Eröffnung am 20. September in der Kunsthalle Lingen "Endnote, ping" von Ian Kiaer vereint drei Werke

Große Installationen, wie diese Decke, die von Ideen für eine Decke im Zahn Haus des 1965 verstorbenen Architekten und Designer Friedrich Kiesler inspiriert wurde, werden in der Ausstellung von Ian Kiaer in der Lingener Kunsthalle zu sehen sein.  Foto: Peter LütjeGroße Installationen, wie diese Decke, die von Ideen für eine Decke im Zahn Haus des 1965 verstorbenen Architekten und Designer Friedrich Kiesler inspiriert wurde, werden in der Ausstellung von Ian Kiaer in der Lingener Kunsthalle zu sehen sein. Foto: Peter Lütje
Peter Lütje

Lingen. Die Ausstellung von Ian Kiaer, die in der Kunsthalle Lingen am Freitag, 20. September, um 19 Uhr eröffnet wird, trägt den Titel "Endnote, ping".

Es handelt sich um die erste umfangreiche institutionelle Einzelausstellung mit Bildern, Objekten, Installationen und Filmen von Ian Kiaer aus den Jahren 2012 bis 2019 in Deutschland. Sie wird sowohl im Erdgeschoss wie auch im Obergeschoss präsentiert. 

Gezeigt werden unter anderem Bilder, entstanden in Acryl und Lack auf Papier oder auch auf Leinwand, die gelbe, blaue oder auch rote monochrome Flächen dominieren. Sie sind durch Spuren oder auch unregelmäßige Strukturen angereichert, sodass sie jeweils eine lebendige Haptik und ganz eigene Ästhetik charakterisiert. Diese werden zum Teil durch Modelle aus verschiedenen Materialien ergänzt, die an Häuser bemerkenswerter Architekten denken lassen. Eigens für die Ausstellung ist ein größeres Modell in den Materialien Draht, Gips und Zement entstanden. Ebenfalls hängt ein gelb leuchtendes Objekt von der Decke der Kunsthalle, das von Ideen für eine Decke inspiriert wurde, die der österreichische Architekt Friedrich Kiesler (1890 bis 1965) einst hatte. 

"Ping" lautet auch der Titel eines Textes von Samuel Beckett. Das Wort selbst ist ein Laut, ein kurzes Wort, das eine einzelne Note suggeriert, die von einer Stimmgabel oder einer Art Sonar stammt und möglicherweise für kurze Zeit anhält. Der Text beschreibt einen Körper und einen Raum, aber die Unterscheidung zwischen den beiden ist nicht so klar und wird weniger klar, wie die Erfahrung, in einem weißen Würfel zu sein, in dem das intensive Licht den Körper fast auflöst. Diese Auflösung von Figur und Boden, von Raum und Körper erfordert eine andere Aufmerksamkeit.

Die Ausstellung mit dem Titel „Endnote, ping“ vereint drei Werke, zu denen Ian Kiaer regelmäßig zurückgekehrt ist: Tooth House; Endnote, Tooth; und Endnote, Ping (Marder). Das Tooth House ist vor allem einem fiktiven Gebäude zu verdanken, das in Friedrich Kieslers 'Magic Architecture‘ erschienen ist. Endnote, ping (Marder) ist eine Auseinandersetzung mit der Arbeit des Philosophen Michael Marder, einem Befürworter des „Umweltdenkens“, der Pflanzen als Lebewesen betrachtet, die ihre eigenen Formen der Subjektivität besitzen. 

Ian Kiaer (geb. 1971) lebt heute in London und  Oxford. Sein künstlerisches Werk wurde präsentiert in Einzelausstellungen unter anderem im Aspen Art Museum, im Kunstverein München, in der Galleria d‘Arte Moderna e Contemporanea, Turin und im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris. Darüber hinaus nahm der Künstler an Gruppenausstellungen teil wie im Mudam Luxembourg, in der Tate Modern und Tate Britain in London, im Hammer Museum in Los Angeles, in der Hayward Gallery in London, an der Manifesta 3 in Ljubljana, der Biennale d‘Art contemporain, Rennes, der Biennale de Lyon, der Istanbul Biennale und der Berlin Biennale.

Bereits am kommenden Sonntag, 22. September, bietet sich um 14 Uhr in der Kunsthalle  die Möglichkeit zum Gespräch mit dem Künstler Ian Kiaer. 


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