Abwechslungsreicher Abend "Lange Nacht" der VHS Lingen: Bildungskost schmeckt prima

Die Schulbank auf historischen Möbeln vom Heimatverein Schapen drückten die Leiterin der VHS Lingen Ute Bischoff (links) und Yvonne Hölscher bei der "langen Nacht der Volkshochschulen".
Foto: Christiane AdamDie Schulbank auf historischen Möbeln vom Heimatverein Schapen drückten die Leiterin der VHS Lingen Ute Bischoff (links) und Yvonne Hölscher bei der "langen Nacht der Volkshochschulen". Foto: Christiane Adam

Lingen. Die ganze Bandbreite der Erwachsenenbildung zu präsentieren, das ist das Ziel der „langen Nacht der Volkshochschulen“, die am Freitagabend erstmals an rund 400 Volkshochschulen (VHS) gleichzeitig in Deutschland stattgefunden hat. Mit dabei: Die VHS Lingen.

Wer drei Bereiche besucht und abgestempelt bekommen hat, kann etwas gewinnen. Foto: Christiane Adam

Wer sich am Freitagabend im Forum der VHS Lingen Zum Neuen Hafen eingefunden hatte, durfte einen abwechslungs- und actionreichen Abend erleben. Dozenten aus allen Bereichen waren vor Ort, um einen Einblick in die Möglichkeiten zu bieten. Ein „Laufzettel“, den die Besucher im Foyer erhielten, half dabei, jeden Bereich einmal aufzusuchen. Und Nebenbei: Wer am Ende mindestens drei Stempel auf einem Laufzettel vorweisen konnte, durfte auch an einer Verlosung teilnehmen. 

Lebhaft ging es beim Gesprächskreis Integration mit internationalem Imbiss zu. Foto: Christiane Adam




Lebhaft ging es, wie bereits im letzten Jahr bei der „langen Nacht der Bildung“, bei Hanna Krüssel und Alexandra Vihtelic zu. Die beiden hatten zu einem Gesprächskreis über Integration geladen und ihre Kursteilnehmer gebeten, dazu Kuchen und ähnliches aus ihren Ländern zu backen. „Wir haben hier Leute aus dem Iran, aus Afghanistan, Vietnam, Polen, Russland und Kurdistan“, listeten die gebürtige Polin und gebürtige Kroatin auf – beste Voraussetzungen für internationale Länderkunde und einen multinationalen Imbiss also.  



Hier geht's um die Wurst: Daniel Hafermalz (rechts) informierte über prüfungsrelevante Voraussetzungen zu IHK-Abschlüssen. Foto: Christiane Adam


Weitaus sachlicher war die Kost, die Daniel Hafermalz im Raum nebenan servierte. Ihm gegenüber saßen Besucher, die sich über Vorbereitungskurse auf die Prüfungen der Industrie- und Handelskammern informieren wollten. Da ging es um Rahmenlehrpläne und Prüfungsvoraussetzungen.


Sprachniveau

Seine Voraussetzungen konnte man im obersten Stockwerk in einem anderen Bereich selber überprüfen: Birgit Lonnemann hatte mehrere Laptops aufgebaut, an denen man sich selbst mittels Einstufungstests einschätzen konnte, ob man sich beispielsweise den Französischkurs mit mittleren Kenntnissen zutrauen darf, oder ob man doch lieber noch einmal ganz von vorne anfangen sollte. „Solche Tests gibt es online für beinahe jede Sprache, die wir hier an der VHS Lingen anbieten, und zwar anhand der Lehrbücher, die dann in unserem Unterricht eingesetzt werden“, erläuterte Lonnemann.

Trau di wat!

„Trau di wat!“ – so lautete die Aufforderung von Erich Huesmann, der dazu einlud, sich einmal im Plattdeutschen zu versuchen. In Form von Geschichten, Liedern und Spielen wollte der Dozent, der Plattdeutsch als Muttersprache betrachtet, den Besuchern die Scheu vor dem Proaten, Schnacken oder Klönen des niederdeutschen Heimatdialekts nehmen.

Speisen zwischen Tradition und Moderne bereiteten Petra Hoischen und Petra Försting (von links) zu. Foto: Christiane Adam

Wenig Scheu herrschte in der VHS-Küche, wo Petra Försting und Petra Hoischen Stuten, Kartoffelsuppe oder auch südländische Gazpacho zubereiteten. „Frei nach dem Motto ‚100 Jahre Volkshochschule‘ haben wir uns althergebrachte und neu-internationale Rezepte überlegt“, erklärte Försting. Die Besucher durften sich an der Herstellung beteiligen oder auch einfach nur zum Essen hereinspazieren, wovon reichlich Gebrauch gemacht wurde.

Erinnerungen kamen beim Blättern durch alte VHS-Programme auf. Foto: Christiane Adam

Wer sich für Geschichte und politische Rahmenbedingungen der VHS interessierte, war im Bereich „Gesellschaft“ gut aufgehoben. In einer Liveübertragung von der VHS Haar (bei München) diskutierte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Franziska Giffey über die finanzielle Situation der Erwachsenenbildung. Diesen Livestream konnte man auf historischen Schulbänken, die vom Heimatverein Schapen bereitgestellt worden waren, verfolgen und nebenbei in Programmheften der VHS Lingen von 1946 bis heute blättern.

Künstlerische Bereiche gehören an einer Volkshochschule auch zum Programm. Foto: Christiane Adam

Von all dem erholen konnte man sich beispielsweise beim Faszientraining, bei einer Feuermeditation auf dem Hinterhof des VHS-Forums, beim Chorauftritt im Treppenhaus oder bei einem lockeren Gespräch mit den anwesenden Kreativdozenten.

Endspiel

Die „lange Nacht der Bildung“ in Lingen im letzten Jahr ähnelte der bundesweiten „langen Nacht der Volkshochschulen“ im Konzept. So konnte das VHS-Team auf seine letztjährige Erfahrung aufbauen. Die Gleichzeitigkeit mit dem Altstadtfest tat der Besucherzahl offenbar gut, zumal „die lange Nacht“ auf dem Hinterhof in ein Get-together mündete.


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