55-jähriges Bestehen gefeiert "Emselefant" verstärkt die Bootsflotte des ESV Lingen

Ein Rennzweier wechselte in den Besitz der Ruderabteilung des ESV Lingen. Von links:  Vorsitzender Herbert Greiten, Justin Bruns und Dirk Voss. Foto: ESV LingenEin Rennzweier wechselte in den Besitz der Ruderabteilung des ESV Lingen. Von links: Vorsitzender Herbert Greiten, Justin Bruns und Dirk Voss. Foto: ESV Lingen

Lingen. Im Rahmen einer einer Feier zur erneuten Gründung der Ruderanbteilung des ESV Lingen ist ein neues Boot getauft worden.

„Ich taufe Dich auf den Namen Emselefant, wünsche die allzeit gute Fahrt und stets eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“. Mit diesem Spruch tauften Dirk Voss und Justin Bruns laut Pressemitteilung des ESV einen neuen Rennzweier beim Eisenbahn-Sportverein Lingen. Das gebrauchte Boot konnte über eine Börse bei einem holländischen Verein durch Spenden von Vereinsmitgliedern erworben werden. Der Name reiht sich ein in eine Serie tierischer Namen von Rennbooten beim ESV. Die Bootstaufe fand im Rahmen einer Feier anlässlich der 55jährigen Wiedergründung der Ruderabteilung im ESV Lingen statt.

Altes Bootshaus beim Bombenangriff völlig zerstört

Schon kurz nach seiner Gründung im Jahr 1927 war Paddeln und Rudern ein fester Bestandsteil des Vereins. Seinerzeit war am südlichen Ende des damaligen Wagenwerks der Deutschen Reichsbahn in Höhe des Großen Dreiecks des Kanals ein Bootshaus errichtet worden. Während des  Zweiten Weltkrieges war es bei Bombenangriffen völlig zerstört worden.

Nahmen die meisten Abteilungen schon Anfang der 50er-Jahre ihren Betrieb wieder auf, sollte es noch über zehn Jahre dauern, bis auch wieder gerudert werden konnte. Dank des großen Engagements des späteren Abteilungsleiters Hermann Büring wurde ab August 1964 wieder gerudert. Da der Gymnasial Turn- und Ruderverein (GTRV) nebenan neu gebaut hatte, stellte der GTRV dem ESV seinen alten Bootsschuppen an der Jahnstraße zur Verfügung.

Der ESV Lingen nutzte diesen Bootsschuppen von 1964 bis 1975. Foto: ESV Lingen

Mit zunächst vier überlassenen und günstig erworbenen Booten nahm der Ruderbetrieb schnell Fahrt auf. Der marode Zustand des Bootsschuppens wäre zehn Jahre später fast wieder das Ende des Ruderns gewesen. Der Holzschuppen drohte einzustürzen. 1975 konnten buchstäblich in letzter Minute alle Voraussetzungen mit einem langfristigen Pachtvertrag für das Grundstück und entsprechende Zuschüsse für einen Neubau geschaffen werden. Ende des vergangenen Jahrhunderts stieß das Gebäude nicht zuletzt aufgrund der stark gewachsenen Mitgliederzahlen an ihre Grenzen. 2003 konnte dank der Zuschüsse der Stadt Lingen, des Landkreises Emsland, des Kreis- und Landessportbundes sowie der überragenden Eigenleistungen der Mitglieder das neue Vereinsheim an derselben Stelle eingeweiht werden. Die Ruderabteilung hat mittlerweile rund 150 Mitglieder, der Bootspark besteht aus circa 30 Booten.

Viele sportliche Erfolge

Neben dem Breitensport mit täglichen Ausfahrten und mehrtägigen Wanderfahrten kann der Verein auf viele sportliche Erfolge zurückblicken. In den vergangenen 55 Jahren haben viele ESVer an Landes-, Norddeutschen – und Deutschen Meisterschaften teilgenommen und immer wieder Treppchen Plätze erreicht. Herausragend waren die Vizeweltmeisterschaft von Christian von Gyldenfeldt (mit Trainer Thomas Büsse) bei der U 23 – WM 1998 in Italien und der dritte Platz von Luisa Neerschulte bei der U 23 WM 2013 in Österreich. Luisa ist Mitglied im Bundeskader. Ihr großes Ziel ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen.


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