Besuch bei Jens Beeck in Berlin Lingener Inklusionsgruppe Schnorchies ist ein starkes Team

Der Spaß in der Gruppe und Teamgeist macht die Schnorichies aus. Sie sind eine Inklusionsgruppe der Tauchsport Gemeinschaft Lingen. Foto: Jessica LehbrinkDer Spaß in der Gruppe und Teamgeist macht die Schnorichies aus. Sie sind eine Inklusionsgruppe der Tauchsport Gemeinschaft Lingen. Foto: Jessica Lehbrink

Lingen. Jeden Samstag um 14 Uhr treffen sich im Lingener Schwimmbad Linus Wasserwelten die "Schnorchies" - der Inklusionsclub für Kinder und Jugendliche sowie ihre Eltern der Tauchsport Gemeinschaft Lingen (TSG). Der Spaß kommt natürlich nicht zu kurz. Vor allem aber geht es hierbei um Teamgeist.

Das Wasser im Sportschwimmerbecken ist etwas frisch. Erst einmal nur mit den Zehen eintauchen. 

"Je nachdem worauf die Kinder Lust haben und was wir mit ihnen vorhaben, gehen wir einmal ins Sportbecken, beim nächsten Mal dann wieder in das Spaßbad. Da können die Kids immer mitentscheiden", berichtet Achim Tüchter. Seine Frau Monika und er sind selbst Mitglieder der TSG Lingen und auch die Initiator der "neuaufgelegten" Gruppe, in der Aussehen, Behinderung oder andere Merkmale keine Rolle spielen. "Monika und ich sind vor zweieinhalb Jahren in den Verein eingetreten. Ihr wurde dann das Angebot gemacht, die Schnorchies zu übernehmen", erzählt er. Auch Achim Tüchter hatte großen Spaß mit der Inklusionsgruppe zu agieren. So wurde das Ehepaar auch für den Schwimm- und Schnorchelclub zu einer gemeinsamen Angelegenheit. 

Sie krempelten einiges um, integrierten noch mehr Wasserspiele und andere Aufgaben mit Schwimmspielzeugen, bei denen es vor allem gilt, sie im Team zu lösen. "Teamarbeit ist einer der wichtigsten Sachen in unserer Gruppe", sagt Monika Tüchter. Es werde aber auch individuell auf die Kids eingegangen. "Manche fragen ganz speziell danach, ob sie Bahnen schwimmen dürfen, oft sogar, um die vorher gemessene Zeit zu unterbieten. Sie entwickeln richtigen Ehrgeiz", erläutert ihr Mann. 

"Der Sinn von Inklusion"

Nicht nur die Eltern dürfen ihre Kinder gerne ins Wasser begleiten. Auch die Achim und Monika Tüchter gehen mit hinein. Sie wissen, dass es dabei hilft, eine bessere Bindung zu den Trainern und zum Wasser aufzubauen. Das langjährigste Vertrauen haben Jennifer Görke und Timo Werning. Sie sind bereits von Beginn an bei den Schnorchies dabei. "Das Bahnenschwimmen und Tauchen gefällt mir besonders gut", sagt Jennifer verschmitzt. "Und auch das Eis essen", fügt sie mit einem noch breiteren Lächeln hinterher.Überhaupt haben sich die Kinder und Jugendlichen in die TSG Lingen eingefügt, betrachten sich selbst als vollwertiges Mitglied des Gesamtvereins, meint Achim Tüchter: "Das ist der Sinn von Inklusion."


Auch das ist laut den Tüchters Teil des Gemeinschaftlichen: Nach dem Training noch Zeit miteinander verbringen, sogar gemeinsame Ausflüge. Als nächstes geht es für neun der 15 Schnorchies vom 4. bis zum 6. September in die Hauptstadt: Berlin. Die Freude darauf ist schon groß, hat die Gruppe doch sogar eine persönliche Einladung bekommen, und zwar von Lingens Politiker und Mitglied des Deutschen Bundestages, Jens Beeck. Einen vorherigen Termin und ein Gespräch mit den Eltern konnte Beeck aus terminlich Gründen zuvor leider nicht einhalten, kündigte dafür aber eine Einladung nach Berlin an. "Und daran hat er sich gehalten.", betont Achim Tüchter. Schnell war ein Termin gefunden und auch die Schulen der Kinder stelleb diese ohne Probleme für ein paar Tage frei.

Preis in Sicht?

Zudem würden für die Schnorchies in nächster Zeit noch weitere Überraschungen anstehen, die Achim und Monika Tüchter aber an dieser Stelle nicht verraten wollen. Eines kann Jürgen Schonhoff, Vorsitzender der TSG Lingen, jedoch schon sagen: "Es soll bald noch eine zweite Inklusionsgruppe entstehen. Die Gespräche dafür laufen bereits." Außerdem sei auch in Arbeit den Schwimm- und Schnorchelclub in Zusammenarbeit mit dem Behinderten-Sportverband Niedersachsen und dem Landessportbund weiter voranzubringen. Zunächst aber hoffen die Schnorchies und ihre Trainer drauf, den Kinder- und Jugendförderpreis zu erhalten, der am 1. September auf dem Lingener Marktplatz von Oberbürgermeister Dieter Krone anlässlich des 4. Lingener Freiwilligen- und Jugendfreizeittages vergeben wird.


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