schüler daran gearbeitet, „die komplette Schulgemeinschaft ins Boot zu holen“, berichtete die begleitende Lehrerin Annika Beitz, die „wahnsinnig stolz“ auf die Schüler ist. Sie seien auch in ihrer Freizeit sehr initiativ gewesen, um den Titel zu bekommen.

Schulleiterin Petra Niewiera verwies darauf, dass an der Schule zehn Prozent einen Migrationshintergrund hätten. „Mit allen BBS-Schülern hat sich die Projektgruppe zusammengesetzt, Fragebögen konzipiert, Ausstellungen, Projektpräsentationen sowie ein interkulturelles Frühstück organisiert, an der VHS-Sprachförderung teilgenommen, über religiöse Vielfalt im Ludwig-Windthorst-Haus diskutiert und mit ihren Aktionen über den Tellerrand hinausgeschaut“, berichteten die Pädagogen Niewiera und Beitz.

Für die teilnehmenden Schüler der jetzigen BG 13. 2. bedeutet der Titel auch eine „persönliche Auszeichnung und dass sich unsere Erwartungen und Anstrengungen rentiert haben. Ein schönes Gefühl, dass es sich gelohnt hat und wir es geschafft haben“, sagt Magnus lachend im Kreise seiner Mitschülerinnen.

Jährliche Projekte

Dezernent Rainer Knippenberg von der Niedersächsischen Schulbehörde lobte die „couragierte Schulgemeinschaft.“ Die Urkunde und das Aushängeschild seien zwar äußere Zeichen dafür, was die Schulgemeinschaft insgesamt erworben habe. Doch mit den jährlichen Projekten würden die Schule den Grundgesetzartikel eins als „Fundament unseres täglichen Zusammenlebens“ unterstreichen und bewusst machen. „Ich freue mich und kann Sie nur beglückwünschen, dass ich Ihnen die Urkunde übergeben darf“, betonte Knippenberg.

Erster Kreisrat Martin Gerenkamp unterschreibt das Aushängeschild, das an der Schulfassade darauf hinweisen wird: Die BBS Agrar und Soziales ist "Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage". Foto: Johannes Franke


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