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Stammzellen gespendet Emsländer aus Rheine rettet jungen Israeli

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<em>Seine Stammzellenspende</em> hat einem jungen Israeli das Leben gerettet: Jens Hermes (zweiter von links) bekam von Maike Hornberg vom DKMS aus Köln eine Urkunde. Mit dem Kollegen freuten sich auch Bereichsleiter Helmut Bienen-Scholt (links) und Niederlassungsleiter Carsten Brall. Foto: Thomas PertzSeine Stammzellenspende hat einem jungen Israeli das Leben gerettet: Jens Hermes (zweiter von links) bekam von Maike Hornberg vom DKMS aus Köln eine Urkunde. Mit dem Kollegen freuten sich auch Bereichsleiter Helmut Bienen-Scholt (links) und Niederlassungsleiter Carsten Brall. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Er ist Israeli, 28 und fühlt sich nach einer lebensbedrohlichen Krankheit inzwischen gut. Jens Hermes, ein Jahr jünger, 3000 Kilometer entfernt, freut sich sehr darüber. Der 27-Jährige aus Rheine, der in Lingen arbeitet, hat dem an Blutkrebs erkrankten Mann aus dem Nahen Osten Stammzellen gespendet – und ihm damit das Leben gerettet.

Grund genug für Maike Hornberg von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS), am Montag aus Köln anzureisen, um Hermes in Lingen eine Dankesurkunde der gemeinnützigen Gesellschaft zu überreichen. Der 27-jährige Betriebswirt arbeitet im Außendienst der Sonepar Deutschland. Die familiengeführte Gruppe mit Sitz in Paris ist nach eigenen Angaben weltweit Marktführer im Elektrogroßhandel.

Hermes hatte vor knapp fünf Jahren sein Blut untersuchen und typisieren lassen. „Das macht nicht jeder“, weiß Maike Hornberg und verweist seit Gründung der DKMS im Jahr 1991 auf bislang 2,9 Millionen registrierte potenzielle Spender in Deutschland bei 82 Millionen Einwohnern. Gleichwohl sei die von der DKMS geführte Datei die weltweit größte und verbinde Menschen rund um den Globus: Unterstützer, Mitarbeiter, Patienten und Stammzellenspender. So wie der Israeli und der Deutsche.

Im September letzten Jahres bekam Hermes Post, ein dicker Umschlag, mit der Bitte um weitere Untersuchungen. Entscheidend für die Übertragung von Stammzellen ist die Übereinstimmung von in der Regel zehn, mindestens aber acht Gewebemerkmalen zwischen Spender und Empfänger. Bei Übereinstimmung erfolgen für den Spender ein gründlicher Gesundheitscheck und eine Aufklärung durch den Arzt.

Es passte alles. In der Uniklinik in Köln erfolgte die Entnahme der Stammzellen. Draußen vor der OP-Tür wartete bereits der Bote, der die in einem Spezialbehälter aufbewahrten Stammzellen zum Flughafen brachte, wo die Maschine in Richtung Israel bereits wartete. Und dort der junge Israeli. „Der Patient wäre garantiert gestorben“, freute sich Maike Hornberg über die im wörtlichen Sinne grenzenlose Hilfsbereitschaft von Hermes.

Im Dezember erhielt der junge Mann aus Rheine die Information, dass es dem Patienten gut geht. Zu diesem Zeitpunkt wusste er auch bereits, dass es sich um einen Israeli handelte, nur ein Jahr älter als er. Weitere Informationen gibt es aus Datenschutzgründen nicht. „Wenn beide es wollen, dürfen sich Spender und Patient nach deutschem Recht nach zwei Jahren treffen“, beschreibt Maike Hornberg die Rechtslage. Diese ist international unterschiedlich.

Die Kollegen von Hermes im Unternehmen waren sichtlich beeindruckt, als sie von der gelungenen Lebensrettungsaktion hörten. Niederlassungsleiter Carsten Brall und Bereichsleiter Helmut Bienen-Scholt wollen bei Sonepar die Werbetrommel für die Typisierungsaktion rühren und in der Mitarbeiterzeitung auf die Stammzellenspende von Hermes hinweisen.

Dieser möchte auf jeden Fall per Brief zu dem Israeli Kontakt aufnehmen und ihn wenn möglich auch einmal treffen. Das sei nicht ungewöhnlich zwischen Spendern und Empfängern, berichtete die Vertreterin des DKMS. „Die meisten bleiben ein Leben lang miteinander verbunden.“


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