Ziel ist eine breite Streuung Verkaufsstart für Anteile an Lingener Wohnbaugenossenschaft

Das erste Neubauvorhaben der Lingener Wohnbaugenossenschaft wird aktuell am Brockhauser Weg realisiert. Bis Mitte 2020 sollen dort 74 öffentlich geförderte Wohnungen in einer Größe zwischen 49 und 85 Quadratmetern entstehen. Grafik: Architekturbüro Krämer-SusokDas erste Neubauvorhaben der Lingener Wohnbaugenossenschaft wird aktuell am Brockhauser Weg realisiert. Bis Mitte 2020 sollen dort 74 öffentlich geförderte Wohnungen in einer Größe zwischen 49 und 85 Quadratmetern entstehen. Grafik: Architekturbüro Krämer-Susok

Lingen. Bezahlbaren Wohnraum schaffen ist Aufgabe der 2017 gegründeten Lingener Wohnbaugenossenschaft. Derzeit entsteht am Brockhauser Weg auch das erste Neubauvorhaben mit 74 Wohnungen. Ab sofort können sich Bürger und Firmen aus oder mit einem Bezug zu Lingen an der Genossenschaft beteiligen.

"Genügend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen ist deutschland- wenn nicht gar weltweit in vielen Städten ein großes Thema. In Lingen haben wir uns nach einigen Diskussionen, aber letztlich mit großer Mehrheit für ein Genossenschaftsmodell entschieden. Ich denke, das ist auch der richtige Weg, um dieser Problematik effektiv begegnen zu können." Dies erklärte jetzt Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone zum Start des Verkaufs von Genossenschaftsanteilen.

Alle Bürger, aber auch Firmen und sonstige Einrichtungen, die in Lingen leben, ansässig sind oder einen Bezug zur Stadt haben, können ab sofort maximal 500 Anteile im Wert von jeweils 100 Euro erwerben. Nebenkosten  für den Erwerb oder Verwaltung der Anteile fallen nicht an. 

Werben zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums in der Stadt für den Kauf von Anteilen an der Lingener Wohnbaugenossenschaft (v.l.) Paul Moß vom städtischen Eigenbetrieb Zentrale Gebäudewirtschaft, der Geschäftsführer vom Christophorus-Wer Georg Kruse, Volksbankvorstand Carsten Schmees, die Genossenschaftsvorstände Monika Schwegmann und Lothar Schreinemacher, Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone und der Aufsichtsratsvorsitzende Matthias Hartwig. Foto: Carsten van Bevern

Genossenschaftsmitglieder werden auch eine Dividende erhalten. Über die Höhe werden die jeweils Mitte des Jahres tagenden Mitglieder selber entscheiden - jedes Mitglied mit mindestens einem Anteil hat dabei eine Stimme. Vorrangiges Ziel der Genossenschaft bleibt laut Vorstandsmitglied und Stadtkämmerer Lothar Schreinemacher aber auch in Zukunft die langfristige Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Die Dividende dürfte sich damit im niedrigen einstelligen Bereich bewegen.

100 Euro je Anteilsschein

"Wir haben uns für diesen relativ geringen Betrag je Anteilsschein entschieden, um jedem Bürger und jeder Firma eine Beteiligung zu ermöglichen", ergänzte Schreinemacher, der gemeinsam mit Stadtkämmerin Monika Schwegmann das Vorstandsteam der Genossenschaft bildet.

Durch eine möglichst breite Streuung der Anteile soll nach Aussage des Aufsichtsratsvorsitzenden Matthias Hartwig der genossenschaftliche Gedanke gestärkt werden. "Ich hoffe daher, dass sich viele Bürger an der Schaffung bezahlbaren Wohnraums als wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe beteiligen werden", appellierte der in der Genossenschaft ehrenamtlich tätige Steuerberater an das Verantwortungsgefühl seiner Mitbürger. Bisherige Gründungsmitglieder der Genossenschaft sind neben der Stadt die Volksbank Lingen, das Christophorus-Werk, das Bonifatius-Hospital sowie die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in der Stadt.

Der Grundriss einer kleineren Wohnung in der ersten Neubauanlage der Lingener Wohnbaugenossenschaft am Brockhauser Weg. Grafik: Architekturbüro Krämer/Susok

"Wir wollen Wohnraum für Menschen mit schmalem Geldbeutel entwickeln. Personen, die trotz einer Arbeitsstelle nur über ein geringes Einkommen verfügen und daher auf dem freien Markt derzeit nur schwer eine bezahlbare Wohnung finden können. Ein passender Mietermix wird uns sehr wichtig sein", erklärte OB Krone. Als ein Beispiel nannte er junge Gesellen: Im Zeichen des Fachkräftemangels sei es auch entscheidend, ob passender Wohnraum zur Verfügung stehe: "Die Aufgabe der Genossenschaft ist so auch ein Teil der Wirtschaftsförderung."

Die größeren Wohnungen verfügen über vier Zimmer. Die Mietobergrenze liegt bei 5,60 Euro je Quadratmeter. Grafik: Krämer/Susok

So gilt bei den Wohnungen der Genossenschaft, für die ein sogenannter Wohnberechtigungsschein benötigt wird, eine Mietobergrenze von 5,60 je Quadratmeter. Ziel ist, jedes Jahr 30 neue Wohnungen zu errichten. Zum Start entsteht derzeit am Brockhauser Weg das erste Neubauprojekt mit 74 öffentlich geförderten Wohnungen. Ohne Werbung haben sich für diese Wohnungen laut Paul Moß vom Eigenbetrieb Zentrale Gebäudewirtschaft der Stadt derzeit bereits 70 Interessenten gemeldet.

Interesse? Beitrittserklärungen zur Lingener Wohnbaugenossenschaft (LWB) sind ab sofort in jeder städtischen Filiale der Volksbank Lingen oder der LWB-Geschäftsstelle im Lingener Rathaus erhältlich. Dort gibt es unter Tel. 0591 91445859 und www.lwb-lingener-wohnbau.de auch weitere Infos. Zudem wird es am Donnerstag, 19. September, im Konferenzsaal der Halle IV an der Kaiserstraße 10a ab 19 Uhr einen öffentlichen Informationsabend zur Baugenossenschaft mit weiteren Hinweisen zu geben.


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