Kleine Figuren, große Themen Eröffnung des 19. Internationalen Festes der Puppen in Lingen

Auf ein spannendes und abwechslungsreiches Fest der Puppen freuen sich Vertreter der Stadt Lingen, des Landkreises sowie Sponsoren, die alle zur Eröffnung gekommen waren. In der Mitte der künstlerische Leiter, Heiner Schepers.  Foto: Caroline TheilingAuf ein spannendes und abwechslungsreiches Fest der Puppen freuen sich Vertreter der Stadt Lingen, des Landkreises sowie Sponsoren, die alle zur Eröffnung gekommen waren. In der Mitte der künstlerische Leiter, Heiner Schepers. Foto: Caroline Theiling

Lingen. Die Eröffnung des 19. Festes der Puppen, das vom 13. bis 18. September in Lingen läuft, fand unter Beteilung vieler Gäste im Lingener Professorenhaus statt.

Wer zu dieser ereignisreichen Stunde gestern um 17 Uhr ins Lingener Professorenhaus zur Eröffnung des 19. Festes der Puppen kam, der traf vor der Bühne auf einen älteren Herrn, eine lebensgroße Puppe, die zur künstlerischen Einstimmung von Laurenz Bäthke, dem künftigen Leiter des Lingener Marionettentheaters, geführt wurde. "Der alte Mann, Goethe hier und jetzt" lautete der Titel. Ach, es war ein Klagelied von einem, der alles schon erlebt, studiert und im Überfluss hatte, leider auch die Gicht in seinen Knochen. Ihn plagten viele Zweifel, und er fürchtete sich vor Himmel und Hölle, verschrieb sich der Magie, um sie dann wieder zu verfluchen. So ist es wohl, wenn einer alles erreicht hat, wovon er einst träumte.  Am Ende des Monologs blieb die Frage: "Was würde Faust jetzt tun? Bäthke gelang es gekonnt, auf heitere Weise und das nicht nur verbal, den Überdruss seiner Puppe zu vermitteln, die er zusammen mit seinem Vater selbst gebaut hatte.

Der alte Mann – Goethe hier und jetzt, als Monolog gespielt von Laurenz Bäthke. Foto: Caroline Theiling

Nils Hanraets, Leiter des TPZ Lingen, absolvierte brav seine Danksagungen, was nicht negativ aufzufassen ist. Es kam zum Ausdruck, wie eng er sich verbunden fühlt, nicht nur mit dem scheidenden künstlerischen Leiter  der Puppenfestes Heiner Schepers, sondern mit allen Institutionen, die dazu beigetragen haben, dass auch dieses Fest der Puppen zurecht als Internationales Festival zu bezeichnen sein wird.  "New Experiences" lautet der Titel dieses Puppenfestes, und er ist nicht nur Name, sondern auch Programm. Mit seiner 19. Edition mache sich das Fest auf den Weg in eine spannende Zukunft, verbinde Tradition mit Bewährtem, das jedoch mit neuen und wichtigen Impulsen, versprach Hanraets.

Der TPZ-Leiter Nils Hanraets eröffnete das Fest der Puppen 2019. Foto: Caroline Theiling

Wenn Männer sich zu einer Talkrunde auf die Bühne begeben, dann geht es meistens um weltpolitische Dinge. Doch an diesem Abend war alles anders. Josef Grave (Geschäftsführer der Emsländischen Landschaft), Martin Gerenkamp, (Erster Kreisrat des Landkreises Emsland), Stefan Heskamp (Lingens Zweiter Bürgermeister) und Heiner Schepers (Künstlerischer Leiter) stellten sich den Fragen ihres Moderators Nils Hanraets.

Was hält nun Josef Grave vom Puppenspiel als solches? Erst beim intensiven Beschäftigen mit dem Puppenspiel sei ihm klar geworden, dass es sich hier um eine komplizierte Kunst handelt, die viel Können, Wissen und schauspielerische Fähigkeiten verlange. Immerhin müssten sich viele Besuchergruppen  angesprochen fühlen. Er hob lobend die Fachforen hervor, die eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Festivals ermöglichen.

An der Talkrunde beteiligten sich Lingens Zweiter Bürgermeister Stefan Heskamp, Erster Kreisrat Martin Gerenkamp, TPZ-Leiter Nils Hanraets, der Geschäftsführer der Emsländischen Landschaft Josef Grave sowie der künstlerische Leiter Heiner Schepers (von links). Foto: Caroline Theiling

Auch Martin Gerenkamp outete sich als Fan des Puppentheaters. Es sei wichtig, ein breitgefächertes Angebot an Kulturveranstaltungen im Emsland anzubieten. Die Kultur müsse vorangebracht werden. Er halte das Puppentheater für zukunftsfähig, betonte er. Heskamp gab unter anderem zu verstehen, dass es wichtig sei, dass das Festival von vielen Menschen besucht werde. Nur so könne man die künstlerische Kraft, die hinter den Veranstaltungen stehe, wahrnehmen. Heiner Schepers gestand sehr emotional, dass er es in seiner Funktion als Künstlerischer Leiter diverser Puppenfeste als Geschenk empfunden habe, dass er diese Position ausüben durfte.

Der Abend endete mit viel Applaus für das französische Puppenspiel "La Mort en Cage" mit Drolatic Industry, köstlich gespielt von Gilles Debenat.


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